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Rente

19.10.11

Trotz Rentenplus: Pflege wird Problem

Seit 1997 ist die Zahl ehrenamtlich pflegender Angehöriger um etwa 30 Prozent gesunken.

Bad Homburg (sth). Obwohl immer mehr Menschen - vor allem im hohen Alter - zu Pflegefällen werden, sind offenbar immer weniger Angehörige und Freunde bereit, sich zeitaufwändig um die Pflegebedürftigen zu kümmern. Zwischen 1997 und 2009 sank die Zahl der Pflegepersonen, die für die Betreuung ihrer Angehörigen auf einen versicherungspflichtigen Job verzichteten und für ihre ehrenamtliche Pflege Rentenbeiträge gutgeschrieben bekamen, nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums und der Deutschen Rentenversicherung von 575.000 auf etwa 400.000. Das entspricht einem Rückgang um etwa 30 Prozent.

Entgegen diesem Trend ist die Zahl ambulant gepflegter Menschen allerdings allein im Bereich der sozialen Pflegeversicherung im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen - von 1999 bis 2010 um etwa 300.000 auf knapp 1,58 Millionen Pflegebedürftige. Dies deutet daraufhin, dass ein größer werdender Teil der häuslichen Pfleger sich nur wenige Stunden pro Woche um kranke Angehörige kümmert. Rentenbeiträge für Pflegepersonen zahlen die Kassen der Pflegebedürftigen erst, wenn die ehrenamtliche Pflege mindestens 14 Stunden pro Woche umfasst.

300 Millionen Euro weniger Rentenbeiträge für Pflege

Die rückläufige Zahl von Menschen, die sich rentenversicherungspflichtig um Angehörige, Freunde oder Nachbarn pflegen, schlägt sich auch in der Höhe der Rentenbeiträge nieder, die an die gesetzlichen Rentenversicherer fließen. Während die Pflegeversicherungen 1997 noch 1,2 Milliarden Euro an die Rentenkassen überwiesen, waren es im vergangenen Jahr nur noch etwa 900 Millionen. 

Die Höhe der Rentenbeiträge, die für "nicht erwerbsmäßige" Pflege gezahlt werden, richtet sich im Einzelfall nach der Pflegestufe, in die Pflegebedürftige vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen eingeordnet werden, sowie nach dem zeitlichen Pflegeumfang. Je intensiver und zeitlich belastender die Pflege ist, desto mehr Geld zahlen die Pflegekassen an die Rentenversicherung des Pflegenden. Daraus resultiert nach einem Jahr Pflege seit dem 1. Juli 2011 ein monatlicher Rentenanspruch zwischen 7,42 und 22,26 Euro in den alten sowie zwischen 6,60 und 19,79 Euro in den neuen Bundesländern.  

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Autor: Stefan Thissen

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