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Gesundheit

02.02.12

Getrennte Wege für Kassen-Allianz

Kooperation zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung gescheitert

Offenbach (kjs). Die Kooperation zwischen der gesetzlichen und einem Unternehmen der privaten Krankenversicherung schien visionär zu sein, ist aber bereits nach drei Jahren gescheitert und endet zum Jahresende 2012. Dann trennen sich die (Vertriebs)Wege der Kaufmännischen Krankenkasse Allianz (KKH-Allianz) und der Allianz Private Krankenversicherungs-Aktiengesellschaft wieder.

Fusion startete 2009

Begonnen hatte das ambitionierte Projekt am 1. April 2009. Damals fusionierten die zum Verband der Ersatzkassen gehörende KKH mit der Betriebskrankenkasse BKK Allianz. Sie firmieren seither unter dem Markennamen KKH-Allianz. Mit rund 1,8 Millionen Versicherten (davon 1,3 Millionen Mitglieder) rangiert sie aktuell auf Platz elf des Rankings der rund 150 gesetzlichen Krankenkassen. Zuletzt hatte sie Verluste in einer Größenordnung von über 30.000 Mitglieder zu verzeichnen (Stand: 1. Oktober 2011). Ab 1. Januar 2013 wird die KKH-Allianz einen neuen Namen bekommen, mit dem sie vermutlich dann ohne die Bezeichnung "Allianz" am Markt agieren wird.

Vermittler von privaten Zusatzversicherungen

Bekanntlich können die gesetzlichen Krankenkassen seit dem Jahr 2004 den Abschluss von privaten Zusatzversicherungsverträgen zwischen ihren Versicherten und privaten Krankenversicherungsunternehmen vermitteln. Dafür ist eine entsprechende Satzungsregelung erforderlich.

Die damalige Fusion zwischen der KKH und der BKK Allianz Deutschland AG sollte einen zukunftsweisenden Charakter haben. Zum einen sollten die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung erprobt werden und zum anderen sollten die Angebote des drittgrößten Anbieters auf dem privaten Krankenversicherungsmarkt stärker in der Zielgruppe der gesetzlich Versicherten vermarktet werden. Beides hat dem Vernehmen nach nicht richtig funktioniert.

Erwartungen nicht erfüllt

Die offizielle Begründung für die anstehende Trennung lautet knapp, aber vielsagend "Die gegenseitigen Erwartungen der Kooperationspartner haben sich angesichts der bestehenden rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen nur teilweise erfüllt."

Insider vermuten, dass sich der Vertrieb der Zusatzversicherungen nicht im gewünschten Umfang entwickelt hat. Hinzu kommt, dass eine stärkere Annäherung zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung offensichtlich zurzeit politisch nicht gewollt ist. Insofern konnte es außer einer vertrieblichen Zusammenarbeit keine Verzahnung beider Systeme geben. Möglicherweise war auch die Erwartungshaltung an diese Kooperation zu hoch gewesen, falls die Partner eine Kooperation auf dem Gebiet der Versorgungskonzepte angestrebt haben sollten. Auch im Bereich des geplanten Leistungs- und Rechnungs-Controllings zeigte die Zusammenarbeit keine Vorteile. Ferner ist eine gemeinsame Produktlinie nicht in der Weise zustande gekommen, dass sich daraus hätten Marktvorteile ableiten lassen können. Deshalb haben sich beide Partner entschlossen, ab 2013 wieder getrennte Wege zu gehen.

Autor: Karl-Josef Steden

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