Vor- und Nachteile der Rürup-Rente

Die Rürup-Rente hat Vor- und Nachteile, die man vor dem Vertragsabschluss gut abwägen sollte.

Liste Vorteile und Nachteile mit grünem und rotem Buntstift – Bildnachweis: Fotolia © stockpics

Vorteile

Förderhöhe wächst:

Der förderfähige Höchstbetrag für die Rürup-Rente ist an die Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt, die jährlich angepasst wird. Damit können Rürup-Sparer ordentlich Steuern sparen. 2017 liegt die Steuerersparnis bei bis zu 19.624 Euro im Jahr, weil alleinstehende Sparer Einzahlungen bis zu 23.362 Euro steuerlich geltend machen (84 Prozent davon sind absetzbar). Das lohnt sich für Gutverdiener mit hoher Steuerlast.

Auszahlungsbeginn auch später möglich:

Klar ist zwar, dass die Auszahlung der Rente erst mit 60 oder 62 Jahren (bei Verträgen ab 2012) beginnen kann. Doch nach „hinten“ ist der Rentenbeginn offen – zumindest aus Sicht des Gesetzgebers. Das kann also zum Beispiel auch mit 75 sein. Für Selbstständige, die vielfach über das reguläre gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten, ist ein später Rentenbeginn interessant.

Lange Zahldauer:

Die Rürup-Rente wird ein Leben lang gezahlt.

  • Tipp: Legen Sie sich nicht zu früh auf einen späten Renteneintritt fest, gesundheitliche „Einschläge“ können ja jederzeit kommen. Sinnvoller ist es, von vornherein einen flexiblen Renteneintritt zu vereinbaren.

Nachteile

Keine staatlichen Zuschüsse:

Anders als bei der Riester-Rente gibt es bei der Rürup-Rente keine staatlichen Zuschüsse. Die Förderung funktioniert ausschließlich über Steuererleichterungen. Das bedeutet: Für die (nicht wenigen) Selbstständigen mit niedrigen Einnahmen, die keine oder nur wenig Steuer zahlen, lohnt sich die Rürup-Rente nicht. Sinnvoller dürfte es dann sein, freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen.

Unflexible Bedingungen:

Die Auszahlung der Rente ist erst ab 60 Jahren möglich, bei Verträgen ab 2012 erst ab 62 Jahren. Sparer kommen also im Falle eines finanziellen Engpasses nicht an das angesparte Geld. Das Vererben, Beleihen oder Kündigen des Vertrages ist nicht möglich. Der Vertrag kann höchstens beitragsfrei gestellt werden.

Kein Hinterbliebenenschutz:

Weil die Rente nicht vererbt wird, haben Hinterbliebene im Todesfall des Sparers nichts vom Ersparten. Wer seine Hinterbliebenen absichern möchte, muss das zum Vertrag hinzubuchen. Das kostet extra und führt zu einer geringeren Rente. Und als Hinterbliebene gelten nur Ehepartner, eingetragene Lebenspartner oder noch kindergeldberechtigte Kinder.

Beiträge meist fest:

Wer die Beiträge flexibel halten möchte und bei finanziellen Engpässen weniger und in guten Zeiten mehr einzahlen will, muss sich einen Anbieter suchen, der bereit ist, diese Bedingungen zu erfüllen. Diese Sonderkonditionen lassen sich Anbieter aber meist bezahlen.

Anbieterwechsel nicht geregelt:

Es gibt keine gesetzlichen Regelungen für den Fall, dass der Sparer seinen Anbieter wechseln will. Einige Anbieter verlangen eine Gebühr für das Übertragen des Kapitals, andere verweigern die Übertragung. Dann bliebt dem Sparer nur die Möglichkeit, den Vertrag beitragsfrei zu stellen und einen neuen abzuschließen – mit neuen Abschluss- und Verwaltungskosten und zu einem schlechteren Garantiezins.

Nicht Hartz-IV-sicher:

Rürup-Guthaben sind in der Ansparphase Hartz-IV-sicher. Hierzu heißt es in den Fachlichen Weisungen der Bundesagentur für Arbeit zu § 12 SGB II: „Nach § 10 Abs. 1 Nr. 2b EStG sind Ansprüche auf eine persönliche Leibrente (sogenannte Rürup-Rente) nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar, und es darf darüber hinaus kein Anspruch auf Auszahlungen bestehen. Solche Ansprüche sind daher nicht verwertbar.“
Soweit die Rente später ausgezahlt wird, zählt sie allerdings als anrechenbares Einkommen auf die Grundsicherung im Alter. Dabei gibt es allerdings ab 2018 eine Freibetragsregelung, die auch Rürup-Renten einschließt. Es werden dann monatlich Beträge bis maximal zur Höhe des halben Regelbedarfs – derzeit also bis zu 204,50 Euro – anrechnungsfrei gestellt.

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