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ihre-vorsorge.de: Eine Initiative der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

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Altersvorsorge-Check

Riester-, Rürup-, Betriebs- oder gesetzliche Rente: Für die staatlich geförderte Altersvorsorge droht bei einer Börsenkrise entweder keine Gefahr oder das Gefahrenpotenzial ist zumindest begrenzt.

Gesetzliche Rente
Riester-Rente
Betriebsrente
Rürup-Rente

Gesetzliche Rente

Die gesetzliche Rente ist, anders als die private Altersvorsorge, von einer Krise an den Aktienmärkten nicht betroffen. "Durch das Umlageverfahren werden die Einnahmen der Rentenkasse direkt wieder an die Rentner ausgezahlt. Es gibt keine Gelder, die am Aktienmarkt gewinnbringend angelegt werden müssen, daher hat ein Kursrutsch auch keine Auswirkungen", sagt Wolf-Dieter Burde, Pressesprecher der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover. Einzig die Nachhaltigkeitsrücklage - früher auch Schwankungsreserve genannt - in Höhe von rund 0,4 Monatsausgaben ist von der Zinsentwicklung abhängig. "Nur dieses Kapital legen wir in Form von Tagesgeldern sicher und zinsstark an", so Burde weiter. Würde es in Folge einer Börsenkrise zu einer nachhaltigen Wirtschaftskrise mit steigender Arbeitslosenzahlen kommen, so würde das auch Einfluss auf die gesetzliche Rente haben: Weniger Beitragszahler bedeutet auch weniger Einnahmen für die Rentenversicherung. Eine weit höhere Wirkung hat die Inflation - sie entwertet die Renten, weil sie Kaufkraft nimmt.

Riester-Rente

Bei der Riester-Rente stehen alle Zeichen auf Entspannung. Die Anbieter von Riester-Produkten sind gesetzlich dazu verpflichtet, alle eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen zu Beginn der Rentenzahlung zu garantieren. Drei Typen von Riester-Verträgen stehen zur Auswahl: Riester-Banksparpläne, -Fondssparpläne und Versicherungen.

Riester-Rentenversicherung: Die Verzinsung einer Riester-Rentenversicherung beinhaltet zwei Komponenten: Eine reguläre Verzinsung in Form eines Garantiezinses (derzeit 2,25 Prozent) sowie ein nicht garantierter Überschussanteil. Dieser Überschussanteil hängt vom Geschick der Versicherung ab, das eingesammelte Geld gewinnträchtig an den Kapitalmärkten anzulegen. Börsenturbulenzen hinterlassen also durchaus ihre Spuren im Überschussanteil und damit auch in der späteren Rente. In Euro und Cent lassen sich solche Einschnitte nicht vorausberechnen; auch hier gilt: Je länger der Vertrag besteht, desto geringer dürften die Auswirkungen sein.

Riester-Banksparpläne: Die Verzinsung von Banksparplänen ist in der Regel an eine Kombination aus verschiedenen Zinssätzen gebunden - zum Beispiel zu 30 Prozent an den Euribor und zu 70 Prozent an den "gleitenden Zinssatz" für Bundeswertpapiere mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren. "Gleitend" bedeutet, dass nicht nur der aktuelle Marktzins, sondern ein Durchschnittszinssatz, der die Zinsentwicklung innerhalb eines festgelegten Beobachtungszeitraums widerspiegelt, für eine Zinsanpassung zu Grunde gelegt wird. Eine solche Kombination führt dazu, dass nur nachhaltige Zinsveränderungen an die Kunden weitergegeben werden.

"Man kann nicht sagen, dass eine Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank automatisch zu einer Zinserhöhung im gleichen Umfang bei Riester-Banksparplänen führt", erklärt Oliver Igloffstein von der Sparkasse Bochum. Zu unterschiedlich seien die gewählten Referenzzinssätze und Kopplungsmechanismen. "Darüber hinaus hat der Leitzins insbesondere auf die längerfristigen Zinsen nur einen sehr begrenzten Einfluss. Hier spielen weitere Faktoren, zum Beispiel das Wirtschaftswachstum, Inflationsdaten oder Zinserwartungen der Marktteilnehmer eine wichtige Rolle", so Igloffstein.

Dem stimmt auch Sylke Schröder zu. Sie ist Pressesprecherin der Ethikbank, die einen Banksparplan anbietet, der lediglich an die Umlaufrendite von öffentlichen Anleihen gekoppelt ist. Solche Sparpläne sind eher die Ausnahme. Unter öffentliche Anleihen fallen unter anderem Bundesanleihen mit langfristigen, Bundesschatzbriefe mit mittelfristigen oder Finanzierungsschätze mit kurzen Laufzeiten - insgesamt also sehr sichere Papiere. Die Umlaufrendite wird zwar täglich ermittelt, die Entwicklung wirkt sich aber nur mit Verzögerung auf den Banksparplan aus. "Wir passen unsere Zinsen zum Beispiel zweimal im Jahr an, eine tägliche Anpassung wäre wenig praktikabel", erklärt Schröder. Die Ethikbank gebe - wie für alle Riester-Banksparpläne-Anbieter üblich - den so errechneten Zins mit einem Abschlag an die Kunden weiter. Mit diesem Abschlag decken die Kreditinstitute ihre Kosten. Dafür verlangen die Anbieter keine Abschlusskosten wie es etwa bei Riester-Rentenversicherungen üblich ist. Leitzinserhöhungen und -senkungen können sich auf die Verzinsung von Sparplänen niederschlagen - allerdings ist auch hier der EZB-Leitzins nur einer von mehreren Faktoren. "Erhöht sich das Zinsniveau allgemein, steigt auch die Verzinsung solcher Riester-Banksparpläne, die an einen Referenzzins gebunden sind", bringt es Schröder auf den Punkt.

Riester-Fondssparpläne sind - je nach Ausrichtung der Fonds - intensiver an die Entwicklung der Kapitalmärkte gebunden. "Aufgrund der Erfahrung aus der Vergangenheit ist jedoch auch bei Fondslösungen nicht damit zu rechnen, dass nur der garantierte Betrag zur Auszahlung kommt. Der Aktienmarkt wird sich auch dieses Mal von der Krise erholen", ist sich Anlageexperte Jürgen Heßmann von der Raiffeisenbank Ochsenfurt sicher.
Vielmehr wird durch den periodischen Zukauf von Anteilen der so genannte Cost-Average-Effekt genutzt. "In Zeiten von schwächeren Märkten werden mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile gekauft. Im Durchschnitt fallen die Schwankungen also auf Sicht von 20 bis 30 Jahren nicht so gravierend aus", erklärt der Finanzplaner Tobias Appold. Gute Riester-Fonds bieten ein Ablaufmanagement, wo sich Spezialisten darum kümmern, dass die Kundengelder in den letzten Jahren des Vertrags in schwankungsärmere Geldanlagen investiert werden. So bleibt trotz eines eventuellen Kursrückgangs in den letzten Jahren das bis dorthin angesammelte Vermögen weitestgehend erhalten. Bei Riester gilt sowieso, dass die Beiträge plus Zulagen am Ende des Vertrages in jedem Fall in Form einer garantierten Rente ausgezahlt werden müssen.

Betriebsrente

Auch Betriebsrenten nutzen die Chancen des Kapitalmarkts: "Betriebsrentner müssen nicht um ihre Ansprüche bangen. Zum einen engagieren sich, gesetzlich so gewollt, betriebliche Versorgungswerke deutlich weniger in Aktien als viele Formen der privaten Vorsorge. Zum anderen handelt es sich nach wie vor bei den meisten Betriebrentenversprechen von Arbeitgebern um so genannte Leistungszusagen. Hierbei werden feste Beträge oder Prozentsätze des letzten Einkommens als Betriebsrente zugesagt", sagt Klaus Stiefermann, Geschäftsführer bei der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba). Außerdem sorgt ein "ausgeklügeltes System von Versicherungsaufsicht, Haftung des Arbeitgebers und Insolvenzsicherung" dafür, dass selbst bei einer Unternehmensinsolvenz keine Ansprüche verloren gehen. Betriebsrentenexperte Stiefermann gibt aber zu bedenken, dass Anleger "bei Systemen, die neben einem garantierten jährlichen Zins auch noch weitere Überschussbeteiligungen vorsehen, diese nicht garantierten Teile einer zukünftigen Betriebsrente nicht gleich mitverplanen" sollten.

Rürup-Rente

Bei der Rürup-Rente können sich Anleger zwischen einer Rentenversicherung mit garantierter Grundverzinsung oder einer fondsgebundenen Rentenversicherung entscheiden. Die klassische Rentenversicherung legt ihre Gelder hauptsächlich in sichere Staatsanleihen an, die Fondsvariante ist ein wenig mehr am Kapitalmarkt orientiert. Jedoch sehr begrenzt und sehr konservativ, was ebenfalls positiv bei einer Schwäche der Börsen ist.

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Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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