Der Zinseszinseffekt
Der frühere Wirtschaftsweise und heutige Vermögensberater Bert Rürup bezeichnete den Zinseszinseffekt als das achte Weltwunder.
Wer früher mit dem Sparen anfängt, hat am Ende mehr auf dem Konto. Durch den Zinseszinseffekt vermehrt sich angespartes Kapital bei längeren Laufzeiten immer stärker. Vorausgesetzt, die jährlich erwirtschafteten Zinsen werden wieder angelegt und die jeweilige Inflationsrate liegt nicht über dem Sparzins. Fachleute nennen das erneute Anlegen thesaurieren (griechisch für Geld horten).
Wer monatlich 100 Euro spart und drei Prozent Zinsen bekommt, hat nach fünf Jahren 6.474 Euro auf dem Konto. Zinsgewinn: 474 Euro. Nach zehn Jahren sind es bereits 13.980 Euro Kapital. Der Zinsgewinn liegt jetzt schon bei 1.980 Euro. Nach 20 Jahren hat man 32.768 Euro auf dem Konto, davon 8.768 Euro Zinsen.
Nach 40 Jahren sind 91.952 Euro Kapital zusammengekommen. 43.952 Euro davon sind Zinsen und 48.000 Euro eigene Einzahlungen.
Das Beispiel zeigt, regelmäßiges Sparen lohnt sich vor allem auf längere Sicht. Je nach Sparrate und Zinssatz übersteigen die Zinsen ab einem bestimmten Zeitpunkt die eigenen Einzahlungen.
Einen Wermutstropfen hat das Ganze allerdings: die Inflation. Sie entwertet langsam aber stetig das Geld. Bei zwei Prozent Inflation haben die mühsam ersparten 92.000 Euro nach 40 Jahren noch die gleiche Kaufkraft wie heute knapp 42.000 Euro.




