Rente / 06.10.2017

Weniger Neurentner mit Steuerlast

Gestiegenes steuerfreies Existenzminimum für Ruheständler verhindert Belastung.

Berlin (dpa/tmn/sth). Trotz der Rentenanpassung im Juli müssen die meisten Rentner keine Steuerbelastung befürchten. Zwar unterliegen die jährlichen Anpassungen in voller Höhe der Steuerpflicht. Allerdings ist auch der steuerfreie Betrag 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 168 Euro gestiegen - das Existenzminimum liegt demnach bei 8.820 Euro, informiert der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Zusätzlich können Rentner im Schnitt knapp 11 Prozent der Rentenbezüge absetzen - nämlich die durch die Erhöhung angefallenen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Das bedeutet: Nur wenn die diesjährige Rente um mehr als 190 Euro im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, müssen Rentner, die bislang keine Steuererklärung machen mussten, gegebenenfalls erstmals eine abgeben.

Im Juli wurden die Renteneinnahmen im Beitragsgebiet West um 1,9 Prozent und im Beitragsgebiet Ost um 3,59 Prozent erhöht. Durch die etwas stärkere Anhebung kann für Rentner im Beitragsgebiet Ost erstmals eine Steuerbelastung auftreten. Laut BVL seien jedoch verhältnismäßig wenige Rentner betroffen.

Bis zu folgender Höhe fallen keine Steuern an, wenn neben der gesetzlichen Rente keine weiteren Einkünfte vorhanden sind (für Ehepaare gelten die doppelten Werte):

 

Zulässige Einkünfte für alleinstehende Rentner ohne Zusatzeinkünfte
Rentenbeginn Rentengebiete West Rentengebiet Ost
Jahresrente 1) Monatsrente 2) Jahresrente 1) Monatsrente 2)
2005 19.244 1.619 18.031 1.529
2006 18.609 1.565 17.510 1.485
2007 18.089 1.522 17.080 1.448
2008 17.712 1.490 16.821 1.427
2009 17.264 1.452 16.493 1.399
2010 16.750 1.409 16.053 1.361
2011 16.370 1.377 15.730 1.334
2012 15.958 1.342 15.500 1.314
2013 15.534 1.307 15.267 1.295
2014 15.195 1.278 14.994 1.272
2015 14.945 1.257 14.829 1.258
2016 14.673 1.234 14.673 1.244
2017 14.208 1.195 14.208 1.205

1) Bruttorente 2017

2) Monatsrente 2. Halbjahr
Berechnung mit 2,55 Prozent Beitrag zur Pflegeversicherung und 8,4 Prozent Beitrag zur Krankenversicherung

 

 Quelle: Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL)

 

 

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zu einer Broschüre der Deutschen Rentenversicherung über die Steuerpflicht von Versicherten und Rentnern