Betriebliche Altersvorsorge: Modell Pensionsfonds

Bei der betrieblichen Altersvorsorge mit Pensionsfonds beteiligen sich Arbeitnehmer an Chancen und Risiken der Börse. Das bietet die Möglichkeit auf höhere Renditen, birgt aber auch die Gefahr von Verlusten. Das eingezahlte Kapital bleibt zum Rentenbeginn garantiert.

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Pensionsfonds

Pensionsfonds sind rechtlich selbständige Versorgungseinrichtungen. Mit Pensionsfonds beteiligen sich Arbeitnehmer an Chancen und Risiken der Börse. Pensionsfonds können – im Unterschied zu Versicherungen und Pensionskassen – ein größeres Risiko bei der Vermögensanlage eingehen und das Sparkapital in börsennotierten Geldanlagen wie Aktien oder Aktienfonds anlegen. Eingezahlt werden die Beiträge in der Regel über die Bruttoentgeltumwandlung. Beiträge können aber auch über Nettoentgeltumwandlung angespart werden, auch in Kombination mit der Riester-Förderung.

Das bietet die Chance auf höhere Renditen, birgt aber auch die Gefahr von Verlusten. Bei Rentenbeginn ist nur das eingezahlte Kapital garantiert. Da der Arbeitgeber aber Mitglied im Pensions-Sicherungs-Verein sein muss, ist im Fall einer Insolvenz das gesamte Sparvermögen abgesichert.

Zusatzbausteine können Sparer bei Pensionskassen und Pensionsfonds auch später noch in den Vertrag aufnehmen lassen. Für die Hinterbliebenenversorgung bieten einige Pensionskassen ein Sterbegeld und eine Rentengarantiezeit an. Das kostet aber und wirkt sich negativ auf die Rentenhöhe aus.

So funktioniert die Entgeltumwandlung

1.Bruttoentgeltumwandlung

In der Regel zahlen Beschäftigte über die Bruttoentgeltumwandlung Beiträge aus dem unversteuerten Bruttoeinkommen in Verträge zur betrieblichen Altersvorsorge ein.

Entgeltumwandlung
Bis 2017 konnten Arbeitnehmer jährlich einzahlen: Seit 2018 können Arbeitnehmer jährlich einzahlen
bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West) frei von Steuern und Sozialabgaben bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West) frei von Steuern (=6.240 Euro im Jahr oder 520 Euro im Monat (Stand 2018)
zusätzlich 1.800 Euro frei von Steuern vier Prozent frei von Sozialabgaben (=3.120 Euro im Jahr bzw. 260 Euro im Monat (Stand 2018)

Durch die Bruttoentgeltumwandlung reduziert sich das Bruttogehalt. Arbeitnehmer zahlen also weniger Steuern und Sozialabgaben. Nachteil: Wer weniger in die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlt, bekommt auch entsprechend niedrigere Leistungen, also eine geringere gesetzliche Rente oder weniger Arbeitslosengeld.

Auch Arbeitgeber sparen dadurch etwa 15 Prozent Sozialabgaben. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz sieht vor, dass Arbeitgeber die Verträge der Beschäftigten ab 2019 mit 15 Prozent des umgewandelten Entgelts (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) bezuschussen müssen. Für Altverträge gilt das ab 2022.

  • Tipp: Mit unserem Rechner können Sie berechnen, wie hoch die Förderung bei der Betrieblichen Altersversorgung ist.

2. Nettoentgeltumwandlung

Eine Alternative ist die Nettoentgeltumwandlung: Dabei werden die Beiträge in die betriebliche Altersvorsorge nicht aus dem Brutto-, sondern nach Abzügen von Steuern und Abgaben aus dem Nettogehalt gezahlt. Sie können dafür in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Im Fall der Nettoentgeltumwandlung können Arbeitnehmer die betriebliche Altersvorsorge mit der Riester-Rente kombinieren und die staatliche Zulage bekommen. Für Riester-Renten, die ab 2018 über den Arbeitgeber abgeschlossen werden, sind in der Auszahlungsphase keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge mehr fällig. Kombinierbar mit Riester sind die Direktversicherung, die Pensionskasse oder der Pensionsfonds

Vorteile des Pensionsfonds

  • Die Renditechancen sind höher – vor allem bei möglichst langer Laufzeit. Für junge Arbeitnehmer mit sicherem Job und guter Perspektive im gleichen Unternehmen kann sich das lohnen.
  • Wenn der Arbeitgeber Gruppentarife aushandelt, wird der Abschluss des Pensionsfonds günstiger.

Nachteile des Pensionsfonds

  • Die Auszahlungen im Alter sind grundsätzlich nur als lebenslange monatliche Rente möglich. Bis zu 20 Prozent des Kapitals können jedoch auch in einer Summe zurückgezahlt werden.
  • Das Risiko ist größer als bei konservativeren Formen der betrieblichen Altersvorsorge wie Direktversicherung oder Pensionskasse. Es gibt keine garantierte Mindestverzinsung. Bei Rentenbeginn ist nur das eingezahlte Kapital garantiert. Fondsmanagement und Verwaltungsgebühren erhöhen die Kosten.

Tipp: Wer eine betriebliche Altersvorsorge abschließen will, sollte sich zum Vergleich auch immer Angebote für eine private Rentenversicherung oder eine staatlich geförderte Riester-Rente einholen und dann die jeweils garantierte Rente vergleichen.

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