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Glücksgefühle

Glückliche Menschen sind selbstbewusster, leben gesünder und auch länger. Wie man ein dauerhaftes zufriedenes Leben führt, weiß Glücksforscher Karl-Heinz Ruckriegel.

  • Professor Ruckriegel

Viele Menschen träumen von sechs Richtigen im Lotto. Doch der Gewinn ist noch lange kein Garant für ein langfristig zufriedenes Leben. Was wir fürs "Glücklichsein" brauchen, erklärt Karl-Heinz Ruckriegel, Ökonomieprofessor an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg.

Professor Ruckriegel, wie wichtig ist "Glücklichsein"?

Prof. Ruckriegel: Glücklichsein ist eine Schlüsselqualifikation für ein gelungenes Leben. Glückliche Menschen sind zufriedener, selbstbewusster, sozial integrierter und lernfähiger. Glückliche Menschen fühlen sich wohler und leben gesünder und somit auch länger.

Was brauchen wir um glücklich zu sein?

Prof. Ruckriegel: Eine finanzielle Absicherung unserer Grundbedürfnisse - Wohnen, Nahrung Bildung - spielt auf jeden Fall eine wichtige Rolle. Doch neben dem Materiellen sind stabile soziale Beziehungen, physische und psychische Gesundheit, ein erfüllender Beruf, persönliche Freiheit sowie eine positive innere Einstellung entscheidende Bestandteile eines glücklichen Lebens.

Geld allein macht also nicht glücklich?

Prof. Ruckriegel: So ist es - vorausgesetzt die existenzielle Grundsicherung ist erfüllt. Das belegen Forschungen: Obwohl sich der materielle Wohlstand in den westlichen Industrienationen in den vergangenen 50 Jahren enorm erhöht hat, sind die Menschen nicht zufriedener geworden.

Woran liegt's?

Prof. Ruckriegel: Menschen passen ihre Ziele an die wirtschaftliche Entwicklung an. Das heißt mit steigenden Einkommen steigen auch die Ansprüche. Zudem gilt: Wenn einmal die materiellen Grundbedürfnisse gesichert sind, zählt weniger das absolute als vielmehr das relative Einkommen. Die Menschen stellen Vergleiche mit anderen an. Meist mit denen, die mehr haben und sich mehr leisten können.

Glück lässt sich also nicht kaufen?

Prof. Ruckriegel: Der Versuch, allein durch immer mehr materielle Güter das Lebensglück zu steigern, führt ins Leere. Wir sind soziale Wesen. Unser Wohlbefinden hängt vor allem von unserer inneren Einstellung und unseren Beziehungen zu anderen Menschen ab. Optimismus, Dankbarkeit sowie enge Freundschaften und eine intakte Familie - all diese Faktoren steigern unsere Zufriedenheit.  Kaufen kann man das nicht.

Viele träumen von sechs Richtigen beim Lotto. Macht ein solcher Geldregen langfristig glücklich oder ist es nur ein euphorischer Moment?

Prof. Ruckriegel: Wir unterschätzen gerne, wie schnell uns materieller Besitz langweilt. Irgendwann sind das große Haus mit Garten und der schicke Sportwagen, die man sich von dem Lottogewinn leistet, Normalität. Dauerhaft zufrieden kann ein Gewinner nur dann werden, wenn er sich klar macht, was in seinem Leben von Bedeutung ist und wie er das Geld dafür sinnvoll einsetzen kann.

Gibt es eine Handlungsanweisung zum Glücklichsein?

Prof. Ruckriegel: Nehmen Sie sich Zeit für Familie und Freunde. Arbeiten Sie an einer positiven Grundhaltung. Optimisten trauen sich mehr zu, bleiben länger an einer Sache und erzielen dadurch Erfolgserlebnisse. Das macht zufrieden. Von Grübeleien und sozialen Vergleichen sollten Sie dagegen Abstand nehmen. Neid und Glück passen nun mal nicht zusammen.

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Autor: Sybille Wartlick

Zuletzt aktualisiert am 06.06.2011

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