Betriebsrente: Kombination mit Riester oder Vermögenswirksamer Leistung

Die meisten Modelle der betrieblichen Altersvorsorge kann man mit einer Riester-Förderung oder mit Vermögenswirksamen Leistungen kombinieren. Das hat Vor- und Nachteile.

Mann und Frau sitzen an einem Tisch mit einem Laptop und unterhalten sich. – Bildnachweis: wdv.de © Jan Lauer

Riester-Förderung bedeutet

Wer jährlich vier Prozent seines Bruttogehaltes (begrenzt auf 2.100 Euro) in eine dafür geeignete Altersvorsorge steckt, bekommt die staatliche Zulage von 154 Euro (ab 2018: 175 Euro). Geringverdiener müssen nur den Mindestbeitrag von 60 Euro im Jahr zahlen. Für Familien mit Kindern lohnt sich das besonders: Für jedes vor 2008 geborene Kind gibt es nochmal 185 Euro Kinderzulage, für jedes nach 2008 geborene Kind 300 Euro. Außerdem können Sparer die Beiträge in die Riester-Rente ggf. von der Steuer absetzen.

Vermögenswirksame Leistung

Vermögenswirksame Leistungen (VL), das ist zusätzliches Geld vom Arbeitgeber, das der Arbeitnehmer dafür nutzen soll, Vermögen aufzubauen. Gezahlt werden bis zu 40 Euro im Monat. Und der Staat schießt für bestimmte Anlageformen nochmal zusätzlich Geld in Form der Arbeitnehmersparzulage zu, sofern der Sparer nicht mehr als 17.900 Euro (oder 35.800 Euro als Ehepaar) verdient. Bis zu 43 Euro gibt es da pro Jahr vom Staat. Bei Aktienfonds liegt die Einkommensgrenze bei 20.000 Euro. Und die Arbeitgebersparzulage liegt bei 20 Prozent der gesparten Summe, aber bei maximal 80 Euro.

Wer einen Bank- oder Fondssparplan hat, spart sechs Jahre lang und lässt seinen Vertrag dann noch ein Jahr ruhen, um an die Arbeitnehmersparzulage zu kommen. Für den Bausparvertrag ist keine bestimmte Laufzeit vorgegeben.

Ob die Firma vermögenswirksame Leistungen zahlt und wie viel, ist im Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag geregelt. In vielen Tarifverträgen ist auch festgelegt, dass die VL in eine Altersvorsorge fließen müssen. Ist das nicht festgelegt, können Arbeitnehmer zwischen Bausparen, Fonds-Sparplänen und Banksparplan wählen oder das Geld für die Tilgung eines Kredits verwenden.

Riester und betriebliche Altersvorsorge

Kombinierbar mit Riester sind die Direktversicherung, die Pensionskasse oder der Pensionsfonds. Allerdings ist die Bruttoentgeltumwandlung hier nicht möglich. Das heißt, die Beiträge in die betriebliche Altersvorsorge gehen vom Nettogehalt ab; Sparer haben auf ihre Beiträge Steuern und Sozialabgaben bezahlt. Dafür gibt es dann zum einen die staatliche Riester-Zulage, zum anderen sind Beiträge zur Riester-Rente von der Steuer absetzbar. Nachteil: Aus betrieblichen Riester-Verträgen können Sparer kein angesammeltes Kapital entnehmen, um privates Wohneigentum zu kaufen („Wohn-Riester“).

Bislang haben Experten von der Kombination von Riester und betrieblichen Altersvorsorge abgeraten, weil gesetzliche Krankenversicherte doppelt Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und auch doppelt Steuern zahlen, nicht nur in der Ansparphase, sondern auch in der Auszahlungsphase. Das ändert sich ab 2018, wenn das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft tritt: Für betriebliche Riester-Renten entfällt in der Auszahlungsphase die Beitragspflicht zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Sie werden damit künftig wie private Riester-Renten behandelt.

VL und betriebliche Altersvorsorge

Die Vermögenswirksame Leistung des Arbeitsgebers in die betriebliche Altersvorsorge zu stecken, macht vor allem für Arbeitnehmer Sinn, die über der Einkommensgrenze liegen und keinen Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage haben. Sie können ihre bestehende betriebliche Altersvorsorge durch die VL aufstocken. Nachteil: An das Geld aus den VL kommen Sparer erst im Rentenalter und nicht wie sonst bei der VL üblich nach sieben Jahren.

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