Finanzen / 08.08.2017

Riester-Rente: Teurer Abschied

Beim Wechsel einer Riester-Rentenversicherung drohen doppelte Kosten

Offenbach (mjj) Riester-Rentenversicherungen sind die Platzhirsche unter den Riester-Renten. Keine andere Branche verstand es so gut, ihr Produkt unter die Sparer zu bringen. Rund 11 Millionen solcher Verträge zählt das Bundessozialministerium aktuell. Ihr Vorteil ist die Planbarkeit: Schon zum Abschluss kann eine Versicherung dem Sparer sagen, was sie im Alter garantiert an Rente erhalten. Einst lies sich der Garantiezins mit über drei Prozent sehen, doch seit 2015 bringen Neuverträge mit 1,25 Prozent eine eher magere Verzinsung (Neuverträge ab 2017: 0,9 Prozent). 

Die Börse lockt

Eine Riester-Rente lässt sich kündigen und Sparer können Verträge wechseln. Diese Flexibilität hat der Gesetzgeber so gewollt und mit Blick auf die Leitbörsen dieser Welt, erscheint eine Neuorientierung in Richtung Fondssparpläne oder fondsgebundene Riester-Rentenversicherungen attraktiv. Doppelte Kosten Doch wer von einer Riester-Rente in die nächste wechselt, dem drohen doppelt hohe Kosten. Erstens lässt sich der alte Anbieter der Riester-Rentenversicherung die Untreue mit einem Entgelt von bis zu 150 Euro entschädigen, zweitens verlangt der neue Anbieter Abschlusskosten - und die zieht der neue Anbieter die ersten Jahren von den Beiträgen ab. Laut Stiftung Warentest verlangt er je nach Laufzeit des Vertrages und Kalkulation des Anbieters zwischen drei und rund 22 Prozent. Das dürfte insbesondere Sparer mit älteren Riester-Rentenversicherungen schmerzen, denn sie haben bereits die Abschlusskosten beim alten Anbieter abgestottert. 

Auch bei Fondssparplänen gibt es Entgelte für den Abschluss: Je nach Anbieter schlägt der Ausgabeaufschlag mit bis zu fünf Prozent der Rate zu Buche. Hinzu kommen järliche Fondskosten und eine Kontoführungsgebühr.

Beitragsfreistellung als Alternative

Alternativ zur Kündigung der alten Riester-Rentenversicheurng kann diese beitragsfrei gestellt werden: Der Sparer stoppt die Einzahlungen, behält  aber den Vertrag. Doch auch für diesen Fall halten die Anbieter die Hand auf, schließlich kümmern sie sich weiter um den Vertrag. Laut Stiftung Warentest kostet eine Beitragsfreistellung bis zu 125 Euro. Gerade wenn die Abschlusskosten des Altvertrages schon getilgt sind, kann die Beitragsfreistellung die günstigere Alternative zur Küdnigung sein. 

So bleibt dem Sparer am Ende nur, vor einem Wechsel sich aller Kosten und Verluste zu versichern:

  • Kosten für die Vertragsauflösung beim alten Anbieter
  • Summe der bislang abbezahlten Abschlusskosten
  • Alternativ: Kosten für die Beitragsfreistellung
  • Abschlusskosten beim neuen Anbieter
  • Laufende Kosten beim neuen Anbieter  
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Autor

Michael J. John