Interne Navigation: Zum Inhalt dieser Seite. | Zur Hauptnavigation. | Zum Beginn dieser Seite.
Seitenanfang
ihre-vorsorge.de: Eine Initiative der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

Inhalt:

Beratung gegen Bares

Honorarberater garantieren gegen Bezahlung unabhängigen Rat bei der Geldanlage. Die Politik will das Modell nun stärken. Finanzjournalistin Sybille Wartlick erklärt, für welche Sparer das Modell interessant ist.

  • Sybille Wartlick

Wer juristischen Rat sucht, geht zum Anwalt. Für den rechtlichen Beistand wird selbstverständlich ein Honorar fällig. Der Steuerberater stellt seine Leistung dem Mandanten ebenfalls in Rechnung. Und bei der Finanzberatung? Hierzulande ist man es nicht gewohnt für Ratschläge rund um die private Altersvorsorge direkt zu bezahlen. Stattdessen erhalten Vermittler für jeden Vertragsabschluss Provisionen vom Produktanbieter - Gebühren, die aber in die Sparpläne oder Versicherungspolicen bereits einkalkuliert sind.

Gibt es eine kostenlose Finanzberatung?

Sybille Wartlick: Gratis ist eine Beratung auf Provisionsbasis nur auf den ersten Blick. Schaut man genauer hin, wird deutlich, dass auch scheinbar kostenlose Finanzratschläge ihren Preis haben. Nach Angaben der Zeitschrift "Finanztest" betragen allein die Vertriebskosten beim Abschluss einer privaten Rentenversicherung rund vier bis sieben Prozent. Bei einer monatlichen Sparrate von 150 Euro und einer Laufzeit von 20 Jahren kassiert der Verkäufer also zwischen 1400 und 2500 Euro. In der Regel gilt: Je länger die Police läuft desto höher fällt die Provision aus. Auch beim Abschluss anderer Geldanlagen verdient der Bankangestellte oder Versicherungsvertreter kräftig mit. Da drängt sich der leise Verdacht auf, dass nicht immer das Produkt offeriert wird, das optimal zu den Wünschen des Sparers passt.

Wie arbeitet ein Honorarberater?

Sybille Wartlick: Wer dem Interessenskonflikt aus dem Weg gehen will, dass nach einem Beratungsgespräch auch eine Vertragsunterschrift folgen sollte, kann sich an eine Honorarberatung wenden. Bei diesem Modell bezahlt der Sparer den Experten über eine Art Stundenlohn. Der Inhalt der Beratung kann etwa der Aufbau einer sinnvollen Vorsorgestrategie für den Ruhestand sein, ein Versicherungs-Check oder ein maßgeschneidertes Konzept für die Geldanlage. Dafür nimmt sich der Finanzfachmann entsprechend Zeit und klärt die persönlichen und finanziellen Verhältnisse, fragt die Risikoneigung ab und prüft verschiedene Produkte.

Was sind die Vorteile eines unabhängigen Beraters?

Sybille Wartlick: Dem Honorarberater steht bei der Produktauswahl ein breites Angebotsspektrum zur Verfügung, da er völlig unabhängig von einzelnen Versicherungsgesellschaften oder Kreditinstitute agieren kann. Der Sparer hat die Gewissheit, dass der Berater nicht auf die Höhe der Provision schielt, sondern allein den Zielen seines Kunden verpflichtet ist. Nachteil: Das Entgelt an den Berater wird auf jeden Fall fällig - auch wenn der Sparer die Ratschläge des Experten nicht befolgt.

Wie steht der Gesetzgeber zur Honorarberatung?

Sybille Wartlick: Das Thema wird auch von der Politik gehört. Im Juli hat das Bundesverbraucherministerium ein Eckpunktepapier vorgelegt, das nun mit dem Finanz-, Wirtschafts-, und Justizministerium abgestimmt werden muss. Darin heißt es, dass die Honorarberatung den Verbrauchern "als Alternative zum Provisionsmodell zur Verfügung stehen" soll.

Was kostet die Beratung?

Sybille Wartlick: Der neutrale Rat hat allerdings seinen Preis. Ab 90 Euro aufwärts verlangen die Berater in der Regel für eine Erstberatung. Da es für eine passgenaue Vorsorgestrategie schon mehrerer Stunden bedarf, kommen so schnell mehr als 1000 Euro zusammen. Das heißt aber nicht, dass sich nur Reiche einen solchen Service leisten können. Auch für Durchschnittsverdiener kann eine Beratung viel Wert sein. Denn dass es den Investmentfonds bei Discountbrokern ohne Ausgabeaufschlag gibt, verschweigt die Hausbank gerne. Selbst für Berufsanfänger kann sich eine solche Dienstleistung auszahlen. Gerade dieser Gruppe werden zu Beginn der beruflichen Karriere gerne Policen mit teuren Zusätzen aufgeschwatzt, die sie gar nicht benötigen oder sich nicht leisten können. Ein Besuch beim unabhängigen Experten kann dann unterem Strich finanzielle Vorteile bringen.

Wo findet man einen unabhängigen Experten?

Sybille Wartlick: Noch fristet die Honorarberatung hierzulande ein Nischendasein. Nur wenige Berater arbeiten bundesweit auf Honorarbasis und verpflichten sich damit, unabhängig und provisionsfrei zu beraten. Im Verbund Deutscher Honorarberater (VDH) haben sich zahlreiche Experten zusammengeschlossen. Für sie gelten strenge Regeln. Dazu gehören der Verzicht auf offene und versteckte Provisionen und ein Qualifikationsnachweis. Der Onlinedienst des VDHs (Verbund Deutscher Honorarberater) vermittelt unabhängige Berater. Auch der Suchdienst Berater-Lotse nennt Experten.

Was sollte man vor einer Auftragsvergabe beachten?

Sybille Wartlick: Voraussetzung für eine ordentliche Arbeit des Beraters ist eine gute Ausbildung und Berufserfahrung. Um zu wissen, ob ein Experte wirklich einen seriösen Job macht, kann sich der Interessierte Referenzen vorlegen lassen. Ein Muss: Der Berater sollte über eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung verfügen, um einen Schaden bei möglicher Falschberatung zu ersetzen. Bevor ein Auftrag vergeben wird, sollte zudem in einem möglichst kostenlosen Orientierungsgespräch der Anleger mit dem Finanzfachmann die Aufgabe festlegen und klären, welches Honorar dafür fällig wird.

Wo kann man sich noch neutral beraten lassen?

Sybille Wartlick: Unabhängigen finanziellen Rat gibt es allerdings nicht nur bei den Honorarberatern. Objektive Beratung zur Altersvorsorge, Geldanlagen und Versicherungen gegen eine Gebühr bieten auch die Verbraucherzentralen - egal ob es darum geht, eine größere Summe einmalig anzulegen oder über einen längeren Zeitraum regelmäßige Beträge anzusparen. Allerdings bieten nicht alle Verbraucherzentralen den Service an, konkrete Produkte zu recherchieren. Die Kosten unterscheiden sich je nach Verbraucherzentrale und Angebot. In Sachen Altersvorsorge berät die Deutsche Rentenversicherung kostenlos. Dort können Interessierte ein Blick auf ihr Rentenkonto werfen und sich von einem Berater über die verschiedenen Formen der Altersvorsorge informieren. Die Deutsche Rentenversicherung muss allerdings neutral bleiben und darf keine konkreten Angebote machen - also etwa die Riester-Rente von Anbieter xy empfehlen.

Mehr zum Thema:

  • verbund-deutscher-honorarberater.de
    Experten, die sich dem Verbund Deutscher Honorarberater angeschlossen haben, müssen eine Mindestqualifikation vorweisen und dürfen keine Provisionen annehmen.
  • WhoFinance
    Suchdienst für Finanzberater mit Bewertungen anderer Sparer.
  • berater-lotse.de
    Suchdienst für unabhängige Berater und Experten.
  • verbraucherzentralen.de
    Die Verbraucherzentralen bieten unabhängige Finanzberatung an. Die Gebühren variieren je nach Beratungsangebot und Bundesland.
  • Auskunfts- und Beratungsstellen
    Verzeichnis der Auskunfts und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung. Unter der kostenlosen Servicerufnummer: 0800 - 1000 4800 erhalten Interessierte auch Auskünfte zu Fragen rund um die Altersvorsorge. Unter der Rufnummer ist auch eine Terminvereinbarung möglich.
  • Themenschwerpunkt Altersvorsorge
    Vorsorgestrategien für Familien, Selbständige, junge Paare, Singles, ältere Sparer und Berufsstarter auf ihre-vorsorge.de.
  • Forum 
    Sie fragen - Experten der Deutschen Rentenversicherung antworten

Themenhinweise:

Beratung

  • Beratungsstellensuche

Empfehlungen der Redaktion

Autor: Sybille Wartlick

Zuletzt aktualisiert am 26.07.2011

Interne Navigation: Zum Inhalt dieser Seite. | Zur Hauptnavigation. | Zum Beginn dieser Seite.