Aktuell beleuchtet / 25.11.2014

Gemeinsame Servicestellen: Die Reha-Spezialisten

Sie helfen, wenn es schwierig wird. Die Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation unterstützen Betroffene und Arbeitgeber. Eine Zwischenbilanz für Baden-Württemberg.

Eine Physiotherapeutin hilft einem Mann bei einer Übung am Boden. Bildnachweis: Getty Images © PeopleImages

Der Hilferuf kam vom Arbeitgeber. Sein ehemaliger Mitarbeiter war seit einem Verkehrsunfall seit zwei Jahren arbeitsunfähig. Trotz mehrere Operationen und einer medizinischen Rehabilitation scheiterte die stufenweise Wiedereingliederung in den alten Beruf als Elektromonteur. Eine Kündigung kam für das Unternehmen dennoch nicht infrage. Doch was tun?

Die Anfrage bei der Gemeinsamen Servicestelle in Freudenstadt bringt die Lösung. An einem runden Tisch vor Ort im Unternehmen beteiligen sich Betriebsarzt und Personalabteilung, Rentenversicherung, Agentur für Arbeit und das Integrationsamt. Aufgrund seiner Behinderung kann der Betroffene nur noch Teilzeit im Büro arbeiten. Die Arbeitsagentur unterstützt ihn finanziell während der Eingliederungszeit. Die Deutsche Rentenversicherung finanziert technische Hilfsmittel wie einen höhenverstellbaren Tisch und zahlt eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. 

Unter einem Dach

441 Gemeinsame Reha-Servicestellen gibt es in Deutschland. Sie werden von Krankenkassen, Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften, der Agentur für Arbeit und den Integrationsämtern gemeinsam betrieben. Ihr Ziel: Hilfestellung vor allem dann, wenn es schwierig wird. Der vierte Bericht der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation weist zwischen Mitte 2010 und Mitte 2013 30.558 Beratungsfälle aus – eine Steigerung von 139 Prozent gegenüber dem vorherigen Berichtszeitraum.

In Baden-Württemberg sind alle 17 Reha-Servicestellen an die Regionalzentren der Deutschen Rentenversicherung angegliedert. Im Hintergrund stehen regionale Beratungsteams aus Vertretern aller Kostenträger zur Verfügung, um zum Beispiel zu entscheiden, wer in einen speziellen Fall für welche Maßnahme zuständig ist. Dabei kann durchaus auch herauskommen, dass sich mehrere Kostenträger an der Finanzierung zum Beispiel einer beruflichen Wiedereingliederung beteiligen. 

Positive Zwischenbilanz

Laut Helmut Hellstern, der die Arbeit der Servicestellen bei der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg koordiniert, entfallen auf die 17 Einrichtungen im Ländle ein Fünftel der bundesweiten Beratungen. Darauf weist der Tätigkeitsbericht der baden-württembergischen Reha-Servicestellen für 2013 hin. In diesem Jahr informierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darüber hinaus bei 572 Messen, Konferenzen, Betriebsbesuchen und weiteren Veranstaltungen über die Möglichkeiten von Rehabilitation.

Für Hellstern hat sich das System der Gemeinsamen Reha-Servicestellen auch deswegen bewährt, „weil engagierte und von ihrer Aufgabe überzeugte Mitarbeiter im Einsatz sind, denen der Blick über den Tellerrand für ihre Kunden wichtig ist“. 

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  • www.reha-servicestellen.de
    Externer Link zur Website der gemeinsamen Reha-Servicestellen
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Autor

Dr. Michael Krause