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Soziales

30.12.11

Arbeitszeitkonten wieder aufgefüllt

Guthaben auf den Arbeitszeitkonten wieder deutlich höher

Bad Homburg (fm). Die Wucht der großen Rezession in den Jahren 2008 und 2009 konnte größtenteils durch temporäre Verkürzung der Arbeitszeit abgefedert werden. Dieser Abbau ist inzwischen zu guten Teilen aufgeholt, zeigen die vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung veröffentlichten Zahlen. Der Abbau der Guthaben auf den Arbeitszeitkonten vom vierten Quartal 2008 bis zum ersten Quartal 2010 sei mittlerweile zu mehr als der Hälfte wieder ausgeglichen.

Zwölf Stunden Zeitguthaben abgebaut

Vom vierten Quartal 2008 bis zum ersten Quartal 2010 waren durchschnittlich zwölf Stunden Zeitguthaben abgebaut worden, wenn man die Zahlen auf alle beschäftigten Arbeitnehmer in Deutschland bezieht. Seit dem zweiten Quartal 2010 wachsen die Guthaben auf den Arbeitszeitkonten wieder an. Bis zum Ende des dritten Quartals stieg das Zeitguthaben insgesamt um durchschnittlich 6,9 Stunden je Arbeitnehmer.

Bezahlte Überstunden wieder auf Vorkrisenniveau

Die bezahlten Überstunden sind bereits seit Jahresbeginn wieder auf dem Vorkrisenniveau und haben sich seitdem nicht nennenswert verändert. Der durchschnittliche Arbeitnehmer leistete im dritten Quartal 0,94 Überstunden pro Kalenderwoche. Erfahrungsgemäß kommen zu den bezahlten noch unbezahlte Überstunden in ungefähr der gleichen Größenordnung hinzu.

Arbeitsausfälle durch Kurzarbeit spielten im dritten Quartal 2011 nur noch eine geringe Rolle. Die Zahl der Kurzarbeiter sank im Monatsdurchschnitt des dritten Quartals 2011 auf rund 80.000 Personen. Im dritten Quartal des Vorjahres lag sie noch bei 265.000.

Aufgelöste Arbeitszeitreserven wieder aufgebaut

"Die in der Wirtschaftskrise aufgelösten Arbeitszeitreserven sind inzwischen großenteils wieder aufgebaut, und wegen der guten Konjunktur stieg die Beschäftigtenzahl kräftig", erklärten die Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Ines Zapf in Nürnberg. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stieg im dritten Quartal 2011 um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Unter dem Einfluss der lebhaften Wirtschaftsentwicklung setzte sich die starke Dynamik des ersten und zweiten Quartals 2011 damit weitgehend unvermindert fort. Auch die Teilzeitbeschäftigung expandierte, aber mit 0,4 Prozent deutlich schwächer. Die Vollzeitbeschäftigung hänge stärker als die Teilzeitbeschäftigung von der Konjunktur ab, so Spitznagel und Zapf.

Drittes Quartal: 358,3 Arbeitsstunden

Die reguläre Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten belief sich im dritten Quartal 2011 auf 38,17 Wochenstunden. Unter Berücksichtigung aller Faktoren – Teilzeit, Überstunden, Arbeitsausfälle durch Krankheit usw. – wurden im dritten Quartal 2011 unterm Strich von jedem Erwerbstätigen 358,3 Arbeitsstunden geleistet. Das waren 0,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im zweiten Quartal war noch ein Zuwachs um 0,7 Prozent und im ersten Quartal um 1,5 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im dritten Quartal 2011 um 1,2 Prozent. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen nahm um 1,4 Prozent zu.

Weitere Informationen:

  • http://doku.iab.de/arbeitszeit
    Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat eine Tabelle zur Entwicklung aller Komponenten der Arbeitszeit veröffentlicht.



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