Betriebliche Altersvorsorge (bAV) - Betriebsrente

Mit betrieblicher Altersvorsorge können Sie Steuern sparen und die Rente aufbessern. Wer Anspruch hat und wie die Entgeltumwandung funktioniert.

Betriebliche Altersvorsorge: Zwei Männer - Arbeitgeber und Arbeitnehmer - geben sich zum Abschluss die Hand.

Was ist betriebliche Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eine Möglichkeit für Arbeitnehmer, sich über ihren Arbeitgeber eine Zusatzrente zur gesetzlichen Rente aufzubauen (Betriebsrente). Bei der häufigsten Form, der Direktversicherung über Entgeltumwandlung, schließt der Arbeitgeber eine Lebens- oder Rentenversicherung für seinen Mitarbeiter ab. Ein Teil des Gehalts wird zusammen mit einem Zuschuss des Arbeitgebers steuerbegünstig direkt in diesen Vertrag eingezahlt. Daneben gibt es auch andere Formen der betrieblichen Altersvorsorge.

Wer hat Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge?

Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben einen Rechtsanspruch auf die Entgeltumwandlung. Der Arbeitgeber muss ihnen also eine Möglichkeit bieten, einen Teil ihres Gehalts in einen Vertrag zur Altersversorgung abzuführen. Das gilt auch für Auszubildende und Mitarbeiter in Teilzeit.

Minijobber (geringfügig Beschäftigte) haben ebenfalls einen Anspruch auf Entgeltumwandlung. Voraussetzung ist aber, dass sie eigene Beiträge in die Rentenversicherung zahlen, die Versicherungspflicht also nicht abgewählt haben.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Entgeltumwandlung mit 15 Prozent zu bezuschussen, wenn er dadurch Sozialabgaben spart. Das gilt derzeit für alle seit 2019 geschlossenen Verträge, von 2022 an aber auch für Altverträge.

Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber an, welches Angebot er Ihnen machen kann.

Betriebliche Altersvorsorge: So geht's

Der Staat unterstützt Arbeitnehmer bei der Altersvorsorge – aber wie funktioniert das eigentlich mit der Betriebsrente? Und für wen lohnt sich betriebliche Altersvorsorge (bAV)? ihre-vorsorge.de informiert.

Wie funktioniert die betriebliche Altersvorsorge?

Es gibt fünf verschiedene Formen der betrieblichen Altersvorsorge, auch Durchführungswege genannt.

Das Grundprinzip aller Modelle ist gleich:

  • In der Einzahlphase, also während Ihres Arbeitslebens, fördert der Staat die Einzahlungen durch Steuervorteile und teilweise durch Befreiung von Sozialabgaben.
  • Im Alter, also in der Auszahlphase, erhalten Sie die Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung. Darauf zahlen Sie Steuern und Sozialabgaben.

Die Betriebsrentenmodelle unterscheiden sich vor allem in den Renditechancen, aber auch bei der Frage nach Zusatzbausteinen und beim Jobwechsel.

Wer bestimmt das Modell der betrieblichen Altersversorgung?

Der Arbeitgeber entscheidet über das Modell und auch über den Anbieter. In einigen Betrieben ist die betriebliche Altersvorsorge über den Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung geregelt. In vielen Branchen legt der Tarifvertrag die Art der Betriebsrente fest. Oft ist dort auch geregelt, dass vermögenswirksame Leistungen in die betriebliche Altersvorsorge fließen müssen. Für welche Branche was gilt, können Sie in der Datenbank Tarifverträge der Hans-Böckler-Stiftung nachlesen.

Arbeitgeber wickeln die Beiträge der Arbeitnehmer entweder über externe Einrichtungen ab. Oder der Arbeitgeber finanziert die betriebliche Altersvorsorge intern weitgehend selbst. Bei der Abwicklung über externe Einrichtungen ist seit 2018 auch die reine Beitragszusage möglich: Arbeitgeber müssen dabei nur die Zahlung der Beiträge an einen externen Versorgungsträger garantieren. Sie haften nicht mehr bei Insolvenz und müssen auch keine Mindestrente mehr garantieren.

So funktioniert die Bruttoentgeltumwandlung

In der Regel zahlen Beschäfte ihre Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung über die Bruttoentgeltumwandlung ein. Dabei führt der Arbeitgeber einen Teil Ihres Bruttoeinkommens vor Steuerabzug in einen Vertrag ab, zum Beispiel in eine Lebensversicherung eines Anbieters seiner Wahl.

Damit die Einzahlungen steuer- und sozialabgabenfrei bleiben, dürfen bestimmte Höchstgrenzen nicht überschritten werden. Die Höchstgrenzen werden jährlich neu gesetzlich festgelegt.

Arbeitnehmer können jährlich einzahlen...

  • steuerfrei bis zu 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze = 6816 Euro im Jahr oder 568 Euro im Monat (Stand 2021)
  • sozialversicherungsfrei 4 Prozent  = 3408 Euro im Jahr beziehungsweise 284 Euro im Monat (Stand 2021)

Durch die Bruttoentgeltumwandlung reduziert sich Ihr Bruttogehalt. Zwar landet dadurch natürlich weniger auf Ihrem Konto, doch dafür werden Lohnsteuer, Kirchensteuer und Beiträge zur Sozialversicherung nur noch auf das entsprechend geringere Bruttoeinkommen fällig. Sie zahlen also zunächst weniger Steuern und Sozialabgaben. Erst im Alter, wenn Sie die Betriebsrente erhalten, verlangt der Staat Steuern und Sozialabgaben – dann aber meist deutlich weniger. 

Nachteil: Wer weniger in die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlt, bekommt auch entsprechend niedrigere Leistungen, also eine geringere gesetzliche Rente oder weniger Arbeitslosengeld.

Arbeitgeber müssen Zuschuss zahlen

Auch Arbeitgeber sparen mit der Bruttoentgeltumwandlung etwa 15 Prozent Sozialabgaben. Seit 2019 müssen Arbeitgeber deshalb auch die neuen Verträge der Beschäftigten mit 15 Prozent des umgewandelten Entgelts (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) bezuschussen. Für Altverträge gilt das ab 2022.

Förderung der Altersvorsorge berechnen

Informieren Sie sich, ob für Sie eher eine Riester-Rente, eine Rürup-Rente, eine Betriebsrente oder eine private Altersvorsorge infrage kommt und vergleichen Sie mit den Rechnern die Höhe der Förderung oder Ihre Steuerersparnis:

So funktioniert die Nettoentgeltumwandlung

Eine Alternative zur Bruttoentgeltumwandlung ist die Nettoentgeltumwandlung: Dabei werden die Beiträge in die betriebliche Altersvorsorge nicht aus dem Brutto-, sondern nach Abzügen von Steuern und Abgaben aus dem Nettogehalt gezahlt. Sie können dafür in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Im Fall der Nettoentgeltumwandlung können Arbeitnehmer die betriebliche Altersvorsorge mit der Riester-Rente kombinieren und die staatliche Zulage bekommen. Für Riester-Renten, die ab 2018 über den Arbeitgeber abgeschlossen werden, sind in der Auszahlungsphase keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge mehr fällig. Kombinierbar mit Riester sind die Direktversicherung, die Pensionskasse oder der Pensionsfonds

Welche Vorteile hat die Entgeltumwandlung?

  • Mit der Entgeltumwandlung reduzieren Sie Ihr zu versteuerndes Bruttogehalt und sparen damit Steuern und Sozialabgaben.
  • Geld, das Sie über die Bruttoentgeltumwandlung fürs Alter ansparen, wird in der Regel nicht auf Arbeitslosengeld und Hartz 4 angerechnet (siehe Altersvorsorge und Arbeitslosigkeit).
  • Geld, das Sie aus ihrem Bruttogehalt eingezahlt haben, bleibt auch beim Jobwechsel oder einer Kündigung immer erhalten.

Welche Nachteile hat die Entgeltumwandlung?

  • Weil Sie weniger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, bekommen Sie auch weniger gesetzliche Rente. Auch andere Leistungen wie Arbeitslosengeld und Krankengeld reduzieren sich.
  • Im Alter werden Steuern und Sozialabgaben auf die Betriebsrente fällig. Weil aber die meisten Rentner im Alter ein geringeres Einkommen haben, fallen die Abgabe in der Regel entsprechend geringer aus.

Steuern und Sozialversicherungsbeiträge auf Betriebsrenten

In der Auszahlungsphase werden auf Betriebsrenten grundsätzlich Steuern fällig – egal, ob das Kapital auf einmal oder als monatliche Rente ausgezahlt wird.

Außerdem müssen gesetzlich krankenversicherte Betriebsrentner die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Allerdings gilt seit 2020 für pflichtversicherte Rentner ein Freibetrag für Betriebsrenten bei der Krankenversicherung. Nur für den Teil der Betriebsrente, der diesen Freibetrag übersteigt, werden Beiträge zur Krankenversicherung fällig. Der Freibetrag beträgt 164,50 Euro (Stand 2021).

Bei einer Einmalzahlung werden die Abgaben nicht auf einen Schlag fällig, sondern in Monatsraten über zehn Jahre verteilt (120 Monate).

Wer seinen Vertrag im Laufe der Zeit beitragsfrei gestellt hat oder nach einem Jobwechsel die Beiträge privat weiter gezahlt hat, muss später nur für den Anteil der Rente Sozialabgaben zahlen, der während der Zeit im Betrieb angespart wurde.

Wann lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge?

  • Die betriebliche Altersvorsorge kann sich lohnen, wenn die Chefin oder der Chef den gesparten Arbeitgeberanteil als Beitrag mit einzahlt. Ein Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 15 Prozent ist seit 2019 – vorbehaltlich einer tariflichen Regelung – für Neuverträge verpflichtend, für Altverträge ab 2022. Verbraucherschützer raten aber zu mindestens 20 Prozent.
  • Zahlt der Chef nicht mit, lohnt sich die Entgeltumwandlung eher nicht.
  • Für Gutverdiener, deren Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, lohnt sie sich auch. Sie zahlen ohnehin nur Sozialabgaben bis zur Beitragsbemessungsgrenze und müssen deshalb später keine Reduzierung der gesetzlichen Rente fürchten, wenn sie einen Teil des Bruttogehalts in die betriebliche Altersvorsorge fließen lassen
  • Privat Krankenversicherte haben einen Vorteil: Sie müssen in der Auszahlungsphase keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen.
  • Für Arbeitnehmer, die auf dem freien Markt wegen gesundheitlicher Probleme keine bezahlbare Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, kann sich die betriebliche Altersvorsorge lohnen, wenn ein Berufsunfähigkeitsschutz enthalten ist.

Wann lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge eher nicht?

  • Wer einen Hausbau oder Immobilienkauf plant, sollte den Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge überdenken. Denn an das angesparte Geld kommt man bis zum Rentenalter nicht.
  • Auch wer häufig den Arbeitsplatz wechseln wird, ist bei einer anderen Altersvorsorge besser aufgehoben. Denn nicht alle Verträge lassen sich ohne weiteres beim Jobwechsel mitnehmen und nicht immer will der neue Chef den alten Vertrag weiterführen.
  • Wer eine Familie gründen möchte, wartet mit dem Abschluss der betrieblichen Altersvorsorge noch ab: Das reduzierte Bruttogehalt wirkt sich auch negativ auf die Höhe des Elterngeldes aus, die vom Nettogehalt abhängig ist.

Weitere Infos

Informieren Sie sich über die Vorteile und Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge, holen Sie sich zum Angebot vom Arbeirgeber auch Angebote von anderen Versicherern und Riester-Angebote ein und vergleichen Sie die garantierte Rente.

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