Pensionsfonds: Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Bei der betrieblichen Altersvorsorge mit Pensionsfonds beteiligen sich Arbeitnehmer an Chancen und Risiken der Börse. Das bietet die Möglichkeit auf höhere Renditen, birgt aber auch die Gefahr von Verlusten. Das eingezahlte Kapital bleibt zum Rentenbeginn garantiert.

Anzeige Board mit Aktienkursen. Bild: IMAGO / YAY Images / rook

Pensionsfonds

Pensionsfonds sind rechtlich selbständige Versorgungseinrichtungen. Mit Pensionsfonds beteiligen sich Arbeitnehmer an Chancen und Risiken der Börse. Pensionsfonds können – im Unterschied zu Versicherungen und Pensionskassen – ein größeres Risiko bei der Vermögensanlage eingehen und das Sparkapital in börsennotierten Geldanlagen wie Aktien oder Aktienfonds anlegen. Eingezahlt werden die Beiträge in der Regel über die Bruttoentgeltumwandlung. Beiträge können aber auch über Nettoentgeltumwandlung angespart werden, auch in Kombination mit der Riester-Förderung.

Das bietet die Chance auf höhere Renditen, birgt aber auch die Gefahr von Verlusten. Bei Rentenbeginn ist nur das eingezahlte Kapital garantiert. Da der Arbeitgeber aber Mitglied im Pensions-Sicherungs-Verein sein muss, ist im Fall einer Insolvenz das gesamte Sparvermögen abgesichert.

Zusatzbausteine können Sparer bei Pensionskassen und Pensionsfonds auch später noch in den Vertrag aufnehmen lassen. Für die Hinterbliebenenversorgung bieten einige Pensionskassen ein Sterbegeld und eine Rentengarantiezeit an. Das kostet aber und wirkt sich negativ auf die Rentenhöhe aus.

So funktioniert die Bruttoentgeltumwandlung

In der Regel zahlen Beschäfte ihre Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung über die Bruttoentgeltumwandlung ein. Dabei führt der Arbeitgeber einen Teil Ihres Bruttoeinkommens vor Steuerabzug in einen Vertrag ab, zum Beispiel in eine Lebensversicherung eines Anbieters seiner Wahl.

Damit die Einzahlungen steuer- und sozialabgabenfrei bleiben, dürfen bestimmte Höchstgrenzen nicht überschritten werden. Die Höchstgrenzen werden jährlich neu gesetzlich festgelegt.

Arbeitnehmer können jährlich einzahlen...

  • steuerfrei bis zu 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze = 6768 Euro im Jahr oder 564 Euro im Monat (Stand 2022)
  • sozialversicherungsfrei 4 Prozent = 3384 Euro im Jahr beziehungsweise 282 Euro im Monat (Stand 2022)

Es gibt auch einen Mindestbeitrag für die Entgeltumwandlung:

  • 2022 müssen Sie jährlich mindestens 246,75 Euro oder monatlich 20,56 Euro umwandeln.

Durch die Bruttoentgeltumwandlung reduziert sich Ihr Bruttogehalt. Zwar landet dadurch natürlich weniger auf Ihrem Konto, doch dafür werden Lohnsteuer, Kirchensteuer und Beiträge zur Sozialversicherung nur noch auf das entsprechend geringere Bruttoeinkommen fällig. Sie zahlen also zunächst weniger Steuern und Sozialabgaben. Erst im Alter, wenn Sie die Betriebsrente erhalten, verlangt der Staat Steuern und Sozialabgaben – dann aber meist deutlich weniger. 

Nachteil: Wer weniger in die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlt, bekommt auch entsprechend niedrigere Leistungen, also eine geringere gesetzliche Rente oder weniger Arbeitslosengeld.

Arbeitgeber müssen Zuschuss zahlen

Auch Arbeitgeber sparen mit der Bruttoentgeltumwandlung etwa 15 Prozent Sozialabgaben. Arbeitgeber müssen deshalb die Verträge der Beschäftigten mit 15 Prozent des umgewandelten Entgelts (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) bezuschussen. Seit 2022 gilt das auch für Altverträge, die vor 2019 geschlossen wurden.

Vorteile des Pensionsfonds

  • Die Renditechancen sind höher – vor allem bei möglichst langer Laufzeit. Für junge Arbeitnehmer mit sicherem Job und guter Perspektive im gleichen Unternehmen kann sich das lohnen.
  • Wenn der Arbeitgeber Gruppentarife aushandelt, wird der Abschluss des Pensionsfonds günstiger.

Nachteile des Pensionsfonds

  • Die Auszahlungen im Alter sind grundsätzlich nur als lebenslange monatliche Rente möglich. Bis zu 20 Prozent des Kapitals können jedoch auch in einer Summe zurückgezahlt werden.
  • Das Risiko ist größer als bei konservativeren Formen der betrieblichen Altersvorsorge wie Direktversicherung oder Pensionskasse. Es gibt keine garantierte Mindestverzinsung. Bei Rentenbeginn ist nur das eingezahlte Kapital garantiert. Fondsmanagement und Verwaltungsgebühren erhöhen die Kosten.

Tipp:

Wer eine betriebliche Altersvorsorge abschließen will, sollte sich zum Vergleich auch immer Angebote für eine private Rentenversicherung oder eine staatlich geförderte Riester-Rente einholen und dann die jeweils garantierte Rente vergleichen.


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