Im Fokus / 21.04.2017

Abschlagsfrei in die Frührente: Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Abschlagsfrei vorzeitig in Rente. Dieses Sonderangebot bietet die gesetzliche Rentenversicherung besonders treuen Kunden. Wir zeigen, für wen es wie funktioniert.

Rentnerin mit Buch – Bildnachweis: wdv © K.Koch

Inhalt

Rentenminus von 32.000 Euro vermeiden

130 Euro oder mehr Rentenabschlag – damit müssen Versicherte normalerweise rechnen, wenn sie mit 63 in Rente gehen. Nicht so bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Für den Jahrgang 1954 gibt es sie ab 63 Jahren und vier Monaten – ohne Abschläge. Für wen dieses Altersruhegeld in Frage kommt und was die Alternativen sind.

Wer gesetzlich rentenversichert ist, kann in den meisten Fällen mit 63 ein vorgezogenes Altersruhegeld in Anspruch nehmen: Die Altersrente für langjährig Versicherte – ohne den Zusatz „besonders“.

Voraussetzung dafür ist der Nachweis von 35 Versicherungsjahren – wobei beispielsweise Studien- und Schulzeiten mitzählen. Weil dann das Ruhegeld im Schnitt länger gezahlt wird, wird die Rente allerdings gekürzt. Es gibt Rentenabschläge von 0,3 Prozentpunkten pro Monat des vorzeitigen Eintritts in den Ruhestand. Dabei fallen für den Jahrgang 1954 Abschläge in Höhe von 9,6 Prozent an – künftig wachsen diese bis auf 14,4 Prozent.

Dieses Rentenminus gilt im Übrigen lebenslang. Wer in seinem Arbeitsleben überwiegend durchschnittlich verdient hat, für den bedeutet das derzeit ein Rentenminus von gut 130 Euro im Monat, macht ca. 1.600 Euro im Jahr und nach 20 Jahren ca. 32.000 Euro.

Günstiger ist die Rentensituation für diejenigen, die die Altersrente für schwerbehinderte Menschen in Anspruch nehmen können. Dafür braucht man jedoch einen Schwerbehindertenausweis. Hier kann der Jahrgang 1954 noch abschlagsfrei mit 63 Jahren und acht Monaten in Rente gehen.

Für Jüngere steigt die Grenze des abschlagsfreien Renteneintritts weiter bis auf 65 Jahre an. Mit Abschlägen geht es jeweils bis zu drei Jahre früher.

Alternative: Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Ein weit besseres Angebot ist da die Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Diese gab es für die Geburtsjahrgänge vor 1953 mit 63 Jahren und ganz ohne Abschläge (und ohne Schwerbehindertenausweis).

Für den Jahrgang 1954, diejenigen also, die 2017 ihren 63. Geburtstag feiern, geht dies allerdings erst vier Monate später. Wenn Sie also im Juni 1954 geboren wurden, können Sie dieses Altersruhegeld ab November 2017 bekommen, denn im Oktober 2017 werden Sie 63 Jahre und vier Monate alt. Die Altersgrenze für dieses vorzeitige Altersruhegeld steigt schrittweise bis auf 65 Jahre an.

Wer diese Rente in Anspruch nehmen will, darf allerdings auf seinem Versicherungskonto nicht allzu viele Lücken haben. Dieses Altersruhegeld ist so etwas wie eine Belohnung für diejenigen, die besonders lange in die Rentenkasse eingezahlt haben. Sie kommt nur in Frage für diejenigen, auf deren Rentenkonto 45 Jahre mit Pflichtbeiträgen beziehungsweise so genannten Berücksichtigungszeiten (vor allem für Kindererziehung) stehen.

Arbeitnehmer, die früh – etwa mit 16 – ihre Lehre begonnen haben und ihr Leben lang durchgearbeitet haben, können schon mit 63 auf 47 Versicherungsjahre kommen und haben damit Anspruch auf diese Altersrente.

Akademiker, die erst später – in aller Regel erst in den Zwanzigern – ins Arbeitsleben eingetreten sind, können dieses Ruhegeld in der Regel nicht erhalten.

Dies gilt genauso für diejenigen, die längere Zeit Arbeitslosengeld II oder früher Arbeitslosenhilfe bezogen haben.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte: Anhebung der Altersgrenzen

Versicherte Anhebung um auf das Alter
Geburtsjahrgang Monate - Jahr - - Monat -
1954 4 63 4
1955 6 63 6
1956 8 63 8
1957 10 63 10
1958 12 64 0
1959 14 64 2
1960 16 64 4
1961 18 64 6
1962 20 64 8
1963 22 64 10
1964 24 65 0

Wichtig für Mütter: Pro Kind werden bis zu zehn Jahre auf die Wartezeit angerechnet

Gemeinhin gilt die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte als reines „Männerthema“. Doch auch Frauen mit längeren Erwerbspausen sollten sich hiermit beschäftigen.

Das entscheidende Stichwort lautet dabei: Kinderberücksichtigungszeiten. Auch diese zähen mit, wenn es um den Anspruch auf die neue Altersrente geht.

Die Regelung hierzu wurde zwar erst 1992 eingeführt, gilt jedoch auch für die Vergangenheit – etwa wenn die Kinder in den 60er oder 70er-Jahren geboren wurden. Folgendes Beispiel zeigt, wie die Kinderberücksichtigungszeiten im Zusammenhang mit der Rente für besonders langjährig Versicherte wirken.

Beispiel:

Else Fischer wurde im Februar 1954 in Köln geboren. Im September 1970 war sie als Einzelhandels-Azubis erstmals sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Anschließend blieb sie in ihrem Ausbildungsbetrieb tätig, bis ihr erstes Kind geboren wurden (Januar 1980). Weitere Kinder kamen im Februar 84 und September 1990 zur Welt. Seitdem ihr zuletzt geborenes Kind zehn Jahre alt wurde, ist Frau Fischer wieder in einem Einzelhandelsunternehmen in einem Teilzeitjob als Einzelhandelskauffrau tätig. Damit kommt sie im Juni 2017 insgesamt auf folgende sozialversicherungspflichtige Beschäftigungszeiten:

 

Zeitraum Beschäftigungszeiten
September 1970 bis Februar 1980 (Ende des Mutterschaftsgeld-Bezugs): 9 Jahre und sechs Monate
September 2000 bis Juni 2017: 16 Jahre und 10 Monate
= insgesamt 26 Jahre und vier Monate

Auf ihrem Rentenkonto stehen zudem aber auch Kinderberücksichtigungszeiten vom Januar 1980 bis einschließlich August 2000. Dies sind insgesamt 20 Jahre und acht Monate. Zwei Monate – Januar und Februar 1980 – können wir hiervon wegstreichen, da Frau Fischer in dieser Zeit das versicherungspflichtige Mutterschaftsgeld bezogen hat. Es bleiben also 20 Jahre und sechs Monate.

Insgesamt kommt Else Fischer damit im Juni 2017 auf 46 Jahre und zehn Monate anrechenbarer Zeiten für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Damit kann sie diese abschlagsfreie Rente ab Juli 2017 erhalten – dies ist der Monat nach dem sie 63 Jahre und vier Monate alt geworden ist. 

Übrigens:

Frauen, die in der zehnjährigen Kinderberücksichtigungszeit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen sind, winkt zudem auch noch ein Rentenzuschlag, allerdings gilt das nur für Beschäftigungszeiten ab 1992.

Soweit die Betroffenen in der Zeit zwischen dem dritten und zehnten Geburtstag eines Kindes weniger als der Durchschnitt aller Rentenversicherten verdient haben, werden die durch die Rentenversicherungsbeiträge erworbenen Entgeltpunkte um bis zu 50 Prozent aufgewertet.

Voraussetzung dafür ist, dass die Betroffenen 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten vorweisen können. Dieses fällt den meisten allerdings leicht, da die Kinderberücksichtigungszeit hierbei mitgerechnet wird.

Tipp: Berücksichtigungszeiten auf dem Rentenkonto eintragen lassen

Die Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung sollten im Standardfall nach Ablauf der Berücksichtigungszeit – also zehn Jahre nach der Geburt – beantragt werden. Dafür gibt es das Formular V0820, das man auch im Internet herunterladen kann. Ohne Antragstellung werden diese Zeiten von der Deutschen Rentenversicherung nicht berücksichtigt – auch dann nicht, wenn aus dem Rentenkonto klar hervorgeht, dass ein Versicherter Kinder hat.

Doch keine Panik: Wer bislang versäumt hat, dieses Zeiten eintragen zu lassen, hat nichts verpasst: Die Zeiten können auch noch kurz vor dem Rentenantrag nachgetragen werden.

Zeiten des Arbeitslosengeld-I-Bezugs zählen mit …

wenn geprüft wird, ob die für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte erforderlichen 45 Versicherungsjahre vorliegen. Zeiten des Bezugs von Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) jedoch nicht.

Teilweise kann die Rentenversicherung dem Rentenkonto der Betroffenen nicht entnehmen, ob Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosenhilfe bezogen wurde. Falls den Betroffenen keine Bescheide der Arbeitsämter mehr vorliegen, kann der Bezug von Arbeitslosengeld I gegebenenfalls durch eine eidesstattliche Erklärung glaubhaft gemacht werden.

… außer in den letzten zwei Jahren vor der abschlagsfreien Rente

Um eine „Frühverrentungswelle“ zu verhindern, hat der Gesetzgeber allerdings beschlossen, dass Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld I in den letzten beiden Jahren vor Rentenbeginn für die Erfüllung der 45jährigen Wartezeit nicht zählen.

Ein Beispiel hierzu: Ein Arbeitnehmer wird im Mai 2017 mit genau 62 Jahren von seinem Arbeitgeber entlassen und beantragt Arbeitslosengeld I. Er beabsichtigt, ab Dezember 2018 die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte zu beziehen. Wenn die Rentenversicherung dann prüft, ob er die Anspruchsvoraussetzungen hierfür erfüllt, wird die Zeit des Arbeitslosengeld-I-Bezugs seit Juni 2017 nicht mitgezählt. Gegebenenfalls muss der Betroffene dann – soweit er frühzeitig in Rente gehen möchte – die Altersrente für langjährig Versicherte in Anspruch nehmen. Dabei müsste er – da er 1955 geboren wurde – bei einem Renteneintritt mit 63 einen Rentenabschlag von 9,9 Prozent hinnehmen.

Von dieser Regelung gibt es nur dann eine Ausnahme, wenn die Arbeitslosigkeit durch eine Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers verursacht ist. In diesem Fall werden auch die „späten“ Arbeitslosengeld-Zeiten mitgezählt.

Wichtig: Wird in der Zeit des Arbeitslosengeld-Bezugs gleichzeitig eine versicherungspflichtige Beschäftigung (etwa ein Minijob) ausgeübt, so wird durch die Beschäftigung unter Umständen die Wartezeit für die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte erfüllt. Die Aufnahme eines – bei der Arbeitsagentur angemeldeten – Minijobs steht dem Bezug von Arbeitslosengeld I nicht entgegen.

Wundertüte Minijob

Ein Minijob bedeutet nur Mini-Abzüge vom Lohn. Nicht mal 20 Euro können aber dafür sorgen, dass später ein Anspruch auf die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte besteht.

Seit Anfang 2013 sind Minijobs prinzipiell rentenversicherungspflichtig – jedenfalls solange die Versicherungspflicht nicht abgewählt ist. Die Entscheidung für die Beibehaltung der Versicherungspflicht kostet die Jobber dabei nicht viel. Bei einem vollen 450-Euro-Job sind es nur 16,65 Euro im Monat. Bei einem „kleinen“ Minijob entsprechend weniger. Dafür gewinnt man aber viel. Denn ein Jahr mit Minijob bringt zwar, was die Rentenhöhe betrifft, relativ wenig. Es schafft aber ganz normale Rentenansprüche. Vor allem wird durch die Beitragszahlung im Minijob die Wartezeit auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte erfüllt.

Dies kann auch für diejenigen sehr wichtig sein, die kurz vor dem Rentenalter ihren Arbeitsplatz verlieren und auf Arbeitslosengeld I (oder auch Arbeitslosengeld II) angewiesen sind. Die Zeit des Bezugs von Arbeitslosengeld I zählt in diesem Fall (weil es sich um eine Bezugszeit in den letzten beiden Jahren vor der Rente handelt) nicht mit, wenn geprüft wird, ob die Wartezeit für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte erfüllt wird. Eine geringfügige Beschäftigung bringt dagegen volle Ansprüche.

Wer beispielsweise mit 61 Jahren und ein paar Monaten seine Arbeit verliert und bis dahin 43 anrechenbare Jahre für die neue Rente vorweisen kann und danach sofort einen Minijob aufnimmt und diesen zwei Jahre ausübt, erfüllt mit 63 (plus x Monate) die Anspruchsvoraussetzungen für diese Rente. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Betreffende die Versicherungspflicht des Minijobs nicht abwählt.

Minijob der Arbeitsagentur melden

Der Minijob steht auch dem Anspruch auf Arbeitslosengeld I nicht entgegen. Allerdings werden Einkünfte, die nach dem Abzug von Werbungskosten und des vom Betreffenden selbst zu tragenden Teils des Rentenversicherungsbeitrags voll vom Arbeitslosengeld I abgezogen – soweit sie über den Freibetrag von monatlich 165 Euro hinausgehen.

Wichtig ist allerdings: Die Aufnahme einer solchen Beschäftigung muss der Arbeitsagentur umgehend gemeldet werden. Sofern die Bemühungen um eine vollwertige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung „dadurch nicht eingeschränkt werden und die wöchentliche Arbeitszeit unter 15 Stunden liegt“, wird der Anspruch auf Arbeitslosengeld I nicht berührt, schreibt die Bundesagentur für Arbeit.

Beispiel: Ein geringfügig Beschäftigter, der Arbeitslosengeld I bezieht, ist monatlich 12 Stunden tätig bei einem Brutto-Stundenlohn von 16 Euro. Dies ergibt ein monatliches Gehalt in Höhe von 192 Euro. Der auf den Arbeitnehmer anfallende Rentenversicherungsbeitrag beläuft sich auf 7,10 Euro (3,7 Prozent von 192 Euro). Monatlich werden ihm damit 184,90 Euro überwiesen. Als Werbungskosten kann er die Kosten für die Fahrt mit seinem Auto zu seinem 15 km von seiner Wohnung entfernten Arbeitsplatz ansetzen. Diese belaufen sich auf 18 Euro (4 mal im Monat 15 Entfernungskilometer mal 0,30 Euro). Als anrechenbares Einkommen verbleiben damit 166,90 Euro. Damit wird der Freibetrag von 165 Euro, der allen Arbeitslosengeld-I-Beziehern für Nebeneinkünfte zugestanden wird, um genau 1,90 Euro überschritten. Das Arbeitslosengeld I wird damit monatlich um 1,90 Euro gekürzt.

Wichtig zu wissen ist zudem: Nach den derzeit geltenden gesetzlichen Regelungen spricht nichts dagegen, einen solchen Minijob beim vorherigen Arbeitgeber auszuüben.

Von 63 auf 65 – auf den Geburtsjahrgang kommt es an

Als abschlagsfreie Rente ab 63 wurde die Altersrente für besonders langjährig Versicherte zunächst oft tituliert. Doch die 63-Jahres-Grenze gilt schon lange nicht mehr. Von Jahrgang zu Jahrgang geht es nun wieder auf die 65-Jahres-Grenze zu.

Die Jahrgänge 1952 bis 1963 können diese Rente allerdings vor ihrem 65. Geburtstag erhalten. Die 63-Jahres-Grenze galt jedoch nur für diejenigen, die vor 1953 geboren sind. Ab dem Jahrgang 1953 steigt die Altersgrenze stufenweise um je zwei Monate pro Geburtsjahrgang an (siehe Tabelle). Für 55-er gilt eine Grenze von 63 Jahren und sechs Monaten. Wer also beispielsweise im Februar 1955 geboren wurde, kann die neue Rente ab September 2018 erhalten. Das ist der Monat, der dem Monat folgt, an dem der oder die Betreffende 63 Jahre und sechs Monate alt wird. Für 56-er sind es 63 Jahre und acht Monate und so weiter. Ab dem Jahrgang 1964 gilt dann – wie bisher – die 65-Jahres-Grenze.

Anhebung der Altersgrenze für besonders langjährig Versicherte

Geburtsjahrgang des Versicherten Anhebung der Altersgrenze um ... Monate auf das Alter
Jahre Monate
bis 1952 0 63 0
1953 2 63 2
1954 4 63 4
1955 6 63 6
1956 8 63 8
1957 10 63 10
1958 12 64 0
1959 14 64 2
1960 16 64 4
1961 18 64 6
1962 20 64 8
1963 22 64 10
ab 1964 24 65 0

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Überblick: Welche Zeiten für die neue Rente zählen

Nicht alle Lebensphasen zählen bei der Prüfung eines Anspruchs auf die Altersrente für besonders langjährige Versicherte gleich viel. Hier ein Überblick.

Das Bundesarbeitsministerium hat – um Missverständnisse zu vermeiden – in die Begründung des Gesetzesentwurfs eine Liste von Leistungen aufgenommen, die bei der 45-jährigen Wartezeit neben sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungszeiten und Berücksichtigungszeiten mitgezählt werden sollen: „Es handelt sich hierbei um Zeiten des Bezugs von Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung, Leistungen bei Krankheit und Übergangsgeld und deren Vorläuferleistungen. Dabei zählen zu den Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung beispielsweise Kurzarbeitergeld, Transferkurzarbeitergeld, Saisonkurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung, Strukturkurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld und Winterausfallgeld.“

Freiwillige Beiträge zählen nur in Ausnahmefällen

Zeiten mit freiwilliger Beitragszahlung zählen dagegen in aller Regel nicht mit, wenn geprüft wird, ob die 45-jährige Wartezeit für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte erfüllt ist.

Von dieser Regel gibt es allerdings eine Ausnahme, die selbstständige Handwerker betrifft. Für diese besteht zunächst in der Regel Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie können sich jedoch von der Versicherungspflicht befreien lassen, wenn sie 18 Jahre lang Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt haben. Anschließend können sie – gegebenenfalls um ihren Versicherungsschutz beim Eintritt von Erwerbsminderung aufrecht zu erhalten – weiterhin freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Häufig wird dabei nur der Mindestbeitrag abgeführt.

Bei der Personengruppe, auf die die skizzierten Merkmale zutreffen, zählen auch freiwillige Beiträge zur Erfüllung der 45-jährigen Wartezeit für die abschlagsfreie Rente für besonders langjährige Versicherte mit.

Allerdings gilt dies für die letzten beiden freiwilligen Beitragsjahre vor Renteneintritt nur dann, wenn die Betroffenen nicht gleichzeitig aufstockendes Arbeitslosengeld II bezogen haben.

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Autor

Rolf Winkel