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Sinnbild für die Krise

Bei Immobilienfonds zeigt sich eindrucksvoll, wie aus der Immobilien- eine Finanzkrise wurde.

Immobilienfonds galten über viele Jahre als zwar nicht besonders renditestarke, dafür aber durch und durch solide Geldanlage, die auch für Kleinanleger und Vorsorgesparer geeignet ist. Schließlich investieren diese Fonds das Geld der Anleger in Beton, sprich in Häuser und Grundstücke. So kam bis 2008 in Deutschland eine Anlagesumme von insgesamt fast 90 Milliarden Euro in knapp 50 offenen Immobilienfonds zusammen.

Meistens handelt es sich bei den Anlagewerten von offenen Immobilienfonds um Bürogebäude oder Einkaufszentren. Hinzu kommen noch Zinspapiere für die Liquiditätsreserve, die nötig ist, weil sich Bürotürme nicht jederzeit über Nacht zu Geld machen lassen. Das braucht der Fonds aber für die Zusage an die Anleger, ihre Anteile an jedem Börsentag zurückgeben zu können. Der Wert der Anteile wird nach komplexen Rechenverfahren regelmäßig ermittelt. Basis ist dabei der vermeintliche Marktwert des Immobilienbestands.

Die flüssigen Reserven reichten aber offenbar nicht aus, wie die Finanzkrise vor allem 2008 zeigte. Als zahlreiche institutionelle und private Anleger - durch die Immobilienkrise verunsichert - ihre Anteile zurückgaben, waren viele Fonds nicht mehr in der Lage, die Forderungen mit ihren flüssigen Mitteln zu befriedigen. Der Verkauf von Immobilien aus dem Bestand kam nicht infrage, weil er angesichts des Preisverfalls am Immobilienmarkt mit großen Verlusten verbunden gewesen wäre.

Die Manager zogen die Notbremse und schlossen zahlreiche Fonds. Das zog natürlich einen großen Vertrauensverlust nach sich. Der Ruf von Immobilienfonds ist seitdem stark beschädigt und die Branche sucht nach Lösungen, ihn wiederherzustellen. Derweil ist die internationale Immobilienkrise offenbar noch nicht ausgestanden. Es werden weiterhin Immobilienfonds geschlossen oder sind von Schließung bedroht.

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