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Direktanlage in Fonds

Worauf man bei der Geldanlage in Fonds achten muss.

Anfang März 2009 - auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise - verloren die über 8.000 in Deutschland zugelassenen Publikumsfonds fast ein Viertel ihres Vermögens. "Dennoch lohnt sich weiterhin die Anlage in Fonds", sagt Niels Nauhauser, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: "Auf jedes Tief folgt wieder ein Hoch, das hat auch die jüngste Vergangenheit gezeigt, außerdem verspricht direktes Investment in (Aktien-) Fonds höhere Renditen als sichere Anlagen." Wichtig, so der Experte, sei allerdings, diese Punkte zu beachten:

  • Auf niedrige Nebenkosten achten. Zur Aufbau einer Altersvorsorge auf Aktienbasis eignen sich börsengehandelte Indexfonds (Fachausdruck: Exchange-traded funds, "ETF") besonders gut. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds orientieren sie sich ausschließlich an einem Index, etwa dem Dax oder Dow Jones. Dadurch fallen viel niedrigere Managementgebühren an und auch der Ausgabeaufschlag fällt weg - beides kommt der Rendite zugute. Gerade wegen der niedrigen Kosten werden diese Produkte aber nicht über Filialbanken vertrieben, man muss sie bei Direktbanken ordern. Nauhauser: "Die Suche lohnt sich trotzdem, denn auf lange Sicht übertreffen selbst die besten gemanagten Fonds nur selten die Wertentwicklung des Index - und die gesparten Nebenkosten kommen dem Fondsertrag zu Gute."
  • Risiken diversifizieren. Natürlich gilt bei Fondssparen immer, nicht alles auf eine Karte zu setzen - und prinzipiell nur Geld zu investieren, das man nicht unbedingt zum Lebenserhalt braucht. Zur Absicherung gibt es auch diese Strategie: "Mischen Sie je nach Alter und Risikoprofil (relativ) sichere Rentenfonds mit eher ertragreichen ETFs - und streuen Sie die Anlagen weltweit, z.B. über die Indices MSCI Europe, MSCI Emerging Markets und MSCI World", rät Nauhauser (Tipps zu Musterdepots gibt Finanztest 3/2010).
  • Renditen sichern. "Ein Investment in Investmentfonds kann auch für ältere noch sinnvoll sein, entscheidend ist, ob der Anleger die Risiken tragen kann und bereit ist, Kursverluste in Kauf zu nehmen", sagt Nauhauser. Wer das Risiko dann reduzieren möchte, senkt einige Jahre vor der Rente den Aktienanteil seines Depots ab bzw. schichtet das Vermögen auf sichere Papiere oder in einen Bankauszahlplan um.
  • In Sparpläne investieren. Auch mit kleinen Beträgen ab 25 Euro pro Monat lässt sich ein (Aktien-) Vermögen aufbauen - mit Fondssparplänen. "Bei Direktbanken gibt es die auch für ETFs", weiß Nauhauser. "Da für jede Einzahlung aber häufig mindestens 2,50 Euro Gebühr berechnet wird, sollte man kleinere Sparsummen unter 50 Euro nicht monatlich überweisen, sondern zuerst auf einem Tagesgeldkonto anlegen und dann nach sechs oder zwölf Monaten in den Fonds stecken."

Fazit: Die Direktanlage in Investmentfonds kann eine sinnvolle Ergänzung für die Altersvorsorge sein, allerdings sollte man auch die Verlustrisiken im Auge behalten und unbedingt auf die Nebenkosten achten. Die meisten Fonds, die über Banken vertrieben werden, sind schlichtweg zu teuer, auch weil die Fondsmanager neben den offiziellen Gebühren auch noch versteckte "Erfolgshonorare" kassieren, teilweise sogar dann, wenn der Fonds Verluste einfährt. Das kann zum Beispiel dann passieren, wenn der Fonds etwas geringere Verluste macht als der Vergleichsindex. Immerhin: Bei börsengehandelten Indexfonds (ETF) kann man letztlich sicher sein, dass solche Tricks nicht angewendet werden.

Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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