Aktuell beleuchtet / 26.03.2012

Wohn-Riester: Falle vermeiden

Wer auszieht, muss bei Wohn-Riester mit hohen Steuern rechnen. Hier die Ausnahmen.

Baustellle Hausbau – Bildnachweis: istockphoto.com © Frizzantine

Bad Homburg (mjj) Immer mehr Menschen schließen einen Wohn-Riestervertrag ab. Die Produkte diese Kategorie erlauben es, dass die staatliche Riester-Förderung bei der Entschuldung einer Immobilie hilft. Im Alter müssen Renten aus Riester-Verträgen versteuert werden. Verbraucher, die anstatt auf einen Riester-Banksparplan oder eine -Rentenversicherung auf eine Immobilie setzten, müssen aber keine Besteuerung ihrer vier Wände fürchten.

Da die Wertermittlung zu schwierig wäre, hat der Gesetzgeber das „Wohnförderkonto“ geschaffen. Auf diesem werden die Tilgungsraten und Riester-Zulagen registriert. Haben Sparer zwecks Immobilienkauf Kapital aus einem Riester-Vertrag entnommen, wird auch dieses auf dem Wohnförderkonto gespeichert. 

Verzinsung schafft Gerechtigkeit

Bis zum Rentenbeginn werden die Beträge gesammelt und fiktiv mit zwei Prozent verzinst. Ist das Rentenalter erreicht, wird die Summe auf dem Wohnförderkonto versteuert. Die Verzinsung schafft Gerechtigkeit: Schließlich mehrt sich auch das Kapital der anderen Riester-Sparer durch Zinsen. Zudem haben Immobilienbesitzer einen Vorteil: Sie haben schon ab Kauf etwas von ihrer Altersvorsorge. Sparer mit normalen Riester-Verträgen profitieren erst im Alter von ihrem Vertrag.  

Die „schädliche Verwendung“ und ihre Ausnahmen

Voraussetzung für Wohn-Riester ist, dass die Immobilie selbst genutzt wird. Ist das nicht der Fall, liegt eine „schädliche Verwendung“ vor. Das hat Konsequenzen: Die Summe auf dem Wohnförderkonto wird dem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet.Das kann zu hohen Steuerzahlungen führen. Aber es gibt Ausnahmen:

  • Immobilienbesitzer, die aus beruflichen Gründen umziehen müssen, können das Objekt befristet vermieten. Spätestens zum 67. Lebensjahr müssen sie allerdings wieder einziehen.
  • Die Immobilie wird nur vorübergehend nicht genutzt (maximal ein Jahr).
  • Innerhalb von vier Jahren nach dem Verkauf der Immobilie erfolgt der Kauf einer neuen, die ebenfalls selbst genutzt wird. Alternativ können auch Wohn-Genossenschaftsanteile, ein Dauerwohnrecht in einem Seniorenstift oder im Pflegeheim gekauft werden.
  • Die Fördersumme kann auch binnen eines Jahres nach Verkauf der Immobilie in einen neuen Riester-Vertrag eingezahlt werden. 

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Autor

Michael J. John