Rürup-Rente
Trotz staatlicher Förderung raten Experten ab: Die Höhe der späteren Rente steht nämlich in den Sternen.
Seit 2005 gibt es die "Basisrenten" in drei Varianten: als klassische und als fondsgebundene Versicherungen sowie als Fondssparpläne. Sie stehen jedem Vorsorgesparer offen, für Selbstständige und Freiberufler sind sie oft sogar die einzige staatlich geförderte Form der Altersvorsorge. Und wer möchte, kann auch mit Sonder- oder sogar Einmalzahlungen eine Altersvorsorge aufbauen.
Das Finanzamt fördert diese Vorsorgeleistung großzügig: Anerkannt werden bis zu 20.000 Euro jährlicher Einzahlungen, als Sonderausgabe absetzbar sind davon 70 Prozent (Stand 2010), das entspricht 14.000 Euro. Bis zum Jahr 2025 wird der abziehbare Prozentsatz sogar auf 100 steigen. Zwar wird die ausgezahlte Rente bei Auszahlung besteuert, allerdings zum dann gültigen individuellen Steuersatz - und der ist für Rentner oft niedriger als während der Erwerbszeit.
Auf eigenes Risiko
Einen großen Nachteil haben fondsgebundene Rürup-Verträge allerdings: die Rentenhöhe ist nicht sicher! "Der Gesetzgeber verpflichtet die Anbieter nicht, bei Vertragsabschluss die Berechnungsgrundlage für die spätere lebenslange Rente zuzusagen", erklärt Susanne Meunier, Stiftung Warentest. "So wissen die Kunden bei Vertragsabschluss nicht, auf welcher Grundlage ihre Rente einmal berechnet wird." Wer eine fondsgebundene Rürup-Rente abschließt, kauft also die Katze im Sack. Meunier: "Während der langen Sparphase kann der Anbieter seinen Rentenfaktor senken. Dann wird die Umrechnung des Kapitals in eine Rente für den Sparer ungünstiger."
Niels Nauhauser nennt noch einen weiteren Nachteil: "Das Geld wird ausschließlich als Rente ausgezahlt, selbst im Todesfall gehen die Erben leer aus. Die Rendite hängt also hauptsächlich davon ab, wie alt man wird und wie lange man die Rente bezieht."
Fazit: Eine fondsgebundene Rürup-Rente ist für Selbstständige, die damit ihren Grundbedarf (zum Beispiel Miete, tägliche Lebenshaltungskosten) decken wollen, zu unsicher. Rat von Stiftung Warentest: Wer dennoch ein Rürup-Produkt mit Fonds abschließen möchte, sollte unbedingt eine Police mit Beitragsgarantie wählen - so bleiben zumindest die Beiträge erhalten. "Allerdings kostet die höhere Garantie wiederum Rendite", ergänzt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale.
Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.





