Rente / 31.07.2017

Mehr Beitragsjahre für Rentner-KV

Ab 1. August haben Eltern leichter Zugang zur Krankenversicherung der Rentner.

Offenbach (kma). Ab dem 1. August erhalten mehr Rentnerinnen und Rentner Zugang zur Krankenversicherung der Rentner (KVdR). Mitglied der KVdR kann nur werden, wer mindestens 90 Prozent der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens gesetzlich krankenversichert war. Ob freiwillig oder über eine Pflicht- oder Familienversicherung, spielt dabei keine Rolle. In dieser 9/10-Regelung gibt es nun zum 1. August eine wesentliche Änderung: Eltern werden für die zweite Hälfte ihres Erwerbslebens drei Jahre pro Kind auf diese Vorversicherungszeit angerechnet.

Beispiel: Ein Versicherter war in der zweiten Hälfte des Arbeitslebens nur 14 von 22 Jahren gesetzlich krankenversichert (GKV-versichert). Er hat jedoch zwei Kinder. Deshalb werden aus den 14 Jahren 20 Jahre. Der rechnerische GKV-Anteil liegt damit bei mehr als 90 Prozent. Durch die zusätzlichen „Kinderjahre“ kommt die KVdR-Versicherung zustande.

Je drei Jahre für Mutter und Vater

Ob es sich dabei um ein leibliches-, Stief-, Pflege- oder Adoptivkind handelt, spielt keine Rolle. Es kommt auch nicht darauf an, wann das Kind geboren wurde oder wer sich hauptsächlich um die Erziehung gekümmert hat. Beiden Elternteilen werden je drei Jahre angerechnet. 

Von der Neuregelung profitieren nicht nur Neurentnerinnen und -rentner. Auch Senioren, die schon länger Rente beziehen und bisher die Voraussetzungen für die KVdR nicht erfüllt haben, können nun Mitglied werden. Laut Sozialverband VdK ist aber noch nicht klar, ob sie dafür selbst aktiv werden müssen oder ob die Krankenkassen die Mitgliedschaft automatisch prüfen.

Die meisten KVdR-Berechtigten müssen nicht aktiv werden

Die meisten KVdR-Berechtigten sind bereits bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, sodass sie bei Stellung des Rentenantrags nicht aktiv werden müssen. Bei Bedarf steht ihnen aber in der Regel eine Krankenkasse offen, die eine KVdR anbietet, zum Beispiel eine AOK, eine Ersatzkasse, eine Betriebskrankenkasse, eine Innungskrankenkasse oder die Knappschaft.

Der Vorteil der KVdR liegt in der Höhe der Beiträge: Beiträge zur KVdR werden nur für die gesetzliche Rente, die Betriebsrente und Arbeitseinkünfte aus selbstständiger Tätigkeit erhoben, aber nicht auf Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünfte oder Privatrenten. Und: Die gesetzliche Rentenversicherung beteiligt sich an den Krankenversicherungsbeiträgen.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zu weiteren Informationen über die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) von der Deutschen Rentenversicherung

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Autor

Katja Mathes