Das volle Leben
Welche Versicherungen Familie brauchen und in welchen Lebensbereichen sie wie abgesichert sind.
Von Rentenversicherung über die Krankenversicherung bis zur gesetzlichen Unfallversicherung - Familien sind in Deutschland relativ gut abgesichert. Dennoch brauchen sie zusätzlich Versicherungen. ihre-vorsorge.de zeigt, wie sich Familien in allen Lebensbereichen richtig absichern können und wo bereits ein (vielleicht noch unbekannter) Versicherungsschutz besteht.
Urlaub: Auslandsreisekrankenversicherung muss sein
Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist Pflicht für Familien, die im Ausland Ferien verbringen. Die gesetzlichen Kassen übernehmen nicht alle medizinischen Kosten im Ausland und nicht einen eventuell fälligen Krankenrücktransport. Schon für ab rund 15 Euro gibt es Policen für die ganze Familie. Tipp: Einige Versicherungen zahlen bereits, wenn ein Rücktransport sinnvoll ist, andere erst, wenn er medizinisch notwendig ist. Eine Reiserücktrittsversicherung zahlt Stornokosten, wenn zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung eines Kindes eine gebuchte Pauschalreise ins Wasser fällt. Ein Police ohne Selbstbehalt kostet für eine Reise im Wert von 1.500 Euro zwischen 50 und 70 Euro.
Sport: Meist bereits abgesichert
Für die gesundheitlichen Folgen einer Sportverletzung in der Feizeit kommen die gesetzlichen Krankenkassen auf. Passiert ein Unfall im Sportverein, kann dessen "Sportversicherung" einspringen. Sie kommt meist dann für Unfallkosten auf, wenn sie Folge eines Trainings, Wettkampfes oder Vereinsfestes ist.
Tipp: Viele Sportvereine verfügen über ein Merkblatt, das über den Umfang des Versicherungsschutzes informiert.
Bei Betriebssport besteht Schutz über die gesetzliche Unfallversicherung. Allerdings muss es sich wirklich um Betriebssport handeln. Wenn Unternehmen für ihre Mitarbeiter lediglich Rabatte bei einem Sportstudio vereinbaren, ist der Sport dort kein Betriebssport sondern Privatsach
Freizeit: Private Haftpflicht muss sein.
Eine Unachtsamkeit kann den finanziellen Ruin bedeuten - etwa wenn der achtjährige Sohn vor ein Auto läuft und der Fahrer durch das Ausweichmanöver lebenslang an der Rollstuhl gefesselt wird. Davor - und auch vor kleineren Schäden - schützt die private Haftpflichtversicherung. Sie ist für Familien ein Muss. Policen mit einem gutem Versicherungsumfang kosten für eine Familie rund 70 bis 100 Euro im Jahr, so der Bund der Versicherten. Kinder sind in der Schulzeit mitversichert und meist im Anschluss, wenn sich eine weitere Ausbildung (Lehre oder Uni) anschließt.
Haushalt: Hausratversicherung ist sinnvoll
Eine Hausratversicherung zahlt, wenn bewegliches Eigentum durch Einbruchdiebstahl, Feuer, Raub, Blitz, Sturm oder Leitungswasser zerstört oder beschädigt wurde. Die Versicherungskosten variieren regional und sind abhängig von der Versicherungssumme. Verbraucherschützer empfehlen sie vor allem Haus- und Wohnungseigentümern.
Arbeit: Gesetzlicher und privater Schutz greifen ineinander
Arbeitswege, Dienstfahrten, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sind über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Sie zahlt Finanzhilfen und Heilbehandlungen.
Achtung: Meist besteht kein Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung, wenn der Arbeitsweg unterbrochen wurde (etwa für einen Einkauf), bei Umwegen aus privaten Gründen und auf "Abwegen", das heißt bei Wegen, die nicht in Richtung Wohnung oder Arbeitsstätte führen. Wird der Weg aus privaten Gründen länger als zwei Stunden unterbrochen, besteht für den restlichen Weg kein Versicherungsschutz.
Tipp: Umwege dürfen gemacht werden, wenn sie wegen der Unterbringung eigener Kinder während der Arbeitszeit erforderlich sind. Übrigens: Auch der "Arbeitsweg" der Kinder ist versichert: Auch sie sind in Kindergärten, Schulen und Unis in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Der Schutz umfasst auch Klassenfahrten von den Einrichtungen veranstaltete Feiern.
Rentenversicherung ebnet den Weg zurück in den Job
Zudem bietet auch die Deutsche Rentenversicherung zahlreiche Hilfen für vom Schicksal gebeutelte Familien an, zahlt Umschulungen nach Erkrankungen, Rehaleistungen oder übernimmt Kinderbetreuungskosten in Zeiten beruflicher Neuorientierung.
Tipp: Rehaleistungen werden von verschiedenen Sozialversicherungsträgern gezahlt. Sie unterhalten gemeinsame Reha-Servicestellen (www.reha-servicestellen.de). Sie sind eine gute Anlaufstelle und helfen auch beim Ausfüllen von Formularen.
Krankheiten: Familienvesicherung im Schlepptau
In der gesetzlichen Krankenversicherung sind Ehegatten und Kinder in vielen Fällen beim Hauptverdiener beitragsfrei mitversichert. Allerdings darf das regelmäßige Gesamteinkommen des Ehepartners 2010 nicht die Grenze von 365 Euro pro Monat übersteigen. Minijobber dürfen 400 Euro dazuverdienen. Befinden sich Kinder in Ausbildung, sind sie in der Regel bis zum 25. Lebensjahr mitversichert
Arbeitnehmer, die durch einen Unfall oder eine chronische Krankheit nicht oder kaum mehr arbeiten können, erhalten von der Deutsche Rentenversicherung je nach verbliebener Arbeitskraft eine volle oder halbe Erwerbsminderungsrente.
Tipp: Die voraussichtliche Höhe lässt aus der jährlich verschickten Renteninformation ablesen.
Berufsunfähigkeitsversicherung als Ergänzung
Zusätzlich kann eine private Berufsunfähigkeitsversicherung Sinn machen. Auch sie zahlt im Falle eines Falles eine zuvor vereinbarte Rente, ist aber privatwirtschaftlich organisiert. Das heißt, Ernährer, die in gefährlichen Jobs arbeiten, oder bereits unter einer chronischen Krankheit leiden, haben manchmal große Probleme einen bezahlbaren Versicherungsschutz zu erhalten. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung hingegen kommt jeder Arbeitnehmer unter.
Tipp: Private Berufsunfähigkeitsversicherungen sind kompliziert - Familien sollten sich unbedingt unabhängig beraten lassen (siehe Infokasten).
Tod: Risikolebensversicherung sichert Familie ab
Eine Risikolebensversicherung zahlt, wenn der Versicherte stirbt. Eine klassische Risikolebensversicherung kostet einen jungen Familienvater etwa 260 Euro jährlich, wenn eine Todesfallsumme von 150.000 Euro vereinbart wird (Vertragslaufzeit 30 Jahre). Familien mit Kleinkindern sollten das vier- bis fünffache eines Jahreseinkommens als Versicherungsleistung vereinbaren.




