Richtig riestern
Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, darf die Zulagen nicht vergessen. Und wer sich noch nicht entschließen konnte, sollte sich beeilen. Sonst gibt es für 2009 keine Zulage mehr.
Fast 13 Millionen Riester-Verträge sind bislang abgeschlossen. Auch in den Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung spielt das Thema Riester-Rente eine große Rolle. Die Berater helfen Vorsorgewilligen bei den ersten Schritten für eine zusätzliche Altersvorsorge und zeigen, welche Möglichkeiten es gibt.
Das Prinzip der Riester-Rente ist einfach: Der Sparer zahlt in eine private Rentenversicherung oder in einen Bank- oder Fondssparplan ein. Dafür gibt es 154 Euro Grundzulage plus 185 Euro Kinderzulage pro kindergeldberechtigtem Kind (300 Euro für alle ab 2008 Geborenen), wenn man vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens abzüglich der Zulagen spart. Zahlt man weniger ein, werden die Zulagen gekürzt. Zahlt man mehr, kann man Eigenbeiträge und Zulagen steuerlich geltend machen.
Zulagen beantragen
Der "Haken" an der Sache: Die Zulagen muss man beantragen und zwar spätestens nach zwei Jahren. Bis Ende 2009 besteht also noch die Möglichkeit, Zulagen für 2007 zu beantragen. Wer das noch nicht getan hat, sollte schnellstens einen Zulagenantrag bei seinem Anbieter anfordern.
Tipp: Mit einem Dauer-Zulagenantrag ist man auf der sicheren Seite.
Vertrag abschließen
Wer noch keinen Riester-Vertrag hat, aber Zulagen für 2009 kassieren möchte, muss sich sputen. Für bis 31. Dezember 2009 unterschriebene Riester-Verträge kann man dann noch bis Ende 2011 die Zulagen für dieses Jahr beantragen. Allzu lang sollte man aber nicht warten, denn die Zulagen bringen erst dann Zinsen, wenn sie auf dem Vorsorgekonto sind.
Zur Wahl stehen verschiedene Riester-Sparformen:
- Klassische Rentenversicherung
Etwa drei Viertel aller Riester-Verträge sind Rentenversicherungen. Bei einer Riester-Rentenversicherung zahlt der Kunde Beiträge und erhält im Alter eine Riester-Rente. Seine Einzahlungen verzinsen sich mit derzeit einem Garantiezins von 2,25 Prozent auf den Sparanteil. Dazu kommen nicht garantierte Überschussbeteiligungen - wenn die Versicherung das Kapital erfolgreich anlegt. Zuvor ziehen die Anbieter Abschluss- und Verwaltungskosten ab. - Fondsgebundene Rentenversicherung
Hier werden Einzahlungen in Fonds angelegt, die Vereinbarung einer Mindestverzinsung ist unüblich. Der Kunde soll so an den Erfolgen der Börse teilhaben. Der Nachteil: Wo hohe Renditen locken, bestehen auch Risiken. Außerdem schmälern hohe Kosten aus Versicherungs- (Abschluss und Verwaltung) sowie Fondswelt (Ausgabeaufschlag) die möglichen Erträge. - Fondssparpläne
Fondssparpläne investieren in Aktien und festverzinsliche Rentenpapiere. Wie sicher oder aktienorientiert Kundengelder angelegt werden, bestimmen die Produktdesigner und das Alter des Kunden. Je älter er ist, desto höher ist normalerweise der Anteil sicherer Papiere. Nur so können Fondsanbieter die vom Staat auferlegte Garantie erfüllen, dass jeder Kunde pünktlich zur Rente sein eingezahltes Geld plus Zulagen zurückerhält. - Banksparpläne
Banksparpläne gelten als verbraucherfreundlich, sind aber bei den Anbietern nicht sehr beliebt. Der Grund: Der Verkäufer verdient nicht so viel wie beim Abschluss einer Versicherung. Der Preis: Die Zinsen sind meist nicht hoch und variabel. Wer lange durchhält kann bei vielen Angeboten mit einem Bonus rechnen. Banksparpläne gibt es nur bei einigen Sparkassen und Volksbanken. - Wohn-Riester
Die neue Möglichkeit, staatliche geförderte Altersvorsorge und der Traum vom Eigenheim unter einen Hut zu bringen. Es gibt drei Formen: Riester-Bauspardarlehen, Finanzierungsdarlehen und Genossenschaftsanteile von Wohnungsbaugesellschaften. Ausführliche Informationen zu Wohn-Riester gibt es hier.
Weiterführende Informationen:
- Riester-Rente
Informationen rund um die Riester-Rente. - Sparer fragen - Walter Riester antwortet
Fragen an Walter Riester im Video-Interview. - Wohn-Riester
Bauen und Förderung kassieren. - Förderrechner
Berechnen Sie die Ihnen zustehenden staatlichen Zulagen zur Altersvorsorge und vergleichen Sie die verschiedenen Fördermöglichkeiten. - Expertenforum
Fragen Sie unsere Experten alles, was Sie über Rente, Altersvorsorge und Rehabilitation wissen möchten. - Newsletter
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