Riester-Bausparverträge
Mit einem Riester-Bausparvertrag wird es kompliziert. Wer nicht viel rechnen will, kann zu einer Alternative greifen.
Riester-Bausparverträge sind ein Angebot an alle, die in einigen Jahren bauen oder eine Immobilie kaufen wollen, denn ein klassischer Bausparvertrag ist zweigeteilt. Zuerst wird einige Jahre nur Geld angespart bis der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Dieser Zeitpunkt richtet sich nach der Höhe der Bausparsumme und den monatlichen Sparraten. Für dieses Sparen werden nur geringe Zinsen gezahlt. Dafür bekommt der Bausparer bereits bei Vertragsabschluss den Zinssatz für das spätere Darlehen zugesagt. Mit einem Bausparvertrag kann man sich den Zinssatz von heute für das Darlehen in einigen Jahren konservieren. Das lohnt sich aber nur dann, wenn bis dahin die Zinsen gestiegen sind. Wenn sie dagegen aber auf gleichem Niveau liegen oder sogar gefallen sind, hat man die niedrige Verzinsung in der reinen Sparphase umsonst in Kauf genommen.
Die Einzahlungen in einen nach Riester geförderten Bausparvertrag, die der Tilgung dienen, werden genauso gefördert wie die Tilgungsleistungen zu einem Riester-Darlehensvertrag. Zu den üblichen Regeln der Immobilienfinanzierung und den Vorschriften der Riester-Förderung kommen hier allerdings noch die Bauspar-Regeln hinzu, die zu beachten sind. Hier muss also noch mehr gerechnet werden, um die verschiedenen Vorschriften optimal nutzen zu können. Da bei den Krediten im Rahmen eines Bausparvertrages relativ hohe Tilgungsleistungen üblich sind, dürften sich für viele Riester-Sparer nur Verträge über relativ geringe Bausparsummen lohnen. Denn wer seine Tilgungsleistungen an der Riester-Zulagen-Förderung orientiert, hat ein Interesse daran, nur so viel zu tilgen, wie es die Riester-Regeln vorschreiben.
In der Dezemberausgabe von Finanztest werden Riester-Bausparverträge unter die Lupe genommen. Das Urteil: "Für Sparer, die mittel- bis langfristig den Bau oder Kauf eines Eigenheims planen, ist ein Riester-Bausparvertrag die erste Wahl". Doch die Tester warnen zugleich vor großen Unterschieden in den Tarifen und gegen zu bedenken, dass die Sparphase nur mit mickrigen Zinsen belohnt wird. Wer also später doch keine Immobilie kauft, oder schon vor Zuteilungsreife des Bausparvertrages ein Haus kauft, läuft die Gefahr, dass sich der Abschluss des Bausparvertrages nicht gelohnt hat.
Größeres Angebot
Auch Riester-Bausparverträge müssen zertifiziert sein. Dazu muss unter anderem unwiderruflich vereinbart werden, dass das zinsverbilligte Bauspardarlehen durch das Altersvorsorgevermögen getilgt wird. Im Prinzip werden zwei Vorgänge staatlich unterstützt: In der Ansparphase fließt die Förderung in den Kapitalstock des Bausparvertrages. Ab Kauf des Hauses wird die Förderung zur Entschuldung des zinsverbilligten Bauspardarlehens herangezogen.
Auch für Riester-Bausparverträge gilt die Regel, dass die Abschlusskosten über mindestens fünf Jahre verteilt abgerechnet werden müssen. Das ist ein kleiner Vorteil gegenüber ungeförderten Verträgen, die die Kosten gleich nach Vertragsabschluss abrechnen. Das Angebot an Riester-Bausparverträgen ist Anfang 2009 etwas größer als das an Riester-Darlehen. Die Zeitschrift Ökotest führt in ihrer Februar-Ausgabe 27 Bauspartarife von acht Bausparkassen auf.
Vorfinanzierter Riester-Bauspartarif
Wer zeitnah ein Eigenheim bauen oder kaufen will, dem bieten die Bausparkassen vorfinanzierte Riester-Bausparverträge an. Das sind Bausparverträge, die mit einem tilgungsfreien Darlehen verbunden werden. Ob sich diese Verträge lohnen, muss man genau nachrechnen. Die meisten Verbraucherschützer halten sie für zu teuer.
Riester-Banksparplan als Alternative
Riester-Bausparverträge lohnen sich em ehesten für Sparer, die wissen, dass sie eine Immobilie erwerben wollen. Wer unsicher ist, ob er später in eigenes Heim zieht, kann zu einer Alternative greifen: Erst einen Riester-Banksparplan abschließen und dann das Ersparte in ein Wohn-Riesterdarlehen stecken. In den ersten Jahren wird dabei in den Banksparplan eingezahlt. Wenn dann tatsächlich das Haus oder die Wohnung gekauft oder gebaut wird, wird das Geld aus dem Banksparplan entnommen und auf einen Riester-Darlehensvertrag übertragen. So kann man zwar die Darlehenszinsen nicht konservieren, für den Riester-Banksparplan bekommt man aber höhere Guthabenzinsen als in der Ansparphase des Bausparvertrages.
Weiterführende Informationen:
- www.test.de
Tipp: Die Stiftung Warentest bietet im Internet einen kostenlosen Bausparrechner an. Mit dem Excel-Programm können Sie den Vor- oder Nachteil einer Bausparvertrag-Finanzierung gegenüber einer Bankfinanzierung ausrechnen.
Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.





