Interne Navigation: Zum Inhalt dieser Seite. | Zur Hauptnavigation. | Zum Beginn dieser Seite.
Seitenanfang
ihre-vorsorge.de: Eine Initiative der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

Inhalt:

Falsche Anreize

Studie: Unternehmen profitieren von altersgemischten Teams, setzen aber oft falsche Anreize für Ältere.

Die Einsicht, dass Unternehmen für einen guten Altersmix unter den Angestellten sorgen sollten, ist alt. Schon seit Jahren predigen Wissenschaftler und Unternehmensberater, dass Firmen schon sehr bald auf Ältere angewiesen sind, wenn sie Fachkräfte benötigen. Im Land der Maschinenbauer und Konstrukteure klafft derzeit eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage von rund 36.000 Stellen - und hier geht es nur um eine Branche. Jetzt befeuert eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Debatte: Die Mannheimer Wissenschaftler empfehlen Personalbüros Maßnahmen speziell für ältere Arbeitnehmer. "Ältere sind erheblich leistungsfähiger, wenn sie in Teams mit jüngeren Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten, ihr Arbeitsplatz altersgerecht ausgestattet ist und die Tätigkeiten ihre Stärken berücksichtigen". In der Studie wird erstmals repräsentativ untersucht, ob speziell auf ältere Beschäftigte über 50 Jahren zugeschnittene Personalmaßnahmen deren Produktivitätsbeitrag im Vergleich zu jüngeren Beschäftigten verbessern und ob damit auf lange Sicht Produktivitätseinbußen der Unternehmen auf Grund der verstärkten Alterung der Erwerbsbevölkerung entgegen gewirkt werden kann. Die Wissenschaftler nahmen Unternehmen mit und ohne spezielle Maßnahmen für Ältere unter die Lupe.

Auf Personenebene keine Produktionseinbußen

Die Untersuchung habe gezeigt, dass Ältere im Durchschnitt nicht weniger produktiv seien als Jüngere. Es gebe jedoch große Unterschiede zwischen den Betrieben und in vielen Betrieben sinke die Produktivität bei einem Anstieg des Anteils Älterer. Die Wissenschaftler folgern: "Da das Durchschnittsalter der Beschäftigten in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren bereits um drei Lebensjahre gestiegen ist und dieser Trend sich auch künftig fortsetzen wird, ist es für diese Unternehmen überlebenswichtig, (weiteren) Produktivitätseinbußen aufgrund der Alterung der Belegschaft entgegenzuwirken".

Ergonomie und Arbeitsorganisation

Sind Arbeitsplätze durch gute Beleuchtung und kontrastreicheren Bildschirme altersspezifisch ausgestattet, sei ein "signifikant höherer Produktivitätsbeitrag" zu messen als in Betrieben ohne diese Ausstattung. Die Ergonomie dürfte im Vergleich zur Arbeitsorganisation das geringere Problem darstellen: Hier zeige sich ein Produktivitäts-Plus vor allem dann, wenn Ältere altersgerechten Tätigkeiten nachgehen können und beispielsweise weniger körperlich belastende Arbeiten erledigen als vielmehr Aufgaben erfüllen, die große Erfahrung voraussetzen.

Zudem zeige die Studie, dass sich die Produktivität Älterer erhöhe, wenn sie in Teams mit Jüngeren zusammenarbeiten. Der gleiche Effekt gelte auch bei den jüngeren Kollegen: "Offensichtlich profitieren jüngere Mitarbeiter auch im direkten Arbeitskontakt von der Expertise und langen Berufserfahrung der älteren Kollegen", so die Forscher der ZEW.

Altersteilzeitmodelle und Schulungen fallen durch

Als weniger produktivitätssteigernd zeigten sich Weiterbildungsmaßnahmen für Ältere und Altersteilzeitmodelle. Dies liege möglicherweise daran, dass Ältere nach den Lernstunden wieder in ihre alten Jobs zurückkehren ohne dass sich ihre Tätigkeit verändert. Die Altersteilzeit hat keinen Anreiz, weil sie häufig in Form des "Blockmodells" in Anspruch genommen wird: Die Arbeitszeit wird nicht peu á peu reduziert, sondern auf einen Schlag. Die Arbeitnehmer bevorzugen den früheren "Voll-Einstieg" in die Rente. "Diese beiden Personalmaßnahmen scheinen somit insbesondere aufgrund einer fehlerhaften Implementierung wirkungslos für die Erhaltung oder gar Steigerung der Produktivität älterer Arbeitnehmer zu sein", resümieren die Forscher.

Themenhinweise:

Beratung

  • Beratungsstellensuche

Empfehlungen der Redaktion

Autor: Michael John

Zuletzt aktualisiert am 14.10.2010

Interne Navigation: Zum Inhalt dieser Seite. | Zur Hauptnavigation. | Zum Beginn dieser Seite.