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Übersicht dieses Themas:

Familie mit Kindern

Titel des Themas: Neue Familie, neue Versicherungen
(Juli 2006 /2)

Ende der Übersicht.

Die Familie sichern

Welche Versicherung ist wirklich wichtig, um die Familie abzusichern? Tipps von einer Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen.

 

In einer so genannten Patchworkfamilie, in der möglicherweise sogar Kinder aus drei Beziehungen unter einem Dach leben, sind besondere Schwerpunkte zu setzen. Das rät die Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen, Brigitte Mayer. Besondere Vorsicht gilt, wenn die Partner in einer Lebensgemeinschaft zusammenleben, nicht aber in einer Ehe.

Haftpflicht

"Die Haftpflicht ist die wichtigste Versicherung überhaupt", betont Brigitte Mayer. Denn nach Paragraf 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches haftet man als Mensch, wenn man schuldfähig ist, für jeden Schaden, den man einem anderen schuldhaft zufügt in voller Höhe. Da reiche Schusseligkeit, um in die Haftung zu kommen. Und schon mit einer Schusseligkeit könne man sich ruinieren.

"Das Mitnehmen einer Haftpflichtversicherung aus einer früheren Ehe ist kein Problem, allerdings passiert nichts automatisch", betont Mayer. Wenn man in einer neuen Beziehung verheiratet ist, seien der neue Ehepartner und Kinder automatisch mitversichert. Wird aber nicht geheiratet, jeder bringt noch ein oder mehrere Kinder mit und es entsteht eventuell noch ein eigenes Kind, müsse man aktiv werden: Dann müssten alle Mitversicherten in dem Vertrag benannt werden.

Wenn man eine solche Familie gründet, sei es auch sinnvoll einmal darüber nachzudenken, ob ein Haftpflichtvertrag vorliegt, der jetzt neu vorhandene Risiken tatsächlich versichert. Gibt es besondere Risiken oder reicht ein "Null-Acht-Fünfzehn"-Vertrag? Es gebe massenhaft Sonderrisiken: Sie reichten vom Hüten fremder Hunde über das Führen fremder Pferde bis zu motorbetriebenen Modellflugzeugen. Solche Risikoquellen seien im Standardvertrag nicht drin, aber man könne alles problemlos versichern.

Berufsunfähigkeit

Die zweite wichtige Absicherung betrifft die Berufsunfähigkeit. Diejenigen, die das Geld heimbringen, sollten im Fall der eigenen Invalidität nicht ins wirtschaftliche Nichts fallen und damit die Gesamtfamilie mitreißen. Dafür sind zu überprüfen:

  • Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente
  • Dienstunfähigkeitsansprüche bei Beamten
  • Eigenes Vermögen
  • Eventuelle finanzielle Verpflichtungen

"Diese Verträge sind für viele notwendig, aber sie sind sehr sperrig", warnt Brigitte Mayer. Man müsse sich die Klauseln sehr genau ansehen. Es reiche auch nicht, sich eine Zeitschrift zu kaufen, selbst wenn sie von der Stiftung Warentest kommt, und dort nur auf "sehr gut" zu achten. "Diese Tests berücksichtigen nicht die persönlichen Verhältnisse, sondern nur, dass diese Unternehmen ordentliche Klauselwerke verkaufen. Das heißt nicht, dass sie auch auf die persönliche Situation passen", so Mayer.

Der Laie könne zum Beispiel bei Verbraucherverbänden oder gerichtlich bestellten Versicherungsberatern einen Beratungstermin vereinbaren oder sich Wissen über Literatur erwerben. Die Versicherungsberaterin betont: "Dieser Vertrag ist zu teuer und wichtig als dass man sich hier Fehler leisten kann."

Dabei sollte sich die Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst nicht nur auf den Hauptverdiener beziehen. Vergessen werde oft, dass Familien- und Erziehungsarbeit ebenfalls teuer ist, wenn sie ersetzt werden muss. Auch eine Hausfrau benötige daher eine Berufsunfähigkeitsversicherung, wobei sich stets die Frage stellt, ob man zwei Verträge überhaupt bezahlen kann. "Aber man sollte zumindest drüber nachdenken und sich des Problems bewusst sein", sagt Brigitte Mayer, "wenn man schon Lücken lässt, sollte man sie kennen."

Überlegenswert

Ob weitere Versicherungen sinnvoll seien, hänge von der persönlichen Situation ab. Wenn die Familie zum Beispiel eine Immobilie besitzt, brauche sie eine Wohngebäudeversicherung.

Unfallversicherungen würden oft überschätzt, hat Mayer in ihren Beratungsstunden erfahren. Diese deckten aber meist nur "ganz schmale Risiken" ab und taugten eher als Bonbon für Erwachsene, wenn schon eine ordentliche Berufsunfähigkeitsversicherung vorliegt. Oder sie sind ein Notnagel für alle, die keine private Berufsunfähigkeitsversicherung kriegen, weil sie zu alt oder krank sind oder einen Beruf haben, der nicht beziehungsweise nur sehr teuer versichert würde.

Ob eine Hausratversicherung benötigt wird, hängt nicht nur vom tatsächlichen Besitz ab, sondern auch davon, was im Schadenfall überhaupt ersetzt werden muss. Wer sich zum Beispiel mit dem Notwendigen zufrieden gibt und nach einem Brand nicht allzu viele oder wertvolle Dinge ersetzen muss, benötigt nicht unbedingt eine Hausratversicherung. Einbeziehen in die Überlegungen sollte man dabei, dass viele Gegenstände in einem Haus oder einer Wohnung ohnehin nicht mehr angeschafft würden, und andere wie Erbstücke oder Erinnerungsstücke einen emotionalen Wert haben, der bei einem Verlust finanziell nicht ersetzbar ist. Nur wer nach einem Schadensfall wirklich umfangreich neu kaufen muss, gelangt schnell an wirtschaftliche Grenzen und dann mache eine Hausratversicherung Sinn.

Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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