Immobilie als Altersvorsorge
Wer sich für Wohn-Riester entscheidet, erhält später keine Riester-Rente ausbezahlt. Das mindert das Alterseinkommen, was aber kein Argument gegen Wohn-Riester sein muss.
Der Verlockung, später im Alter keine Miete zahlen zu müssen, stehen Risiken gegenüber.
- Muss die Immobilie wegen Scheidung, Wegzug oder Jobwechsel verkauft werden, droht ein Verlustgeschäft, wenn die Immobilie einen niedrigen Verkaufswert erzielt.
- Verantwortlich für ein Verlustgeschäft ist vor allem die Wertentwicklung von Immobilien. Sie ist eng an die demografische Entwicklung gekoppelt: Wo die Einwohnerzahl schrumpft, sinken auch die Immobilienpreise. Im ländlichen Raum, vor allem in großen Teilen Ostdeutschlands, sinkt die Bevölkerungszahl besonders schnell. Eine positive Wertentwicklung wird für Wachstumsregionen wie das Rhein-Main-Gebiet, München oder Hamburg prognostiziert.
- Viele Sparer kaufen sich eine Immobilie zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr. Zu diesem Zeitpunkt ist die steuerliche Belastung im Alter nur vage absehbar. Es kann also sein, dass die Steuern auf Wohn-Riester im Alter einen hohen Teil der Mietersparnis auffressen.
- Hinzu kommen rigide Steuer-Regeln, die im Alter dazu führen können, dass plötzlich eine Nachzahlung fällig wird (mehr dazu im Kapitel "Steuern").
- Immobilien sind im Alter weniger flexibel als Geldanlagen: Im Notfall (Krankheit, Tod) lassen sich nicht staatlich gefördertes Vermögen (Investmentfonds, Aktien) schneller flüssig machen als eine Immobilie.
- Was wenige wissen: Auch mit einem ganz normalen Riester-Vertrag wird sich auch künftig die Kreditbelastung senken lassen. Pünktlich zum Rentenbeginn dürfen bis zu 30 Prozent des Ersparten ausbezahlt werden. Sollte die Entschuldung der Immobilie bis zum Renteneintritt nicht geklappt haben, kann dieses Geld zur Schuldentilgung eingesetzt werden.
- Während Mieter einen Großteil von Reparaturen oder Schäden auf den Vermieter abwälzen können, sind Immobilienbesitzer auf sich gestellt. Hinzu kommen Instandhaltungsrücklagen: Experten empfehlen eine Instandhaltungsrücklage von 0,60 bis 1,10 Euro je Quadratmeter pro Monat anzusparen. Das sind bei einem alten Haus (mit 120 Quadratmetern) immerhin 1.584 Euro im Jahr - also fast 50.000 Euro in 30 Jahren.
Die Anschaffung einer Immobilie allein aus dem Blickwinkel der Altersvorsorge zu betrachten, wäre falsch. Oft ist es ein Mix aus Beweggründen, wie eine Umfrage der Landesbaussparkassen zeigt:
Fazit: Auch Wohn-Riester ändert nichts daran, dass eine Immobilie keine sichere Geldanlage ist. Wohn-Riester kann aber dabei helfen, schneller wieder aus den Schulden herauszukommen und im Alter dank eingesparter Miete über ein höheres freies Einkommen zu verfügen. Dabei müssen sich Sparer bewusst sein, dass Geld flexibler einsetzbar ist als eine Immobilie. Auf keinen Fall sollte die neue Riester-Förderung dazu führen, bereits angepeilte Bauvorhaben aufgrund der verbesserten Förderung aufzustocken.
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