In fünf Schritten zur betrieblichen Altersvorsorge

Bedarf berechnen, Angebote einholen, prüfen, Steuern sparen – so gehen Sie vor, wenn Sie eine betriebliche Altersvorsorge über Ihre Firma abschließen wollen.

Frauenhand bringt Post-it-Klebezettel an einer Fensterscheibe an (Ausschnitt). – Bildnachweis: shutterstock.com © Mr.Whiskey

Schritt 1: Vorab Mittel und Bedarf abschätzen und alle Vorsorgemöglichkeiten prüfen

Bevor Sie an den Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge denken, sollten Sie sich einen Überblick über Ihre finanziellen Mittel verschaffen und Ihren Bedarf im Alter abschätzen. Prüfen Sie dann, welche Möglichkeiten der zusätzlichen Altersvorsorge für Ihre persönliche Lebenssituation passend sind. Wie Sie dabei vorgehen, erfahren Sie hier: Altersvorsorge richtig planen.

Wenn Sie noch gar nicht fürs Alter vorsorgen, sollten Sie immer auch prüfen, ob eine andere staatlich geförderte Altersvorsorge (z.B. Riester-Rente) als erstes für Sie infrage kommt. Optimal ist, wenn im Alter ausreichende Versorgungsansprüche aus allen drei Säulen der Altersvorsorge bestehen: gesetzliche Rente, betriebliche und private Altersvorsorge. Empfehlenswert ist immer, hierzu ein Intensivgespräch zur Altersvorsorge in einer Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung wahrzunehmen.

Schritt 2: Arbeitgeber nach Angeboten zur betrieblichen Altersvorsorge fragen

Informieren Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, welche Art der betrieblichen Altersvorsorge er anbietet und konkret möglich ist. Eine Direktversicherung ist das Mindeste, was Ihr Arbeitgeber Ihnen anbieten muss.

Fragen Sie nach einem Arbeitgeberzuschuss. Faustregel dabei: Je geringer der Zuschuss des Arbeitgebers, desto weniger lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge. Bei Neuverträgen ab 2019 in Form einer Bruttoentgeltumwandlung muss eine Betriebsrente – vorbehaltlich einer tarifvertraglichen Regelung – generell vom Arbeitgeber mit mindestens 15 Prozent bezuschusst werden. Bei Verträgen, die bereits vor 2019 abgeschlossen wurden, gilt dies erst ab dem Jahr 2022.

Ob die betriebliche Altersvorsorge geeignet ist, hängt immer auch von der individuellen Situation ab:

  • Was bietet der Arbeitgeber konkret an?
  • Wie ist die persönliche Einkommens- und Familiensituation in der Einzahlungsphase?
  • Wie könnte diese in der Auszahlungsphase aussehen?

Schritt 3: Angebot prüfen und Kosten vergleichen

Lassen Sie sich nicht blind auf ein Angebot ein. Prüfen Sie, wie hoch die Kosten für den Vertrag sind. Hohe Abschlusskosten und Gebühren schmälern Ihre Rendite. Wenn der Arbeitgeber Ihnen ein Angebot macht: Vergleichen sie die monatlichen Beiträge und die garantierten Rentenbeträge.

Lassen Sie sich unabhängig beraten, zum Beispiel auch von der Verbraucherzentrale. Lassen Sie sich die Risiken und die Renditechancen der Anlage genau erläutern und verlangen Sie auch Informationen darüber, wie das Kapital angelegt wird (Anteil an Aktien, Anleihen, Immobilien etc.).

Mit unserem Förderrechner können Sie berechnen, wie hoch die Förderung bei der Betrieblichen Altersversorgung ist.

Wie sieht es mit der Flexibilität aus? Können Sie Beiträge reduzieren, wenn es finanziell gerade nicht so gut läuft? Können Sie den Vertrag beim Jobwechsel mitnehmen? Und sind Zusatzbausteine wie zum Beispiel eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglich und sinnvoll?

Schritt 4: Vertrag abschließen

Nachdem Sie sich für das Angebot entschieden haben, schließen Sie mit Ihrem Arbeitgeber einen Vertrag über die betriebliche Altersvorsorge. Vertragspartner ist immer der Arbeitgeber, nicht beispielsweise das Versicherungsunternehmen. Ab jetzt heißt es: Sparen und auf die Rente warten.

Schritt 5: Förderung und Steuern

Füllen Sie die Anlage AV (Altersvorsorge) zur Steuererklärung aus (Zeile 7). Dann kann das Finanzamt prüfen, ob Sie Steuern erstattet bekommen. Beiträge aus der Bruttoentgeltumwandlung müssen nicht extra eingetragen werden.

Prüfen Sie gelegentlich, ob Ihre Entscheidung für die eine oder andere Form der betrieblichen Altersversorgung noch immer optimal für Sie ist. Sollten Sie heiraten oder Kinder kriegen, kann es sinnvoll sein, wenn möglich einen Hinterbliebenenschutz als zusätzlichen Baustein in den Vertrag einzubauen. Im Fall eines Jobwechsels müssen Sie auch an Ihre betriebliche Altersversorgung denken. Ein Jahr Zeit haben Sie für die Übertragung des Vertrages.

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