Rente
06.09.11Immer mehr Haushaltshilfen angemeldet
231.000 Minijobber in Privathaushalten sind sozial abgesichert. Auch Arbeitgeber profitieren.

Essen (kbs/sth). Die staatliche Förderung von Minijobs in Privathaushalten wird weiterhin stark von den Arbeitgebern in Anspruch genommen. Die Zahl der über das sogenannte Haushaltsscheckverfahren bei der Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See angemeldeten Haushaltshilfen ist im zweiten Quartal dieses Jahres noch einmal deutlich angestiegen. Wie aus dem am Montag veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht, stieg die Zahl der Minijobber in Privathaushalten im Vergleich zum ersten Vierteljahr 2011 um 4,3 Prozent auf rund 231.000. Noch stärker fiel der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr aus: Hier betrug der Anstieg 6,5 Prozent.
Seit dem Jahr 2004 hat sich die Zahl der angemeldeten Minijobber in Privathaushalten damit mehr als verdoppelt. „Dies ist ein erfreuliches Ergebnis: Allerdings ist die Schwarzarbeit im Privathaushalt immer noch sehr hoch“, erklärte Susanne Heinrich, Pressesprecherin der Minijob-Zentrale. Fast 95 Prozent der Haushalte mit einer Hilfe meldeten sie nach Schätzungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) nicht an. „Hier hilft nur Aufklärung über die Einfachheit und Vorteile der Anmeldung“, so Heinrich.
Minijobs im gewerblichen Bereich auf konstantem Niveau
Im Bereich der gewerblichen Minijobs stellte die Minijob-Zentrale im Vergleich zum ersten Quartal einen saisonalbedingten leichten Anstieg um 2,3 Prozent auf jetzt 6,9 Millionen Beschäftigte fest. Damit bewege sich die Zahl der Minijobber im gewerblichen Bereich nun schon seit mehreren Jahren auf einem konstanten Niveau. „Von einem oftmals behaupteten starken Anstieg der geringfügigen Beschäftigungen kann nicht die Rede sein“, erklärte Heinrich. Bereits Ende des Jahres 2004 habe die Zahl der gewerblichen Minijobs bei mehr als 6,8 Millionen gelegen.
Rund fünf Prozent der Minijobber im gewerblichen Bereich (etwa 356.500) und rund sieben Prozent der Minijobber in Privathaushalten (etwa 16.000) nutzen nach Angaben der Minijob-Zentrale die Möglichkeit, die Rentenbeiträge des Arbeitgebers (15 Prozent des Verdiensts in gewerblichen Jobs, 5 Prozent in Privathaushalten) aus eigener Tasche auf den vollen Beitragssatz (19,9 Prozent) aufzustocken. "Damit erwerben sie höhere Rentenansprüche, können verschiedene Mindestversicherungszeiten erfüllen, haben Anspruch auf Leistungen der Rehabilitation und erlangen den Zugang zur so genannten Riester-Rente", so Heinrich.
Nur bedingte Rückschlüsse aus Altersauswertung möglich
In der Altersgruppe ab 65 Jahren sei ein leichter Rückgang der Beschäftigten um 0,6 Prozent auf 788.570 Minijobber festzustellen, heißt es weiter. Allerdings sei aus der Altersauswertung nicht abzuleiten, dass es sich hierbei nur um Rentnerinnen und Rentner handele. Auch gehe aus der Erhebung nicht hervor, wie viele der über 65-Jährigen schon vor Rentenbeginn denselben Minijob ausgeübt hätten.
Die Zahl der über 65-Jährigen in Deutschland, die einen Minijob ausüben, stieg nach Angaben Heinrichs im saisonbereinigten Jahresvergleich von Dezember 2004 bis Dezember 2010 um 6,4 Prozent auf 735.467. Die Zahl aller Minijobber im gewerblichen Bereich sei im gleichen Zeitraum um 0,2 Prozent auf 6.826.177 gesunken. „Von einem starken Anstieg kann für beide Personengruppen somit nicht gesprochen werden. Die Zahl aller gewerblichen Minijobber in Deutschland geht sogar zurück. Hier wird in der Öffentlichkeit häufig ein anderes Bild dargestellt“, sagte die Pressesprecherin der Minijob-Zentrale.
Der komplette Quartalsbericht über die Entwicklung der Minijobs steht unter www.minijob-zentrale.de/presse zum Download bereit.
Autor: Knappschaft-Bahn-See/ Stefan Thissen



