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Zulagen jetzt einstreichen!

Viele Sparer könnten noch mehr Rendite aus ihren Riester-Verträgen erwirtschaften, wenn sie nur schneller einen Zulagenantrag ausfüllen. Das ist ein Ergebnis einer Analyse eines Investmentfondsanbieters, der Riester-Fondssparpläne verkauft. Im Interview mit ihre-vorsorge.de erklärt Jochen Müller, Pressesprecher der Deutschen Rentenversicherung Rheinland, was das Formular bewirkt und wer jetzt unbedingt einen Zulagenantrag stellen sollte.

  • Jochen Müller

Was ist der "Riester-Zulagenantrag", wie wertvoll ist er tatsächlich und mit wie viel Bürokratie ist er verbunden?

Müller: Das Formular ist von zentraler Bedeutung. Erst der Zulagenantrag macht aus der Riester-Rente eine attraktive Altersvorsorge. Mit ihm wird die staatliche Förderung in die Wege geleitet. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern kann bis zu 908 Euro pro Jahr an Zulagen erhalten. Dazu müsste die Familie zwei Zulagenanträge plus zwei Ergänzungsbögen ausfüllen. Wenn sie es akkurat macht und alle Belege beisammen hat, dürfte sie nicht länger als 15 bis 20 Minuten pro Formular brauchen. Die "Bürokratie" hält sich also in Grenzen. 60 bis 80 Minuten Ausfüllen für 908 Euro - entscheiden Sie selbst, wie "wertvoll" Zulagenanträge sind.

Dann beleuchten wir mal die Details: Sie sagten "bis zu" - was meinen Sie damit?

Müller: Grundsätzlich bekommt jeder Riester-Sparer 154 Euro Grundzulage plus gegebenenfalls 185 Euro Kinderzulage für Nachwuchs, der vor 2008 zur Welt kam. Für Kinder ab 2008 zahlt der Staat sogar eine Zulage von 300 Euro pro Jahr. Die volle Zulage gibt es aber nur, wenn der Sparer auch selbst was in den Riester-Vertrag einzahlt. Die meisten Arbeitnehmer müssen vier Prozent ihres Vorjahreseinkommens investieren. Das klingt viel, relativiert sich aber dadurch, dass er dabei die genannten Zulagen einrechnen darf. Geringverdiener und Mütter oder Väter, die von der Deutschen Rentenversicherung in den ersten drei Lebensjahres ihres Kindes Kindererziehungszeiten angerechnet bekommen, müssen nur 60 Euro pro Jahr beziehungsweise 5 Euro pro Monat einzahlen. Verheiratete Partner von Riester-Sparern müssen übrigens nichts einzahlen und bekommen trotzdem die staatliche Förderung.

Das klingt gut, aber nun doch etwas kompliziert ...

Müller: Ist es aber in der Praxis nicht, weil es im Internet eine Reihe von Riester-Rechner gibt. Auch die Mitarbeiter in der Rentenversicherung können helfen. Anruf genügt.

Sie sprachen außerdem Belege an. Welche braucht der Sparer, bevor er sich über die Zulagenanträge beugt?

Müller: Als erstes braucht man natürlich den Zulagenantrag, so wie sie ihn der Anbieter der Riester-Rente verschickt hat. Oft ist das Papier vorausgefüllt, so dass Adresse, Geburtsdatum und ein paar weitere Einträge bereits vorhanden sind. Dann eine Jahres-Gehaltsaufstellung, die die meisten Arbeitnehmer am Anfang des Jahres vom Personalbüro erhalten. Aus ihr benötigt man die Sozialversicherungsnummer und das Vorjahreseinkommen. Dann brauchen Sparer ihre Steuernummer und müssen wissen, welches Finanzamt für sie zuständig ist. Für Kinderzulagenanträge werden die Kindergeldnummer und die zuständige Familienkasse benötigt.

Also: Jetzt schnell einen Zulagenantrag ausfüllen?

Müller: Unbedingt. Das gilt nicht nur für die, die erst in diesem Jahr einen Riester-Vertrag geschlossen haben, sondern auch für Bestandskunden. Ein Zulageantrag kann bis zum Ende des zweiten Jahres nach Abschluss einer Riester-Rente gestellt werden. Ende 2010 läuft also die Frist für Zulagenanträge für 2008 aus. Jeder Sparer sollte mindestens einmal im Jahr seine Riester-Rente überprüfen. Denn wenn sich durch Änderungen in der Familie oder beim Gehalt der nötige Eigenbeitrag verändert, muss die Sparleistung angepasst und der Zulagenantrag geändert werden. Man muss übrigens nicht jedes Jahr einen Zulagenantrag ausfüllen. Mit einem Kreuz kann man aus dem Formular einen Dauerzulagenantrag machen. Der Riester-Vertragspartner beantragt dann jedes Jahr die Zulagen ohne neuerliches Formular.

Anlass unseres Gesprächs war die Analyse eines Anbieters von Investmentfondssparplänen. Würden Sie solche Produkte empfehlen?

Müller: So pauschal nicht. Für wen welches Riester-Produkt geeignet ist, hängt stark von der persönlichen Risikoneigung, dem Alter und den Lebenszielen ab. Zur Auswahl stehen neben Fonds auch Riester-Rentenversicherungen, Riester-Banksparpläne oder Wohn-Riester. In den Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung informieren wir Interessierte gerne über die Vor- und Nachteile der einzelnen Produktgruppen. Und wer zu uns kommt, kann sich sicher sein, dass wir produktunabhängig beraten. Wir müssen nichts verkaufen und erhalten keine Provisionen.

Wieso eigentlich nicht? Bei rund 14 Millionen abgeschlossenen Riester-Verträgen wäre da einiges zusammengekommen ...

Müller: Nein danke. Wir fühlen uns in unserer neutralen Rolle sehr wohl.

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Autor: Michael John

Zuletzt aktualisiert am 28.10.2010

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