Rente / 27.07.2017

Weniger Erziehungsrenten – mehr Geld

Zahl der Geschiedenen mit Kindern und Rentenanspruch sinkt seit Jahren.

Offenbach (sth). Immer weniger geschiedene Frauen und Männer mit Kindern, deren Ex-Ehepartner gestorben ist, erhalten eine gesetzliche Erziehungsrente. Wie aus aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht, die ihre-vorsorge.de vorliegen, sank die Zahl der gezahlten Erziehungsrenten im vergangenen Jahr auf bundesweit 8.796. Ein Jahr zuvor bekamen noch rund 8.900 Elternteile eine solche Rente ausgezahlt, im Jahr 2005 profitierten noch knapp 11.000 Kinder und Jugendliche davon.

Weiter gestiegen ist dagegen die Höhe der gezahlten Erziehungsrenten. Sie belief sich im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 798 Euro – etwa 19 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Allerdings hängt die Rentenhöhe im Einzelfall – wie bei allen Hinterbliebenenrenten – davon ab, ob eigenes Einkommen des hinterbliebenen Elternteils angerechnet wird. War dies der Fall, betrug die Erziehungsrente 2016 im Schnitt 727 Euro; bezog die Mutter oder der Vater kein eigenes Einkommen, war die Rente im Schnitt 836 Euro hoch.

Rente aus eigenem Einkommen

Anspruch auf eine Erziehungsrente haben Versicherte mit Kindern, die

  • nach dem 30. Juni 1977 geschieden wurden,
  • einen verstorbenen Ex-Ehegatte und
  • nicht wieder geheiratet haben,
  • die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren zurückgelegt haben und
  • ein eigenes oder ein Kind des früheren Ehepartners erziehen, das noch keine 18 Jahre alt ist (bei behinderten Kindern unabhängig vom Alter).

Die Erziehungsrente soll die finanzielle Absicherung eines oder einer Geschiedenen sicherstellen, solange er oder sie Kinder erzieht. Sie wird aber nicht - wie eine Witwen- oder Witwerrente - aus der Versicherung des Verstorbenen gezahlt, sondern aus dem eigenen Versicherungskonto.

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Autor

Stefan Thissen