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ihre-vorsorge.de: Eine Initiative der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

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Strategien für Vorsorgesparer

Bei vielen Anlegern wird die Abgeltungssteuer geringer ausfallen als der persönliche Steuersatz. Das heißt, sie zahlen ab 2009 für Geldanlagen weniger an den Fiskus als bisher.

Einige Anlagetipps für alle, die auf zusätzliche Geldanlage beziehungsweise Altersvorsorge mit Produkten setzen, die von der Abgeltungssteuer betroffen sind.

Zinseinnahmen verschieben

Sparer mit einem Grenzsteuersatz von 30 oder mehr Prozent profitieren von der neuen Abgeltungssteuer, wenn sie ihre Zinseinnahmen ins Jahr 2009 legen. Insbesondere natürlich, wenn diese über dem Sparerfreibetrag (801 Euro Alleinstehende/ 1.602 Euro Ehepaare) liegen. Anleger, die nur etwas mehr als 25 Prozent versteuern, müssen nachrechnen. Ob sich die Steuerverschiebung bei ihnen lohnt, hängt vom Anlagebetrag ab. Bei Beträgen von bis zu 10.000 Euro lohnt der Aufwand nach Expertenmeinung meist nicht. Sie könnten ihr Geld also bei den derzeit interessanten Sparzinsen für zwei Jahre oder länger festlegen. Feste Laufzeiten mit festen jährlichen Zinsen und weniger Steuern als bisher versprechen vor allem Festgeldkonten, Sparbriefe und Anleihen. Die Zinsgutschrift am Ende der Laufzeit fallen dann unter die Abgeltungsteuer. Wenn Sie größere Beträge auf Tagesgeldkonten oder in Geldmarktfonds geparkt haben, können Sie diese in Anlagen mit fester Laufzeit umschichten und die Besteuerung ins Jahr 2009 verschieben.

Vorsicht Aktien(-fonds)

Aktien sind natürlich in erster Linie betroffen. Ab 2009 werden erstmals auch Kursgewinne bei Aktien jenseits einer Haltedauer von einem Jahr besteuert. Zudem entfällt die bisherige Bevorzugung der Dividenden durch das Halbeinkünfteverfahren. Durch die Besteuerung von Kursgewinnen werden die Kosten von Umschichtungen jedoch erheblich verteuert. Häufige Wechsel, wie sie bislang bei vielen Depots zu beobachten sind, werden sich daher tendenziell noch weniger lohnen. Die Besteuerung der Kursgewinne ist allerdings nur für Wertpapiere und Fondsanteile vorgesehen, die ab dem 1.1.2009 erworben werden. Bei früher gekauften Papieren gilt das jetzige Recht weiter.

Jetzt reagieren?

Wer noch dieses Jahr investiert, für den gilt auch noch im nächsten Jahr die einjährige Spekulationsfrist. Auf Verkaufsgewinne fällt dann keine Abgeltungssteuer an, auch wenn der Anleger weit später als nach einem Jahr seine Papiere verkauft. Allerdings sind die Aktienkurse derzeit relativ niedrig und Sie können durch die Bankgebühren für Kauf und Verkauf von Aktien, Anleihen oder Fondspapieren weitere Verluste machen. Da ist es meist rentabler vorhandene Aktienbestände, sofern sie eine Aussicht auf Kurssteigerung bieten, zu halten und später die Abgeltung in Kauf zu nehmen.

Über Fonds sorgfältig informieren

Wer sich noch dieses Jahr Fondsanteile ins Depot legt, kassiert die Kursgewinne dafür auch nach Jahren noch steuerfrei. Entscheiden Sie sich jedoch für den Verkauf und investieren in einen neuen Fonds, ist ab nächstem Jahr beim späteren Verkauf der Anteile die Abgeltungssteuer fällig. Aber trotz der höheren Besteuerung hat Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen, festgestellt, dass reine Aktienfonds meist immer noch besser abschneiden als fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen. Eine Modellrechnung mit mehreren konkreten Angeboten von Versicherungen führte zu dem nachdenklich stimmenden Ergebnis, dass die Assekuranzen so geringe Gewinne ausschütten beziehungsweise so stark bei Gebühren hinlangen, dass sie selbst noch den künftigen jährlichen Abzug der Abgeltungssteuer unterbieten. Obwohl Gottschalk für eine fondsgebundene Rentenversicherung den selben Fonds nahm, lag das errechnete Ergebnis für einen 35 Jahre alten Mann, der 30 Jahre lang monatlich 100 Euro spart je nach Versicherung zwischen 80.864 und 103.219 Euro.

Gottschalks Fazit: "Insgesamt ist jedenfalls festzustellen, dass die steuerliche Bevorzugung der fondsgebundenen Rentenversicherungen nicht gleich bedeutend damit ist, dass für den Anleger unter dem Strich nach Steuern mehr übrig bleibt. Bei den meisten Produkten wird der steuerliche Vorteil vielmehr durch die höheren Kosten wieder zunichte gemacht."

Das heißt, dass man sich vor einem Vertragsabschluss ausführlich über die Ertragsleistung der infrage kommenden Versicherungen informieren sollte. Stetig aktualisierte Vergleichslisten gibt es beispielsweise bei der Stiftung Warentest. Die kann man sich gegen eine geringe Gebühr zusenden lassen oder direkt im Internet herunterladen (->www.test.de).

Gottschalks allgemeiner Tipp: "Je höher der persönliche Steuersatz und je niedriger die zu versteuernde Ausschüttung sind, umso mehr spricht für eine direkte Besparung des Fonds." Seine Empfehlung: reine Investmentfonds ohne zwischengeschaltete Versicherung. Dabei sollte man sich zusätzlich noch um einen Rabatt des Ausgabeaufschlags bemühen.

Zusätzliche Verluste drohen, weil viele langfristig angelegte Sparverträge nicht durchgehalten werden. Auch das spricht eher gegen die fondsgebundenen Versicherungsprodukte. Denn bei Auszahlung vor dem 60. Lebensjahr greift auch bei ihnen die Abgeltungssteuer. Aufgrund der anfänglich hohen Kostenbelastung - indem die Abschlussprovision in die ersten Ansparjahre gelegt wird - sowie einem möglichen Stornoabzug bei der Kündigung dürfte das Guthaben dann in den meisten Fällen noch weiter hinter der direkten Besparung eines Fonds zurückbleiben.

Kein Wechsel um jeden Preis

Der Geldanlagetipp Nummer eins aller Experten lautet daher, eine rentable Anlage nicht wegen der Steuer zu wechseln. Wer einen Investmentfonds, der bisher im Durchschnitt der Jahre die eine Durchschnittsrendite von acht bis zehn Prozent erwirtschaftet hat, gegen einen Fonds wechselt, der nicht von der Abgeltungssteuer betroffen ist, macht unter Umständen ein schlechtes Geschäft. Gerade die vielfach empfohlenen Dachfonds - das sind Investmentfonds, die sich wiederum an verschiedenen Fonds beteiligen - erzielen häufig eine relativ niedrige Rendite bei relativ hohen Kontoführungs- und Depotgebühren. Schlechter als persönlich gemanagte Fonds schneiden in der Regel auch so genannte Indexfonds ab, deren Rendite sich an Leitindizes der Börsen wie Dax oder Euro Stoxx orientiert.

Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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