Gesundheit / 07.08.2017

Alle Beteiligten einbeziehen

KBV und Marburger Bund für Strukturverbesserungen bei Notfallversorgung

Offenbach/Berlin (kjs/KBV). Notfall-Patienten sollen entsprechend ihrem Bedarf vom richtigen Arzt behandelt werden. Dieses Ziel verfolgen Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Marburger Bund (MB), die gemeinsam Verantwortung für eine integrierte Notfallversorgung übernehmen wollen.

Einig war man sich darin, dass in die notwendige Reform der Notfallversorgung alle Beteiligten einbezogen werden müssten. Dazu zählen die niedergelassenen Ärzte genauso wie Krankenhäuser, Kassenärztliche Vereinigungen sowie Rettungsdienste und Rettungsleitstellen. Ziel sei es, die Ärztinnen und Ärzte in den Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten. Viele Patienten in den Rettungsstellen könnten nach Ansicht von KBV und MB genauso gut im Notdienst der Kassenärztlichen Versorgungen oder unmittelbar von niedergelassenen Ärzten versorgt werden.

Eine gemeinsame Anlaufstelle

Ansatzpunkte für Strukturverbesserungen erkannten ebenfalls beide Seiten - zum Beispiel die Einrichtung einer gemeinsamen und einheitlichen Anlaufstelle, in der eine erste Einschätzung des Patienten erfolgen sollte. Darin sollten sowohl der Rettungsdienst als auch der vertragsärztliche Bereitschaftsdienst mit einbezogen werden. Wichtig sei auch, beide Rufnummern einheitlich zu vermarkten, nämlich die Notfallnummer 112 genauso wie die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117.

Im Vordergrund der Patienten-Ersteinschätzung sollen Kriterien der Behandlungsdringlichkeit stehen, die für alle Beteiligten gleich sein müssten. Vor allem geht es um die Identifikation abwendbar gefährlicher Verläufe. Die Reform der integrierten Notfallversorgung soll durch Modellprojekte begleitet und weiter entwickelt werden. Dabei geht es auch darum, Doppeluntersuchungen zu vermeiden: Einmal erhobene Befunde und Daten sollten jeweils für die Weiterbehandlung zur Verfügung stehen. An die Politik richten KBV und MB die Aufforderung, bestehende Hürden zügig abzubauen, die einer integrativen Notfallversorgung im Wege stehen.

Karl-Josef Steden / Kassenärztliche Bundesvereinigung