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Kopfproblem: Immer mehr Frührenten wegen psychischer Probleme

Immer mehr Frauen und Männer scheiden wegen psychischer Erkrankungen vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus. Das geht aus statistischen Analysen der Rentenversicherer hervor. Seit Beginn der 90er-Jahre stieg der Anteil der Versicherten, die den beruflichen Anforderungen aufgrund von Depressionen und anderen mentalen Störungen nicht mehr gewachsen sind, um mehr als das Doppelte.

Von den rund 171.000 im vergangenen Jahr erstmals gezahlten Erwerbsminderungsrenten wurden etwa 64.500 wegen einer psychischen Erkrankung bewilligt. Das entspricht einem Anteil von fast 38 Prozent. Allerdings unterscheidet sich die Verteilung zwischen Frauen und Männern erheblich: Von den rund 80.700 Frauen, die 2009 erstmals eine Erwerbsminderungsrente bewilligt bekamen, erhalten knapp 35.500 ihre Bezüge wegen psychischer Erkrankungen; von den knapp 90.500 Männern mit neuem Frührenten-Anspruch waren "nur" 29.000 dauerhaft psychisch erkrankt (siehe Grafik mit der Entwicklung seit 1993, unterschieden nach Anteilen von Männern und Frauen).

Die starke Zunahme psychisch bedingter Erwerbsminderungsrenten beruht nach Erkenntnissen der Medizinischen Dienste bei den Rentenversicherern unter anderem darauf, dass psychische Erkrankungen heutzutage eher festgestellt und weniger tabuisiert werden. Zunehmende psychosoziale Belastungen in Arbeitswelt und Gesellschaft könnten ihrerseits zu dieser Entwicklung beitragen. Fachleute erwarten, dass Depressionen bis zum Jahr 2020 die zweithäufigste Ursache für Krankheit und Behinderung sein werden.

 

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