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Bad Homburg (fm). In der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck wurde weltweit erstmals eine Unterkieferspeicheldrüse von Mensch zu Mensch verpflanzt. Die Speicheldrüse wird zur Tränendrüse umfunktioniert; Ziel des Eingriffs ist die permanente Befeuchtung der Augenoberfläche eines 43-jährigen Patienten.
Bei dem Patienten waren die Tränendrüsen sowie ein Teil der Speicheldrüsen durch eine Vorerkrankung funktionslos geworden. Dem ansonsten gesunden Patienten drohte hierdurch langfristig ein Verlust der Sehkraft. Als Spender eignete sich ein Bruder des Patienten. Der Transplantation gingen aufwendige Untersuchungen der Abwehrlage von Spender und Empfänger voraus.
Der Eingriff erfolgte simultan an beiden Brüdern, um eine nur kurzfristige Unterbrechung der Blutversorgung der empfindlichen Speicheldrüse zu gewährleisten. Spender und Empfänger sind wohlauf.
Das "Syndrom des Trockenen Auges" ist eine weit verbreitete Erkrankung, verursacht durch eine Störung des die Augenoberfläche schützenden Tränenfilmes. Eine Reduktion oder ein Fehlen der Tränensekretion oder eine fehlerhafte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit kann diese Störung bedingen. Nach Juckreiz, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit kann dies zu einem fortschreitenden entzündlichen Schaden an der Augenoberfläche führen, langfristig zu einer Einschränkung der Sehkraft bis hin zu einer möglichen Erblindung.
In der überwiegenden Zahl der Fälle kann der Augenarzt durch etablierte Therapieverfahren (Tränenersatzmittel, medikamentöse Therapie, chirurgische Lidkorrekturen etc.) die Symptome lindern und ein Fortschreiten des Entzündungsprozesses aufhalten. In schweren Fällen besteht alternativ die Möglichkeit, eine körpereigene Speicheldrüse (Unterkieferspeicheldrüse) in die Schläfenregion zu verpflanzen und deren Ausführungsgang mit dem Auge beziehungsweise dem Bindehautsack zu verbinden. Das Auge wird fortan durch das Sekret der Speicheldrüse befeuchtet.