Direktzusage

Bei einer Direktzusage verpflichtet sich der Arbeitgeber, dem Arbeitnehmer eine Rente aus Betriebsvermögen zu zahlen.

Mann mit Taschenrechner – Bildnachweis: istockphoto.com © Rostislav_Sedlacek

Arbeitgeberleistung

Das kann eine Betriebsrente sein, aber auch zusätzlich oder ausschließlich eine Absicherung bei Invalidität oder Schutz der Angehörigen im Todesfall des Arbeitnehmers. Der Arbeitgeber trägt das Risiko. Dafür muss er Rückstellungen bilden und zur Absicherung der Renten auch Beiträge in den Pensions-Sicherungs-Verein zahlen. Durch die steigende Lebenserwartung der Mitarbeiter müssten Unternehmen die Renten deshalb künftig länger zahlen. Das macht die Kalkulation unsicher und führt dazu, dass sich weniger Unternehmen für eine Direktzusage entscheiden.

So funktioniert’s

Direktzusagen sind meist reine Arbeitgeberleistungen; eine Entgeltumwandlung ist aber grundsätzlich möglich. Hier gibt es aber einen Unterschied zu Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds: Bei der Direktzusage (und bei der Unterstützungskasse) sind Beiträge der Arbeitnehmer in unbegrenzter Höhe steuerfrei. Und bis zu einer Grenze von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) sind die Beiträge auch sozialversicherungsfrei. Das sind 3.048 Euro pro Jahr (Stand 2017), oder auf den Monat gerechnet 254 Euro.

In der Auszahlungsphase werden Steuern fällig. Außerdem müssen Betriebsrentner die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Das sind derzeit etwa 17 Prozent.

Vorteile der Direktzusage

  • Höhere Steuerfreiheit in der Ansparphase.
  • Gute Möglichkeit, wenn man langfristig einen sicheren Job in einem großen Unternehmen hat.

Nachteile der Direktzusage

  • Bei einem Jobwechsel besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Mitnahme von einem Arbeitgeber zum nächsten. Und die Direktzusage kann auch nicht mit privaten Beiträgen weitergeführt werden.
  • Tipp: Wer eine betriebliche Altersvorsorge abschließen will, sollte sich immer zum Vergleich Angebote für eine private Rentenversicherung oder eine staatlich geförderte Riester-Rente einholen und die jeweils garantierte Rente vergleichen.

Welche Abgaben werden fällig?

In der Auszahlungsphase werden dafür Steuern fällig – egal ob das Kapital auf einmal oder als monatliche Rente ausgezahlt wird. Außerdem müssen Betriebsrentner auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen – und zwar allein. Zahlt der Arbeitgeber während der Beschäftigung noch knapp die Hälfte der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, trägt der Betriebsrentner sie allein. Derzeit sind das etwa 17 Prozent.

Bei einer Einmalzahlung werden die Abgaben nicht auf einen Schlag fällig, sondern in Monatsraten über zehn Jahre verteilt (120 Monate).

Wie sieht es mit Zusatzbausteinen aus?

Zusatzbausteine wie Absicherung bei Invalidität oder Schutz der Angehörigen bei Todesfall des Arbeitnehmers sind möglich. Wenn eine Beitragsrückgewähr vereinbart wird, erhalten die Angehörigen zum Beispiel die bisher angesparten Beiträge zurück, falls der Sparer vor Erreichen des Rentenalters stirbt.

Was passiert bei Insolvenz?

Damit das Geld der Mitarbeiter im Fall einer Insolvenz nicht gefährdet ist, muss der Arbeitgeber Beiträge in den Pensions-Sicherungs-Verein zahlen. Dieser würde bei Insolvenz einspringen.

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