Im Fokus / 09.11.2007

Riestern rechnet sich

Erst Flop, dann top: Nach Anlaufschwierigkeiten entwickelt sich die Riester-Rente inzwischen zur Zusatzvorsorge für die Massen. Denn dank der Zulagen rechnet sich riestern für fast jeden.

Dokumente und Taschenrechner – Bildnachweis: shutterstock.com © Pressmaster

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Fast zehn Millionen Riester-Verträge wurden inzwischen abgeschlossen. Mit staatlichen Zulagen und Steuerersparnis auf eingezahlte Beiträge wird diese private Altersvorsorge besonders gefördert. www.ihre-vorsorge.de sagt Ihnen, wie man sich informiert und Angebote vergleicht und worauf man bei den einzelnen Produkten – Rentenversicherung, Banksparplan oder Fonds – besonders achten muss.

Guter Rat

Eine Altersvorsorge nach Riester ist darauf angelegt, dass sie einen das ganze Leben lang begleitet. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Vertragsabschluss richtig zu informieren. Das kostet allenfalls etwas Zeit.

Der Informationsaufwand für die private Riester-Rente ist nicht hoch. Doch er lohnt sich, denn sie hat Vorteile gegenüber einem Vertrag, bei dem einem der Betrieb diese Arbeit abnimmt.

Privat statt betrieblich

Riester-Verträge werden im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge angeboten. Es wäre also ein Leichtes, hier einfach zuzugreifen, weil man sich selbst kaum darum kümmern muss. Riestern über den Arbeitgeber ist aber aus zwei Gründen weniger zu empfehlen: Wie auf alle Betriebsrenten erheben die gesetzlichen Krankenkassen später auch auf eine über den Betrieb abgeschlossene Riester-Rente noch einmal Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Das ist bei einem privat abgeschlossenen Vertrag nicht so. Zweitens ist eine Riester-Betriebsrente bei einem Jobwechsel schwierig mitzunehmen. Wer privat riestert, hat dieses Problem erst gar nicht: Man schließt den Vertrag mit einer Versicherung, einem Geldinstitut oder einer Fondsgesellschaft – unabhängig vom jeweiligen Job.

Konkret vergleichen

Ein erster Schritt, um das individuell beste Produkt zu finden, können Vergleichstests in einschlägigen Zeitschriften wie „Finanztest“ der Stiftung Warentest sein. Solche pauschalen Tests zeigen indes nicht alles. So rät Arno Gottschalk, Finanzexperte bei der Verbraucherberatung Bremen: „Wenn man etwa eine Rentenversicherung abschließen möchte, ist es besser, einen Vergleich mit seinem tatsächlichen Alter durchlaufen zu lassen.“ Verbraucherzentralen haben solche Programme, die den individuellen Vergleich ermöglichen. „Wer in der Nähe einer solchen Zentrale wohnt, sollte diese Möglichkeit nutzen“, rät Gottschalk. Eine Einzelfallberatung kostet, ja nach Bundesland, 30 bis 50 Euro pro Person.

Als nächsten Schritt vor dem konkreten Vertragsabschluss oder alternativ zu einer externen Beratung setzt man sich mit den Anbietern von Riesterprodukten in Verbindung und lässt sich ein Angebot schicken. Das geht entweder telefonisch, übers Internet oder mit Vertreterbesuch.

Nur zwei Formulare zum Start

Hat man sich für ein Riesterprodukt entschieden, entsteht kein großer Aufwand. Man füllt das Vertragsformular des Versicherers, der Fondsgesellschaft oder der Bank aus sowie zusätzlich noch den Zulagenantrag. Weil in den garantierten staatlichen Zulagen schon eine bärenstarke Renditechance steckt, ist es umso bedauerlicher, wenn viele Riestersparer bisher zu nachlässig sind und ihren Zulagenantrag nicht ausfüllen. Aus Verträgen von 2004 sind laut Zentraler Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) 1,4 Millionen Ansprüche inzwischen verfallen. Neuere Zahlen machen Hoffnung, dass die Anträge jetzt sorgfältiger gestellt werden. Außerdem gibt es inzwischen einen Dauerzulagenantrag, der nicht mehr jährlich ausgefüllt werden muss, sondern nur, wenn sich etwas grundlegend ändert. Zum Beispiel die Zahl der geförderten Kinder. Für Altersvorsorgesparer mit Kindern könnte Riester noch attraktiver werden, weil die Zulage für jedes ab 2008 geborene Kind auf 300 Euro pro Jahr angehoben werden soll. Für alle anderen Kinder beträgt sie ab 2008 bereits 185 Euro.

Wie viel man in einen staatlich geförderten Altersvorsorgevertrag nach Riester einzahlen sollte, ist durch das eigene Einkommen relativ klar festgelegt: In diesem Jahr sind es noch drei Prozent des Bruttoeinkommens auf der Grundlage der Zahlen des Vorjahres, allerdings begrenzt auf 1.575 Euro pro Jahr. Ab dem Jahr 2008 sollten es vier Prozent des Bruttoeinkommens sein, begrenzt auf 2.100 Euro. Nur wer diesen Prozentsatz anspart, erhält die volle staatliche Förderung. Die Summe, die man selbst aufbringen muss, vermindert sich um diese Staatszulage.

Weiterführende Informationen:

  • Förderrechner
    Wie hoch Ihr Jahresbeitrag und die Fördersumme liegen, können Sie mit unserem Förderrechner ermitteln.

7 Tipps vom Vermögensberater

Eine möglichst hohe Renditeaussicht ist bei einem Riester-Vertrag nicht alles. Denn bei der Wahl eines passenden Riester-Produktes kommt es vor allem auch auf das finanzielle sowie familiäre Umfeld des Sparers an.

Sieben Tipps aus der Beratungspraxis von Andreas Wagner, Vermögensberater bei einem Allfinanzdienstleister in Neu-Isenburg.

  1. In erster Linie geht es um Bonität, finanzielle Flexibilität und ausreichende Rücklagen beim Kunden. Danach sollte geprüft werden, welches Riester-Produkt empfehlenswert sind.
  2. Man sollte nicht einseitig sparen, sondern auch jederzeit verfügbare finanzielle Mittel für kurzfristig notwendige Anschaffungen bereithalten. Denn auf das in Riester-Produkte angelegte Geld kann man während der Ansparphase zwar zugreifen, verliert dann aber die gutgeschriebenen staatlichen Förderungen.
  3. Den maximalen Sparbeitrag nutzen. Das sind in diesem Jahr drei Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens. Hiervon kann man die staatlichen Zulagen abziehen und ermittelt so den optimalen Eigenbeitrag.
  4. Falls ein Riester-Sparer verheiratet ist, sollten stets beide Partner einen eigenen Riester-Vertrag nutzen. Das Riester-Guthaben kann auf den Vertrag des Partners übertragen werden falls einem von beiden etwas zustößt.
  5. Sind Kinder vorhanden, sollten bei Partnerverträgen die Zulagen für die Kinder am Besten auf den Vertrag der Frau laufen. Der Grund: durch längere Auszeiten im Job, zum Beispiel wegen Kindererziehung, haben viele Frauen einen niedrigeren Rentenanspruch aus der gesetzlichen Rente als ihre Männer. Durch die Kinderzulagen im Riester-Vertrag der Frau kann die Versorgungslücke der Frau einfacher und schneller geschlossen werden.
  6. Zur Hinterbliebenenversorgung sollte man die so genannte Mindestlaufzeit der Rente, auch Rentengarantiezeit genannt, maximal ausschöpfen. Die maximal mögliche Rentengarantiezeit beträgt in aller Regel 20 Jahre. In vielen bereits bestehenden Riester-Verträgen ist jedoch lediglich eine Rentengarantiezeit von fünf Jahren vorgesehen. Und das bedeutet: verstirbt zum Beispiel ein Versicherungsnehmer dessen Riester-Rente seit dem 65. Lebensjahr ausgezahlt wird mit 70, so erhalten die Hinterbliebenen bei einer vereinbarten Rentengarantiezeit von 20 Jahren die Rente für mindestens weitere 15 Jahre ausgezahlt. Stehen hingegen nur fünf Jahre Rentengarantiezeit im Vertrag, erhalten die Hinterbliebenen in aller Regel nichts.
  7. Neben einem bestehenden Riester-Vertrag kann man beispielsweise ab 2008 mit Erhöhung der Förderquote auf dann vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens einen Teil seiner Eigenbeiträge in ein zweites Riester-Produkt investieren. Die so erzielte Anlagestreuung führt einerseits zu einer zusätzlichen Risikominimierung. Was nämlich viele nicht wissen: zwei Riester-Verträge pro Person sind zulässig und werden beide mit Zulagen beziehungsweise Steuervorteilen bis zur Förderhöchstgrenze (ab 2008: vier Prozent des Vorjahreseinkommens) staatlich gefördert. Andererseits werden dann zweimal Abschlusskosten fällig, so dass ein zweiter Vertrag gut überlegt sein will.

Wahl ohne Qual

Private Riestersparer können wählen zwischen Rentenversicherung, Fonds- und Banksparplan. Hier geht es um ihre allgemeinen Vor- und Nachteile.

Möchte man herausfinden, welches Angebot quer durch die drei Produktsparten Rentenversicherung, Fonds- und Banksparplan fürs persönliche Sparziel am erfolgversprechendsten ist, vergleicht man:

  • Renditen auf den Gesamtbeitrag mit Zulagen
  • die Renditen auf den Eigenanteil des Beitragszahlers ohne Zulagen
  • das Gesamtkapital bei Renteneintritt.

Diese drei Kategorien kann man direkt gegenüberstellen, nachdem man entsprechende Angebote eingeholt hat. Die anderen Kategorien lassen sich nicht so einfach vergleichen, weil sich Banken und Fondsgesellschaften auf der einen Seite und Versicherer auf der anderen Seite in der Rentenphase unterschiedlich verhalten.

a) Rentenversicherung

Eine private Rentenversicherung garantiert eine lebenslange Rente. Ein weiterer Vorteil der Versicherung liegt in der Garantieverzinsung. Allerdings sollten sowohl jüngere Riester-Sparer als auch ältere mit relativ wenigen Jahren bis zur Auszahlung ihre Nachteile gut abwägen gegenüber anderen Sparformen.

Bisher werden etwa 90 Prozent der Riesterprodukte als private Rentenversicherung abgeschlossen. Das hat damit zu tun, dass Fonds- und Banksparpläne bisher noch relativ selten angeboten werden. Dabei haben Rentenversicherungen Nachteile in der Kostenstruktur und der mangelnden Flexibilität, die sie nicht für jeden zur ersten Wahl machen. Sie bringen ihre beim Abschluss des Vertrags prognostizierte Rendite nur, wenn kontinuierlich Beiträge eingezahlt werden.

Vorsicht, Schwankungen
Heutige Erwerbsbiografien legen jedoch eher nahe, dass es Einkommensschwankungen gibt. Durch Zeiten von Arbeitslosigkeit oder durch Selbstständigkeit ohne gesetzliche Rentenversicherungspflicht wird der Anspruch auf den staatlich geförderten Riestervertrag unterbrochen. Da ein Riestervertrag nicht verfällt, ruht er. Das kann Jahre dauern, unter Umständen bis zum Auszahlungsbeginn mit 65. Die Kosten des Vertrags sind jedoch bereits bezahlt beziehungsweise fallen weiter an.

Möchte man den Vertrag in der Sparphase loswerden, hat er nur noch einen Restkaufswert und man verliert alle staatlichen Zuschüsse. Bei einem Vertragswechsel vermindern sich eventuell erzielte Erträge um Kosten für den alten und für den neuen Vertrag. Das kann man durch eine Vertragsvariante mildern, bei der die Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit verteilt abgerechnet werden. Bei einem eventuellen Wechsel hat man weitgehend nur die Kosten gezahlt, die bis zum Wechsel angefallen sind. Meist aber werden alle Kosten einer privaten Rentenversicherung innerhalb der ersten fünf bis zehn Vertragsjahre abgegolten. Wer mit einem solchen Vertrag nach sechs bzw. elf Jahren den Vertrag oder den Versicherer wechseln möchte, verliert daher mehr Geld.

Die Stiftung Warentest rät daher: „Wählen Sie eine Rentenversicherung nur, wenn Sie die Beiträge voraussichtlich immer wie anfangs vereinbart zahlen können. Sonst könnten Sie übermäßig mit Kosten belastet werden. Wenn Sie damit rechnen, auch einmal weniger zu zahlen, auszusetzen oder den Anbieter zu wechseln, nehmen Sie lieber einen Riester-Banksparplan.“ (Finanztest 12/2006) Immerhin wird zugestanden, dass die Versicherer das Geschäft mit der Altersversorgung bis zum Lebensende am besten beherrschen. Hier gebe es, anders als bei den Fonds und Banken, keine Unklarheiten bei der garantierten Rente, den Kosten in der Rentenphase und bei der Rente ab dem 85. Lebensjahr.

Garantiezins nur für Klassik-Rente
Nur eine klassische Riester-Rentenversicherung bietet wie alle Versicherungen bei Neuverträgen ab 2007 eine garantierte Verzinsung von 2,25 Prozent. Die beziehen sich allerdings nur auf den Sparanteil, der sich aus dem eingezahlten Betrag abzüglich der Kosten der Versicherung ergibt. Die Auszahlungssumme der klassischen Riester-Rente ergibt sich aus:

eingezahlten Beiträgen
minus Abschluss- und Verwaltungskosten
plus staatlichen Zulage(n) (Grundzulage plus eventuelle Kinderzulagen)
plus jährlicher Verzinsung

Alternativ werden sehr oft fondsgestützte Rentenversicherungen angeboten – nicht zu verwechseln mit einem Riester-Fondssparplan ((--> nächstes Kapitel)). Für diese Form der privaten Rentenversicherung gibt es keine garantierte Verzinsung. Stattdessen ist die Fonds-Rentenversicherung zum Beispiel an einen Aktienfonds gebunden. Wächst der Fonds, wächst auch die Verzinsung der Rentenversicherung. Macht der Fonds jedoch Minus, gibt es zusätzlich zu den üblichen Riester-Garantien aus eigenen Einzahlungen plus Staatszulagen nichts mehr dazu.

Ein weiterer Nachteil: Bei fondsgebundenen Versicherungen entstehen Kosten sowohl für die Versicherung als auch für die Fondsverwaltung. Ein schlechtes Geschäft für den Sparer. Fachleute raten daher: Entweder Versicherung oder gleich richtig Fondssparen.

b) Der Fonds-Sparplan

Das Lebensalter und damit, wie lange man noch sparen kann, entscheidet darüber ob ein Fonds die richtige Altersvorsorge ist. Im Alter sollte zumindest der Anteil sicherer Anlagen im Fonds gegenüber dem Aktienanteil zunehmen.

Fondssparpläne nach Riester empfehlen Finanzexperten einhellig für jüngere Altersvorsorge-Sparer. Grund: Eventuelle Abwärtsbewegungen der Aktienmärkte können bei einem weiteren Geldanlage-Horizont noch am ehesten ausgeglichen werden. So machten etwa die von der Stiftung Warentest Ende 2006 getesteten Riester-Fonds von großen Anbietern zwischen 2002 und September 2006 in allen Altersgruppen satte jährliche Renditen zwischen gut zwei bis über neun Prozent. Allerdings knickten die weltweiten Turbulenzen um den US-Immobilienmarkt allein den deutschen Aktienindex im August 2007 um nahezu zehn Prozent. Für jüngere Anleger ist das kein Malheur, denn sie behalten aus den Gewinnen der vergangenen Jahre trotzdem meist noch ein Plus und können auf den nächsten Aufschwung warten. Weniger gut verkraftet das Depot eines älteren Anlegers den Abschwung: Er hat ein deutliches Minus und bis zum Auszahlungstermin seines Riesterfonds unter Umständen nicht mehr genügend Zeit, damit ein weiterer Aufschwung die Rendite seines Sparplans erhöhen könnte.

Bei Fondsprodukten gibt es keine Mindestverzinsung der Einlagen wie bei einer klassischen Riester-Rentenversicherung. Daher kann es passieren, dass zu Beginn der Auszahlungsphase nicht mehr übrig bleibt, als das, was das Riester-Zertifikat garantiert: Das aus eigenen Beiträgen eingezahlte Kapital sowie die staatlichen Zulagen.

Altersabhängig wählen
Die Fondsanbieter berücksichtigen in der Regel die Tatsache, dass ein hoher Aktienanteil für ältere Riestersparer allzu riskant ist. Das heißt, sie fragen nach dem Alter der Anleger und je älter, desto mehr steigt zum Beispiel der risikoarme Anleiheanteil gegenüber dem riskanten Aktienanteil. Außerdem kann der Anleger meist noch selbst ein so genanntes Lebenszyklusmodell mit anderen Schwerpunkten wählen.

Unabhängig davon, in welche Fonds man investiert, am Ende der Ansparphase haben die Sparer die Wahl: Sie können sich auf Wunsch bis zu 30 Prozent ihrer Sparsumme auszahlen lassen. Aus dem Rest baut die Fondsgesellschaft ein Auszahlungskonzept. Das beinhaltet einen Entnahmeplan für monatliche Zahlungen bis zum 85. Lebensjahr und eine Rentenversicherung, die für die Zahlungen nach dem 85. Lebensjahr einspringt. Weil es hierzulande bisher noch keine Vorbilder gibt, muss man auf die Stärke und Seriosität der Fondsgesellschaft bauen, dass auch diese Rente noch sicher sein wird.

c) Der Banksparplan

Der Banksparplan hat kaum Nachteile. Leider wird er nicht allzu häufig angeboten. Auch die Vergleichbarkeit der Produkte ist nicht immer gegeben, das Banken und Sparkassen, die Gesamtrendite gern in Zinsen und Bonuszahlungen aufteilen.

Dennoch werden Banksparpläne von Finanzexperten immer wieder empfohlen, weil sie relativ zuverlässig neben dem eingezahlten Eigenkapital und den staatlichen Zuschüssen zu guten Zinsgewinnen führen. Weil sie zudem sehr sicher sind, bieten sie sich als ideales Produkt für Späteinsteiger in die Altersvorsorge an. Wer mit über 50 sein Geld anlegt, möchte nicht noch das Risiko eingehen, dass beispielsweise Gewinne durch einen Kurssturz an den Aktienbörsen kurz vor der Auszahlungsphase plötzlich verloren gehen.

Eine Marktübersicht in der Zeitschrift Finanztest zeigt aber, dass Banksparpläne gar nicht so leicht zu bekommen sind. Sie werden bislang nur von Sparkassen und Genossenschaftsbanken angeboten und nicht von den großen Banken. Allerdings muss man bei den meisten Geldinstituten nicht Kunde sein oder persönlich erscheinen, um einen Riester-Sparplan abzuschließen.

Wie wird's gerechnet?
Die Warentester zeigten außerdem, dass die meisten Geldhäuser ein recht kompliziertes und schwer durchschaubares System von Zins und Bonus ausgetüftelt haben. Daher kann man ihre Rendite nur schwer vergleichen. Wirklich transparent ist nur die Koppelung des Zinssatzes an die sogenannte Umlaufrendite. Das ist eine anerkannte Maßzahl für die Rendite von Bundeswertpapieren unterschiedlicher Laufzeiten. Der Kunde kann sie täglich im Wirtschaftsteil seiner Tageszeitung oder im Internet nachschlagen und weiß, wie sein Konto läuft.

Bei aller Transparenz bleibt auch bei der Koppelung an die Umlaufrendite offen, wie sich der Riester-Banksparplan im Lauf der Jahre entwickelt. Es ist außerdem nicht gesagt, ob ein Bonussystem der Sparkasse oder die Koppelung an die Umlaufrendite bis zur Auszahlung das größte Plus bieten. Immerhin ist bisher mit den besten Sparplänen auf Sicht von 15 Jahren ein jährliches Zinsplus von über vier Prozent zu erwarten. Dabei haben sie meist keine Nebenkosten.

Noch mehr Vorteile
Es liegt in der Natur des Zinseszinses, dass erst der Zinssatz gegen Ende der Sparphase besonders entscheidend ist. Schließlich häuft man in einem Banksparplan seine jährlichen Beiträge plus staatlichen Zulagen allmählich an. Dazu kommen der Zins und eventuelle Boni.

Ein vorzeitiger Ausstieg oder Produktwechsel ist bei Riester-Banksparplänen problemlos möglich. Allerdings muss man auf etwaige Ausstiegskosten achten.

Auch für potenzielle Häuslebauer sind Riester-Banksparpläne maßgeschneidert. Sie können das Riester-Konto bei Bedarf für die Finanzierung nutzen, müssen das Geld aber ratenweise zurückzahlen.

Riestern in fünf Schritten

Im Grunde erfordert ein Riestervertrag nur beim Abschluss etwas Engagement. Es ist hier noch einmal in fünf Schritten zusammengefasst. Danach begegnen ihm viele Sparer bis zum 65. Geburtstag nur noch kurz bei der jährlichen Steuererklärung.

Schritt 1: Berechtigung prüfen

Sie (oder Ihr Gatte/Gattin) zahlen Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung (selbst wenn es nur ein 400-Euro-Job ist, bei dem Sie den Rentenbeitrag auf Pflichthöhe aufstocken) oder Sie sind pensionsberechtigt? Dann können Sie auch einen Riester-Vertrag abschließen. Allein die Kombination von staatlichen Zulagen und steuerliche Ersparnis garantiert, dass es eine rentable Sparform ist.

Schritt 2: Produkt auswählen

Wenden Sie sich für einen privaten Riester-Vertrag an eine Sparkasse, eine Fondsgesellschaft oder eine Versicherung. Sie haben die Wahl zwischen Banksparplänen, Fondssparplänen oder privater Rentenversicherung. Faustregeln: Jüngere Sparer sollten sich über Fondsverträge informieren. Für Sparer ab 50 sind meist die risikolosen und renditesicheren Banksparpläne günstig.

Schritt 3: Zulagenantrag stellen

Zulagenantrag nicht vergessen! Sie bekommen ihn von ihrem Anlageinstitut zugesandt. Nur durch die staatliche Zulagen – außer dem Riestersparer können auch noch der Ehegatte und die Kinder – rechnet sich diese Altersvorsorge. Der Antrag muss inzwischen nicht mehr jährlich neu ausgefüllt werden. Nur wenn sich etwas in der Familie ändert, muss man ihn aktualisieren.

Schritt 4: Eventuell Beitrag erhöhen

Wer noch einen älteren Vertrag auf der Grundlage von einem bis drei Prozent seines Einkommens abgeschlossen hat, sollte seine Beiträge überprüfen. Ab 2008 kann man auf vier Prozent des Bruttoeinkommens des Vorjahres erhöhen. Nur dann gibt es die maximale staatliche Förderung.

Schritt 5: Beiträge in Steuererklärung eintragen

Üblicherweise begegnen Sie der Riesterrente noch mal bei Ihrer jährlichen Einkommensteuererklärung. Sie tragen Ihre Beiträge in die Anlage AV (Altersvorsorge) und dürfen dafür in der Regel eine Steuererstattung erwarten.

Hinweis: Diese Informationen entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.