Betriebsrenten sind sicher
Firmenpleiten treiben die Beiträge zur Absicherung der Betriebsrenten in die Höhe. Martin Hoppenrath, Vorstandsvorsitzender des Pensions-Sicherungs-Vereins, kann betroffene Arbeitnehmer und Betriebsrentner beruhigen.
Martin Hoppenrath
Die Wirtschaftskrise trifft indirekt auch die Betriebsrenten - wenn ein Unternehmen pleite geht. Dann springt der Pensions-Sicherungs-Verein ein. Wie viel hat Sie das im letzten Jahr gekostet?
Martin Hoppenrath: In 2009 betrug das Schadenvolumen fast 4,4 Milliarden Euro. Allein die Insolvenz eines großen Handelskonzerns trug einen großen Teil dazu bei. Aber natürlich spielte auch die gestiegene Zahl an Insolvenzen aufgrund der Krise eine Rolle.
Sie mussten deswegen den Beitrag der Arbeitgeber für 2009 um fast das Achtfache erhöhen. Ist das System sicher oder müssen die Versicherten um ihre betriebliche Altersversorgung fürchten?
Hoppenrath: Wir sprechen nicht von Versicherten, sondern von Begünstigten aus der betrieblichen Altersversorgung. Denn der Pensions-Sicherungs-Verein ist eine Schadenversicherung zu Gunsten Dritter, nämlich der Arbeitnehmer.
Sie müssen sich keine Sorgen um ihre Betriebsrenten machen, denn im Fall der Insolvenz des Arbeitgebers springen wir ein. Das hat mehr als 30 Jahre hervorragend funktioniert. Und selbst in einem Katastrophenjahr wie 2009 musste kein Begünstigter auf seine Betriebsrente verzichten. Das System ist also sicher.
Wird der Beitragssatz 2010 wieder so hoch sein?
Hoppenrath: Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand nicht. Wir können den Beitrag endgültig erst am Ende eines Jahres festlegen, wenn wir wissen, welche Schäden wir begleichen müssen. In der Mitte des Jahres schätzen wir aber auf Basis des zurückliegenden Geschehens den möglichen Beitragssatz. Und der wird nach den bisherigen Erkenntnissen 2010 bei 3,7 Promille der Rückstellungen liegen. 2009 waren es 14,2 Promille.
Lohnt es sich trotz Krise, eine betriebliche Altersversorgung in Form einer Entgeltumwandlung abzuschließen?
Hoppenrath: Ja, denn bei der Entgeltumwandlung haben Sie den Vorteil der nachgelagerten Besteuerung. Sie sparen Steuern in der aktiven Erwerbsphase, wenn Sie in der Regel mehr bezahlen müssen als im Alter. Außerdem ist es inzwischen einhellige Meinung, dass eine ausgewogene Alterssicherung aus der umlagefinanzierten gesetzlichen Rente und einer kapitalgedeckten Zusatzvorsorge bestehen sollte. Und da hat die betriebliche Variante einige Vorteile gegenüber der klassischen Eigenvorsorge.
Aber natürlich ist das eine persönliche Entscheidung, die individuell sehr verschieden ausfallen kann.




