Interne Navigation: Zum Inhalt dieser Seite. | Zur Hauptnavigation. | Zum Beginn dieser Seite.
Seitenanfang
ihre-vorsorge.de: Eine Initiative der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

Inhalt:

Gesundheit

03.02.12

Private Krankenversicherung beklagt sinkende Zahlungsmoral

Private Krankenversicherer können Nichtzahlern nicht mehr kündigen.

Offenbach (kjs). Viele private Krankenversicherungsunternehmen beklagen die schlechte Zahlungsmoral einiger Versicherten. Sie können sich nicht mehr wie vor dem Jahr 2009 von diesen Kunden durch eine Kündigung trennen, selbst wenn sie seit Monaten ihre Prämien nicht mehr zahlen.

Versicherungspflicht für alle

Seit dem 1. Januar 2009 existiert in Deutschland eine generelle Krankenversicherungspflicht für alle Einwohner. Diejenigen, die zuletzt gesetzlich krankenversichert waren, besteht diese Versicherungspflicht bereits seit dem 1. April 2007. Die private Krankenversicherung muss seit dem 1. April 2007 einen modifizierten Tarif für solche Versicherte anbieten, die früher einmal privat versichert waren. Seit Anfang 2009 ist dieser Personenkreis ohne Risikoprüfung und ohne Risikozuschläge in einem Basistarif zu versichern. Durch diese Regelungen können sich seitdem weder die gesetzlichen Krankenkassen noch die privaten Krankenversicherungsunternehmen von säumigen Kunden durch Kündigung trennen, falls diese keine Beiträge entrichten. Allerdings werden die Leistungsansprüche der betroffenen Versicherten erheblich eingeschränkt und auf ein Notfallversorgung begrenzt. Dazu gehören unter anderem Leistungen bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft.

Der Prämienausfall belastet alle Versicherten

Die privaten Krankenversicherungsunternehmen gehen nach einer Hochrechnung von etwa 144.000 Kunden aus, die ihre Prämien nicht zahlen. In Deutschland gehören rund neun Millionen Personen mit einer Krankenvollversicherung den fast 50 Unternehmen der privaten Krankenversicherung an. Die Beitragsrückstände der Nichtzahler belasten alle anderen Versicherten. Den Prämienausfall beziffert der Verband der privaten Krankenversicherung auf mindestens 554 Millionen Euro. (In der gesetzlichen Krankenversicherung mit fast sechsmal so vielen Versicherten betragen die Beitragsrückstände der Nichtzahler in 2011 rund 1,2 Milliarden Euro.)

"Nichtzahlertarif" geplant

Nach Informationen aus den privaten Krankenversicherungsunternehmen plant der Gesetzgeber, einen so genannten „Nichtzahlertarif“ einzuführen, der weiterhin nur eine Minimalversorgung vorsieht. Er soll nicht mehr als 100 Euro im Monat kosten. Das sei wesentlich günstiger als der gesetzlich vorgesehene Basistarif, der Prämien zwischen 500 und 600 Euro im Monat vorsieht. Die privaten Krankenversicherungsunternehmen planen darüber hinaus, bei Neuaufnahmen künftig nicht nur den Gesundheitszustand, sondern auch die Zahlungsfähigkeit der Neukunden zu prüfen.

Autor: Karl-Josef Steden

Themenhinweise:

Beratung

  • Beratungsstellensuche

Interne Navigation: Zum Inhalt dieser Seite. | Zur Hauptnavigation. | Zum Beginn dieser Seite.