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Riester-Fondssparpläne

Riestern an der Börse: Staatlich geförderte Fondssparpläne machen es möglich. Doch wie sicher sind sie?

Mehr als 13 Millionen Riester-Verträge wurden bislang abgeschlossen. Die Gründe dieses Erfolgs sind vielfältig: Der Staat gewährt Zulagen und/oder Steuervorteile, Experten loben auch die Flexibilität und Sicherheit dieser Zusatzrente: Sparer gehen so gut wie kein Risiko ein, nicht einmal dann, wenn sie einen Riester-Fondssparplan oder eine Riester-Fondsversicherung abschließen. Trotz des theoretischen Kursrisikos muss nämlich jeder Anbieter garantieren, dass bei Auszahlung mindestens das eingezahlte Geld vorhanden ist. Dennoch gibt es erhebliche Unterschiede der beiden Riester-Fondssparformen.

So funktionieren Riester-Fondssparpläne

Die Beiträge fließen in einen meist geringeren Aktienfondsanteil und einen höheren Anteil aus sicheren Renten- beziehungsweise Geldmarktfonds - die Gewichtung der Aktienfonds bestimmt auch die Rendite des Sparplans. Bis zehn Prozent pro Jahr sind (zum Beispiel bei kinderreichen Geringverdienern) möglich, rechnete Stiftung Warentest aus.

Allerdings fallen auch Nebenkosten an, etwa der Ausgabeaufschlag für die Fonds (bis etwa fünf Prozent). Und auch fürs Fondsmanagement und für die gesetzlich vorgeschriebene Garantie werden jährlich etwa zwei Prozent der Anlagesumme fällig. Trotzdem stellt Susanne Meunier, Rentenexpertin der Stiftung Warentest, den Riester-Fondssparplänen gute Noten aus: "Sogar in dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Fonds in einem Riester-Fondssparplan keine Erträge einfahren, hätten die Sparer am Ende mehr, als sie selbst eingezahlt haben. Dafür sorgen die Zulagen vom Staat."

Wermutstropfen gibt es dennoch: Die spätere Rente wird besteuert, und wer schon über 45 Jahre alt ist und noch in einen Riester-Fondssparplan einsteigen möchte, kann nicht mehr mit optimalen Erträgen rechnen. Den Grund nennt Niels Nauhauser, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: "Um die gesetzlich geforderte Garantie für die Einzahlungen und Zulagen sicherzustellen, schichten die Fondsgesellschaften bei älteren Sparern von ertragreichen Aktienfonds auf sichere Zinspapiere um, das kostet Rendite."

Chancen und Risiken

Auch die Auswahl der Fonds liegt in der Hand der Anbieter, die Anleger haben hier kaum ein Wahlrecht. Und die meisten Produkte bieten eine "Gewinnsicherung" an, die fünf Jahre vor Ablauf greift - bei manchen ist diese sogar obligatorisch, andere bieten den Sparern die Wahl, ob man auch kurz vor Rentenantritt auf Risiko setzt oder den Gewinn einfriert. Doch damit nicht genug: Die Fondssparpläne unterscheiden sich auch in der strategischen Ausrichtung.

  • Dynamische Fondssparpläne: Hier wird der Aktienanteil je nach Börsensituation und Restlaufzeit aufgrund mathematischer Modelle angepasst. Die Umschichtungen sind computergesteuert. In schlechten Börsenzeiten wird das Kapital in sicheren Papieren investiert (zum Beispiel Garantie- oder Geldmarktfonds). Bei einem erneuten Börsenaufschwung wird dann aber nicht in allen Fällen wieder auf Aktien gesetzt. Das ist zum Beispiel bei der UniProfiRente von Union Investment passiert: Um die garantierten Einzahlungen auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise zu sichern, wechselte die Fondsgesellschaft bei 360.000 Kunden die Aktienfondsanteile gegen Rentenfondsanteile aus. Dadurch entstanden aus Buchverlusten reale Verluste. Besonders bei Verträgen, die schon länger angespart wurden, hatte das erhebliche Auswirkungen auf den späteren Ertrag, rechnete Finanztest vor: Wird der Vertrag zum Beispiel nach sechs Jahren umgeschichtet, schrumpft die Gesamtrendite von 7,1 auf 5,4 Prozent.
  • Aktiv gemanagte Fondssparpläne: Hier passen Fondsmanager den Aktienanteil je nach Börsensituation an und kassieren dafür eine Managementgebühr.
  • Statische Fondssparpläne: Nur das Kapital, das nicht zur Absicherung des Beitragserhalts unbedingt nötig ist, wird in Fonds investiert - deshalb sind die Ertrags-Chancen hier niedriger. Und je näher die Ablauffrist rückt, desto höher ist die Absicherung. Auch das mindert den Ertrag. Stiftung Warentest rät deshalb von dieser Variante ab.

Fazit: Vor allem jüngere Kunden bis maximal Mitte 40 können sich die Renditechancen der Aktienfonds zunutze machen. Theoretisch hat man dann noch Zeit, Rückschläge an den Börsen wieder aufzuholen, wenn es denn die Fondsgesellschaft zulässt. Manche tun das leider nicht. Deshalb sollte man vor der Produktwahl genau prüfen, wie der Anbieter in und nach Börsenkrisen vorgeht. Außerdem gilt auch bei Riester-Renten: Aktiensparen beinhaltet immer die Möglichkeit von Kursverlusten.

Deshalb rät Susanne Meunier von der Stiftung Warentest, die persönliche Anlagestrategie vorab zu prüfen: "Wer sichere Produkte bevorzugt, solle besser gleich zu Riester-Banksparplänen greifen, wer dagegen eine höhere Rendite erzielen möchte und dafür auch Kursrisiken in Kauf nimmt, wählt dynamische Fondssparpläne."

Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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