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ihre-vorsorge.de: Eine Initiative der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

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Inhaltsübersicht:

Kapitalmarkt-Check

Welche Anlageformen sind sicher? Einige Beispiele.

Staatanleihen
Festgeld
Kapitallebensversicherung
Gold, Öl & Co.

Staatsanleihen

Da die Bundesrepublik über eine erstklassige Bonität verfügt, gelten Bundesanleihen, Bundesobligationen, Finanzierungsschätze und Bundesschatzbriefe als sehr sichere Geldanlage. Dementsprechend gut ist das so genannte Rating, die Bewertung von Banken und Finanzanalysten.

"Der deutsche Staat gilt als ein sehr guter Schuldner. Im Umkehrschluss muss er für das geliehene Geld auch nur geringe Zinsen zahlen, was die Rendite des Anlegers schmälert. Bundeswertpapiere sind für den Anleger interessant, der über einen festen Zeitraum von sieben Jahren eine garantierte Rendite erzielen möchte. In unsicheren Börsenzeiten kann der Anleger deshalb ruhig schlafen. Allerdings sollten Anleger wissen, dass in Zeiten hoher Inflation der Realzins, das heißt der Zins nach Abzug der Inflation, von Bundeswertpapieren eher niedrig ausfällt", erklärt Finanzplaner Tobias Appold. Und: Die festen Zinsen sind voll steuerpflichtig, sobald der Freibetrag ausgeschöpft ist. Ist das der Fall, führt das bei Privatanlegern zu einer geringeren Nachsteuerrendite.

Darauf müssen Sie besonders achten:

Statt bei einer Bank, können Bundeswertpapiere kostenlos beim Bund ge- und verkauft werden: "Bei der Deutschen Finanzagentur können Privatanleger kostenlos Bundeswertpapiere je nach Wunsch als Einzel- oder als Dauerauftrag direkt erwerben und gebührenfrei verwalten lassen. Einfach und schnell geht das online unter www.deutsche-finanzagentur.de", sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Neu: Tagesgeldanleihe

Seit ersten Juli 2008 ist die Tagesanleihe erhältlich, die Verzinsung richtet sich nach dem Eonia-Marktzinssatz. Das ist der Zinssatz, zudem sich Banken kurzfristig untereinander Geld leihen. Das Geld ist täglich verfügbar. Die Kontoführung ist kostenlos. Die aktuelle Verzinsung gibt es  hier: www.tagesgeldanleihe.de.

Darauf müssen Sie besonders achten:

Das Angebot dürfte interessant sein für Sparer, die hohe Beträge anlegen wollen und keine Lust haben, ihr Geld aufgrund eingeschränkter Anlageabsicherung über verschiedene Tagesgeldanbieter zu streuen. Attraktiv ist die Tagesanleihe auch für Sparer, die bereits ein Schulbuchkonto haben. Ausgelaufene Bundeswertpapiere, die keine Zinsen mehr erwirtschaften, können in Tagesanleihen zwischengeparkt werden.

Festgeld

"Neben Bundeswertpapieren gibt es sichere Anlagen nur bei Bankprodukten wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbriefen", sagt Max Herbst vom Finanzdatendienstleister FMH aus Frankfurt am Main. Diese Anlagen sind vor Börsenschwankungen sicher und auch Leitzinsentscheidungen haben wenig Einfluss auf die Zinshöhe. Da gerade bei Fest- und Tagesgeld die Banken um Kunden kämpfen, ist eher die Konkurrenzsituation als das Zinsniveau, dass sich nur langsam wandelt, bedeutend. Für Sparer wichtig ist der Blick in die Bedingungen und auf die Einlagensicherung. So bot eine isländische Bank am deutschen Markt im Juli 5,65 Prozent für ein online geführte Tagesgeldkonto - garantiert aber nur für sechs Monate, danach gibt es aber immer noch satte 5,1 Prozent. Einziger Wermutstropfen: "Die Bank garantiert nur eine Einlagensicherung bis zu bis 20.887 Euro. Die Isländer gehören nicht dem deutschen Einlagensicherungsfonds an. Wer also auf der Suche nach dem besten Tagesgeld aus ist, sollte nie mehr als die tatsächlich garantierte Summe anlegen", sagt Max Herbst. Manche der Top-Angebote gelten auch nur für Neukunden, sind zeitlich begrenzt oder an bestimmte Bedingungen geknüpft, wie beispielsweise bei Kombiangeboten mit verlockend hohen Zinsen. Bei solchen Produkten gibt es die dicken Prozente auf das Festgeld nur, wenn gleichzeitig in einen Investmentfonds investiert wird. Das hat zwei Knackpunkte zur Folge: Der Fonds wird nicht nur von der Bank vorgegeben, sondern kostet den Investor auch noch rund fünf Prozent Ausgabeaufschlag - unterm Strich wird dadurch ein Großteil des Zinsvorteils aufgefressen. Oft sind die vorgegebenen Fonds nicht die Spitzenperformer, sondern allenfalls im Mittelfeld angesiedelt. Billiger oder ohne zusätzliche Kosten kauft man Fonds über Vermittler oder bei Direktbanken.

Darauf müssen Sie besonders achten:

Unter www.fmh.de lassen sich Tages- und Festgeldangebote recherchieren. In der rechten Spalte unter "i" werden die Angebotsbeschränkungen genannt.

Unternehmen als Schuldner

Über Unternehmensanleihen leihen sich Konzerne Geld von Sparern. "Bei Unternehmensanleihen ist das Rating eine entscheidende Größe", erklärt Jürgen Heßmann, Anlageexperte bei der Raiffeisenbank Ochsenfurt. "Unternehmen mit einem guten Rating sind normalerweise ebenfalls sichere Anlagen. Bei extremen Marktlagen kann es aber auch zu stärkeren Kursschwankungen kommen. Dies wurde in der aktuellen Krise vor allem bei Finanzwerten deutlich. Es sollte deshalb genau abgewogen werden, welches Risiko man eingehen will." Geht ein Unternehmen nämlich pleite, ist die Anleihe nichts mehr wert.

Darauf müssen Sie besonders achten:

Bei der Einschätzung von Staats- und Unternehmensanleihen helfen die Informationen der großen Ratingagenturen wie S&P oder Moodys. Je bessere deren Bewertung für eine Anleihe, desto geringer ist die Möglichkeit, dass man sein Geld verliert. Ein gutes Rating bedeutet aber auch, eine geringere Rendite.

Kapitallebensversicherung

In der Vergangenheit avancierten kapitalbildende Lebensversicherungen zum beliebtesten Altersvorsorgeprodukt. Mittlerweile sind sie wegen der niedrigen Garantieverzinsung (derzeit bei 2,25 Prozent) und den eingeschränkten Steuervorteilen eher ein Ladenhüter. "Bei Lebensversicherungen ist nicht damit zu rechnen, dass die Finanzkrise darauf größeren Einfluss hat. Vor allem weil der Löwenanteil der Kundengelder bei vielen Lebensversicherungen in sicheren Staatsanleihen angelegt ist, werden die Folgen nicht allzu groß sein", erklärt Anlageexperte Heßmann. Lediglich die nicht garantierten Überschussbeteiligungen könnten bei einer lang anhaltenden Börsenflaute geringer ausfallen oder gar ganz gestrichen werden.

Gold, Öl & Co.

Gold und andere Rohstoffe haben sich in der Vergangenheit sehr oft als krisensicher gezeigt. Das liegt zumeist aber auch daran, dass Anleger bei fallenden Aktienmärkten die Sicherheit in diesen Anlageformen suchen und damit das Angebot in die Höhe treiben. Was leicht vergessen wird: Auch diese Märkte unterliegen Kursschwankungen - und diese können sehr schnell extrem heftig ausfallen. So hat beispielsweise der Goldpreis in den letzten vier Jahren in der Spitze um 160 Prozent zugelegt. Anleger, die allerdings erst Mitte März 2008 auf den Zug aufgesprungen sind, kämpften Ende Mai 2008 mit einem Verlust von rund 17 Prozent. Die weltweit starke Nachfrage nach Rohstoffen beeinflusst die Preise ebenfalls, was für den normalen Anleger kaum einzuschätzen ist. Daher gilt es bei einem Investment in Rohstoffe einiges zu beachten.

Preis contra Risikostreuung

"Direktinvestments sind zwar kostengünstiger als Fondslösungen, bieten aber andererseits keine Risikostreuung und ein professionelles Management. Investmentfonds sind für Privatanleger eine gute Möglichkeit, mit einem ‚kleinen Einsatz' auf verschiedene Märkte zu setzen. Im Fondsbereich lassen sich heutzutage durch die Vielzahl von verschiedenen Produkten die unterschiedlichsten Strategien verfolgen. Dies ist bei Direktinvestments oft nur mit einem sehr hohen finanziellen Einsatz möglich", erklärt der unabhängige Anlageberater Tobias Appold. Wichtig sei jedoch auch, dass das finanzielle Engagement in Edelmetalle und Rohstoffe nur einen kleinen Teil einer ganzheitlichen Anlagestrategie ausmachen sollte. Und: "Gold und viele Rohstoffe werden in US-Dollar gehandelt. "Da diese Währung natürlich ebenfalls Schwankungen unterliegt, muss zusätzlich immer auch der Wechselkurs US-Dollar zum Euro eingerechnet werden"", sagt Jürgen Heßmann, Anlageexperte bei der Raiffeisenbank Ochsenfurt.

Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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