Soziales
05.01.11Familienhebammen sind gut
Eine Untersuchung in Sachsen-Anhalt bestätigt das Konzept der Familienhebammen

Bad Homburg (fm). Familienhebammen werden auch in Sachsen-Anhalt von den Familien positiv beurteilt, fand eine Forschergruppe der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beim Evaluationsprojekt "Frühstart: Familienhebammen in Sachsen-Anhalt" heraus. Seit 2006 gibt es dort diese Einrichtung.
Begleitung in hoch belastenden Lebenssituationen
33 Familienhebammen begleiteten 734 Familien über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren in häufig hoch belastenden Lebenssituationen. Sie unterstützen die Mütter bei der Pflege und Ernährung des Kindes, fördern die Mutter-Kind-Beziehung, leiten die Eltern beim Ausfüllen von Formularen und beim Wahrnehmen von Arztterminen an und bieten emotionale Unterstützung bei Überforderungssituationen. Zudem bemühen sich die Familienhebammen auch um Termine und Unterstützungsangebote mit anderen Akteuren des Gesundheits- und Sozialbereiches, oder um ärztliche und therapeutische Behandlungen für die jungen Familien zu erreichen.
Kompetenzen der betreuten Mütter nehmen signifikant zu
Die Familien bewerten diese Betreuung durch eine Familienhebamme überdurchschnittlich positiv: als Vertrauenspartnerin, die den Müttern Beratungen, praktische Anleitung und fachliche Hilfe in der Pflege, Versorgung und Ernährung des Kindes anbietet. Bei sechsmonatiger Betreuung nahmen die Kompetenzen der Mütter in der Versorgung des Kindes und in der Mutter-Kind-Beziehung signifikant zu.
Vertritt die Interessen des Säuglings an der Seite der Eltern
Professor Behrens, Leiter des Projekts, betont: "Die Familienhebamme vertritt die Interessen des Säuglings, steht dafür jedoch an der Seite der Eltern, um deren Kompetenzen und Mittel zu fördern, die optimale gesundheitliche Versorgung des Säuglings im ersten Lebensjahr zu gewährleisten." Das funktioniere aber nur, wenn die Familien auf freiwilliger Basis den Zugang zur Familienhebamme als Vertrauensperson finden. Die Familienhebammen seien kein Ersatz für sozialpädagogische Fachleistungen der Kinder- und Jugendhilfe oder gar die Lösung für die Prävention von Kindesvernachlässigung und -missbrauch.
Nationales Zentrum Frühe Hilfen: www.fruehehilfen.de
Autor: Friedrich Müller



