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Hausarzt-Tarife: kaum ein Risiko

Hausarztmodelle gab es bereits vor der jüngsten Gesundheitsreform. Seit April 2007 müssen sie jedoch alle Kassen - mit entsprechenden Tarifen - anbieten.

Worum geht es?

Wie ein Lotse ein Schiff sicher in den Hafen navigiert, so soll der Hausarzt den Patienten durch den Dschungel des Gesundheitssystems lotsen. Wer diesen Tarif wählt, der verpflichtet sich, bei einer Erkrankung zunächst einmal seinen Hausarzt aufzusuchen. Dieser fungiert dann als zentrale Anlaufstelle für (fast) alle Krankheiten. Der Hausarzt entscheidet dann zum Beispiel darüber, ob gegebenenfalls ein Arzt einer anderen Fachrichtung zusätzlich eingeschaltet wird. Andere Ärzte - mit Ausnahme von Augen- und Frauen- und Zahnärzten - dürfen nur mit seiner Überweisung aufgesucht werden. Dafür gibt´s aber auch ein finanzielles Bonbon: Die Kassen können nämlich nach Paragraf 53 Absatz 3 des Fünften Sozialgesetzbuchs (SGB) "eine Prämienzahlung oder Zuzahlungsermäßigungen" gewähren. Meist werden sie auf die Praxisgebühren verzichten. Versicherte mit Hausarzt-Tarif sparen so bis zu 40 Euro pro Kalenderjahr. Bei einigen Kassen gibt´s aber auch mehr. Fragen Sie bei Ihrer Kasse nach, welche Vorteile Ihnen geboten werden, wenn Sie sich in den Tarif einschreiben.

Für wen?

Diese Tarife kommen für alle gesetzlich Versicherten in Frage - auch dann, wenn sie Sozialleistungen beziehen und ihr Beitrag zur Krankenkasse vom Staat oder von einer Sozialversicherung getragen wird. Allerdings: Nicht alle Allgemeinmediziner machen bei Hausarztangeboten mit. Die Teilnahme an entsprechenden Modellen ist nicht nur für Versicherte, sondern auch für Ärzte freiwillig. Für die Mediziner sind damit auch Pflichten - etwa zur Weiterbildung und zur Einhaltung von Standards - verbunden. So müssen etwa die Ärzte, die am Hausarztmodell der AOK Sachsen-Anhalt teilnehmen, zusichern, dass angemeldete Patienten bei ihnen nicht länger als 30 Minuten warten. Falls Ihr Arzt nicht beim Hausarztmodell Ihrer Kasse mitmacht, sollten Sie ihn nach dem Grund fragen - und unter Umständen Ihren Hausarzt wechseln.

Risiko: Wer den Tarif wählt, bindet sich damit für ein Jahr an seine Kasse. Das gilt auch dann, wenn der Beitragssatz erhöht wird.

Tipp: Wenn Sie einen Hausarzt haben, dem Sie vertrauen, können Sie mit diesem Lotsen-Tarif eigentlich nichts falsch machen. Allerdings müssen Sie dann bei einer Erkrankung oft mehrere Arztbesuche einkalkulieren Denn vor dem Gang zum Facharzt steht zunächst (fast) immer ein Besuch beim Hausarzt.

Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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