Aktuell beleuchtet / 25.03.2015

Rechtsschutzversicherung: Auch bei der Vorsorgeplanung sinnvoll

Die Rechtsschutzversicherung springt in vielen Fällen auch dann ein, wenn es um die Vorsorgeplanung geht. Wichtig ist, dass der Vertrag entsprechende Leistungen vorsieht.

Mann mit Taschenrechner und Tabelle – Bildnachweis: shutterstock.com © Andrey Popov

Wer älter wird, macht sich um Themen wie Vorsorgeverfügung, Patientenverfügung, Betreuung und Vormundschaft oder auch Erbschaft viele Gedanken. Um rechtlich abgesichert zu sein, ist oft der Gang zum Rechtsanwalt oder Notar unumgänglich. Die Kosten dafür betragen schnell einige 100 Euro, die aber in vielen Fällen die Rechtsschutzversicherung übernimmt. Wann aber springt die Rechtsschutzversicherung ein? Wann ist es möglich, die anfallenden Kosten über die Versicherung abzuwickeln? Und welche Versicherer unterstützen bei der Vorsorgeplanung? 

Vorsorge- und Patientenverfügung: So helfen Rechtsschutzversicherer

Eine Vorsorge- und Patientenverfügung sollten alle haben, die sichergehen möchten, dass Entscheidungen in ihrem Sinne getroffen werden, wenn sie selbst keine Entscheidungen mehr treffen können. Die Patientenverfügung regelt genau, wer bei medizinischen Fragen Entscheidungen treffen darf. Das kann wichtig sein, wenn es zum Beispiel um lebenserhaltende Maßnahmen oder schwere Operationen geht und Sie selbst nicht mehr Ihre Vorstellungen dazu äußern können. Eine Vorsorgeverfügung geht noch weiter und bevollmächtigt eine von Ihnen gewählte Person, Sie in allen anstehenden Fragen rechtlich wirksam zu vertreten. 

Leistungsumfang unterschiedlich

Es ist nachvollziehbar, dass eine solche umfangreiche Bevollmächtigung rechtlich abgesichert sein soll – zum einen, damit sie auf jeden Fall wirksam ist, zum anderen, damit sie nicht missbraucht werden kann. Rechtsschutzversicherungen übernehmen je nach Vertragsgestaltung die Kosten für eine entsprechende Beratung. Die Arag bietet im Tarif Rechtsschutz Premium (Jahresprämie 83,25 Euro) eine Kostenübernahme von bis zu 250 Euro jährlich. Bis zu 1.000 Euro jährlich erstattet die Rechtsschutz Union im Tarif TopStar (Jahresprämie 144,59 Euro). Es gibt aber auch Tarife, bei denen der Rechtsschutz für solche Verfügungen nur einmalig während der Vertragslaufzeit in Anspruch genommen werden kann – das ist etwa bei der D.A.S (Tarif Premium Rechtsschutz, Jahresprämie 121,00 Euro) der Fall. Der Nachteil für Sie: Es besteht keine Möglichkeit, eine einmal erstellte Verfügung mit der Unterstützung einer Rechtsschutzversicherung aktualisieren zu lassen. Das kann vor allem dann nachteilig sein, wenn sich Ihre Lebensumstände deutlich ändern, sodass Sie andere Personen als bisher bevollmächtigen wollen. 

Leistungsspektrum genau abfragen!

Das Beispiel der D.A.S. zeigt, dass bei den Verfügungen Rechtsschutzversicherung nicht gleich Rechtschutzversicherung ist. Viele andere Versicherer bieten allerdings gar keine finanzielle Unterstützung, wenn es darum geht, eine Patienten- oder Vorsorgeverfügung über einen Anwalt aufsetzen zu lassen. Achten Sie bei einer Beratung zum Abschluss einer Rechtsschutzversicherung also darauf, ob es überhaupt und in welchem Umfang Leistungen für das Erstellen der Verfügungen gibt. 

Betreuungsverfahren: Auch ein Fall für die Rechtsschutzversicherung?

Oft kommt es gerade bei älteren Menschen – meist krankheitsbedingt – zur Einleitung von sogenannten Betreuungsverfahren. Der betroffenen Person wird dann auf gerichtliche Anordnung hin ein Betreuer zur Seite gestellt, der sich um die persönlichen Belange des dann Betreuten kümmern soll. Es besteht natürlich die Möglichkeit, gegen eine solche Betreuungsanordnung gerichtlich vorzugehen. Um dabei anwaltlich beraten zu werden, ist es hilfreich, wenn die Rechtsschutzversicherung einspringt. Der Rechtsschutz der D.A.S übernimmt die Kosten für solche Verfahren unbegrenzt. Bei anderen Rechtsschutzversicherungen müssen Sie darauf achten, bis zu welcher Summe die Kosten für eine anwaltliche Beratung oder ein gerichtliches Vorgehen übernommen werden. Die Rechtsschutz Union zum Beispiel übernimmt Kosten bis zu einer Höhe von 1.000 Euro – das gilt auch für die Rechtsschutzversicherung der Arag im Tarif Aktiv Rechtsschutz Premium. Aber auch in diesem Bereich gilt: Bei einem Vergleich der Rechtsschutzversicherungen lohnt ein genauer Blick in die Bedingungen. Denn viele Versicherer übernehmen die Kosten für Betreuungsverfahren gar nicht. 

Schutz im Familien- und Erbrecht ebenfalls sinnvoll

In Familien kann schnell Streit aufkommen – das gilt natürlich vor allem, wenn es um erbrechtliche Streitigkeiten geht. Viele Rechtsschutzversicherungen sehen einen sogenannten Beratungsrechtsschutz im Familien-und Erbrecht vor. Damit werden die Kosten übernommen, wenn Streitigkeiten außergerichtlich mit einem Anwalt erörtert werden. Der Roland-Rechtsschutz sowie der Basis-Rechtsschutz des HDI (Jahresprämie 124,95 Euro) versichern die Beratung bei solchen familiären oder erbrechtlichen Streitigkeiten. Andere Versicherer übernehmen die Kosten ebenfalls, begrenzen die Kostenübernahme auf eine Summe von 1.000 Euro. 

Weitere Informationen:

  • www.test.de
  • Die Stiftung Warentest testet regelmäßig Rechtschutzversicherungen. Testergebnisse auf der Internetseite der Stiftung
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Autor

Oliver Mest