Finanzen
26.01.12Verunsicherung bremst Altersvorsorge
GDV-Studie: Altersvorsorge-Interesse und -Ausgabebereitschaft sinkt.

Berlin (mjj) Nur 15 Prozent der Bürger planen 2012 mehr Geld für die private Altersvorsorge auszugeben. Besonders Jüngere und einkommensschwache Menschen falle es schwer überhaupt etwas zu sparen. Die Finanzrise in den Euro-Staaten führe zudem dazu, dass Bürger immer weniger das Gefühl haben, langfristig verlässlich planen und sparen zu können. Dieser Eindruck stimuliere eher den kurzfristigen Konsum als die langfristige Vorsorge, so der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft in einer heute vorgestellten Studie, die das Institut für Demoskopie Allensbach durchführte.
Für 58 Prozent ist Altersvorsorge kein Thema
Die Studie zeige, dass die Sorgen der Bevölkerung, sich im Alter einschränken zu müssen, zurzeit deutlich zurückgehe. Noch 2005 rechneten 70 Prozent der Befragten damit, dass sie sich als Rentner einschränken müssen. 2011 glaubten das nur noch 55 Prozent. Paralell lasse das Interesse am Thema Altervorsorge nach: Gefragt, ob sie Altersvorsorge interessiere, antworteten aktuell 48 Prozent der Befragten mit "sehr/ziemlich". 2005 waren es noch 63 Prozent.
58 Prozent der Bevölkerung haben sich in den letzten drei Jahren keine Gedanken über Altersvorsorge gemacht. Vor allem unter Jüngeren ist das Desinteresse weit verbreitet. 73 Prozent verweigerten sich gegenüber dem Thema. In den Altersgruppen zwischen 30 und 44 Jahren und 45 bis 59 Jahre waren es 55 beziehungsweise 47 Prozent die sich nicht mit Altersvorsorge beschäftigten. Dieses Desinteresse bekundeten auch 53 Prozent der Befragten ab 60 Jahre. Am geringsten sei das Interesse an Altersvorsorge in den Neuen Bundesländern, am höchsten in Bayern. Als Hauptgründe nennt die Studie:
- ein Gefühl der Planungsunsicherheit,
- Sorgen vor finanziellen Engpässen im Alter,
- die Komplexität des Themas und
- eine allgemeine Aversion, sich mit dem Alter zu beschäftigen.
Ausgabebereitschaft sinkt
Besonders interessant für die Versicherungswirtschaft ist die Ausgabenbereitschaft. Der Aussage, dass die Altersvorsorge so wichtig ist, dass man bereit sei, einiges dafür auszugeben, sei von 45 Prozent Zustimmung 2001 auf 24 Prozent 2011 gesunken (West: 26 Prozent, Ost: 16 Prozent). Mit diesem Prozentwert schafft es die Altersvorsorge nur auf den letzten Platz der "Top Ten" der Ausgabe-Motive. Zum Vergleich:Für "gute Ernährung und gutes Essen" sind 53 Prozent der Bürger bereit, "einiges auszugeben", für die Immobilieneinrichtung 52 Prozent und für Reisen 45 Prozent.
34 Prozent der Befragten gaben 2011 nichts für ihre zusätzliche private Altersvorsorge aus. Aus der Befragung hat das Institut für Demoskopie einen durchschnittlichen Sparbetrag von 109 Euro pro Monat errechnet.
Mehr informationen
- www.gdv.de
Direkter Link zur Präsentation der Studie im PDF-Format auf der Internetseite des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft. - Altersvorsorge
Informationen zu Riester. Rürup und Co. für verschiedene Zielgruppen. - Riester-Rente
Produktvarianten, Förderung, Eigenanteil. Was man bei der Auswahl beachten muss
Autor: Michael John



