Pensionskasse: Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Pensionskassen sind rechtlich selbstständige Versorgungsträger, die wie ein Versicherungsunternehmen geführt werden. Das hat Vorteile für Sparer: Die Ersparnisse sind sicher und bringen oft höhere Renditen.

Münzen übereinander stapeln – Bildnachweis: shutterstock.com © Singkham

Pensionskassen: Altersvorsorge mit Tradition

Die traditionellen Pensionskassen existieren meist seit Jahrzehnten und wurden von einem oder mehreren Unternehmen gegründet, meist als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Vereinsmitglieder sind die Arbeitgeber, die ihre Beiträge in die Pensionskasse zahlen.

Pensionskassen dürfen mit einem höheren Rechnungszins kalkulieren als dem für Renten- und Lebensversicherungen vorgeschriebenen Garantiezins von derzeit 0,9 Prozent (2021). Dadurch sind hier die Renditechancen höher.

Auch viele Versicherungsunternehmen haben mittlerweile Pensionskassen als Tochtergesellschaften gegründet. Durch die Vertriebsstrukturen der Unternehmen sind deren Angebote aber oft teurer als die der klassischen Pensionskassen.

Im Falle einer Insolvenz des Arbeitgebers sind die Ersparnisse sicher, denn die Ansprüche des Sparer bestehen direkt gegenüber der Pensionskasse. Die Kassen garantieren Arbeitnehmern und deren Hinterbliebenen einen Anspruch auf künftige Leistungen.

Zusatzbausteine können Sparer auch später noch in den Vertrag aufnehmen lassen. Für die Hinterbliebenenversorgung bieten einige Pensionskassen ein Sterbegeld und eine Rentengarantiezeit an. Das kostet aber und wirkt sich negativ auf die Rentenhöhe aus.

So funktioniert die Bruttoentgeltumwandlung

In der Regel zahlen Beschäfte ihre Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung über die Bruttoentgeltumwandlung ein. Dabei führt der Arbeitgeber einen Teil Ihres Bruttoeinkommens vor Steuerabzug in einen Vertrag ab, zum Beispiel in eine Lebensversicherung eines Anbieters seiner Wahl.

Damit die Einzahlungen steuer- und sozialabgabenfrei bleiben, dürfen bestimmte Höchstgrenzen nicht überschritten werden. Die Höchstgrenzen werden jährlich neu gesetzlich festgelegt.

Arbeitnehmer können jährlich einzahlen...

  • steuerfrei bis zu 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze = 6816 Euro im Jahr oder 568 Euro im Monat (Stand 2021)
  • sozialversicherungsfrei 4 Prozent  = 3408 Euro im Jahr beziehungsweise 284 Euro im Monat (Stand 2021)

Durch die Bruttoentgeltumwandlung reduziert sich Ihr Bruttogehalt. Zwar landet dadurch natürlich weniger auf Ihrem Konto, doch dafür werden Lohnsteuer, Kirchensteuer und Beiträge zur Sozialversicherung nur noch auf das entsprechend geringere Bruttoeinkommen fällig. Sie zahlen also zunächst weniger Steuern und Sozialabgaben. Erst im Alter, wenn Sie die Betriebsrente erhalten, verlangt der Staat Steuern und Sozialabgaben – dann aber meist deutlich weniger. 

Nachteil: Wer weniger in die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlt, bekommt auch entsprechend niedrigere Leistungen, also eine geringere gesetzliche Rente oder weniger Arbeitslosengeld.

Arbeitgeber müssen Zuschuss zahlen

Auch Arbeitgeber sparen mit der Bruttoentgeltumwandlung etwa 15 Prozent Sozialabgaben. Seit 2019 müssen Arbeitgeber deshalb auch die neuen Verträge der Beschäftigten mit 15 Prozent des umgewandelten Entgelts (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) bezuschussen. Für Altverträge gilt das ab 2022.

Regeln für Altverträge bei Pensionskassen (vor 2004 abgeschlossen)

Für Altverträge, die vor 2004 abgeschlossen wurden, gelten andere Steuerregeln in der Einzahlungsphase:

  • Auf Beiträge bis zu einer Höhe von 1752 Euro pro Jahr werden Steuern in Höhe von 20 Prozent erhoben.
  • Mit Kirchensteuer ergibt sich ein Gesamtsteuersatz von etwa 21,5 Prozent.
  • Die Einzahlungen aus Urlaubs- oder Weihnachtsgeld werden pauschal versteuert und sind sozialversicherungsfrei.

Wird das angesparte Kapital später auf einmal ausbezahlt, bleibt es steuerfrei. Wenn es als monatliche Rente gezahlt wird, wird der Ertragsanteil versteuert, also der Teil des Kapitals, der im Laufe der Jahre durch die Zinsen entstanden ist.

Vorteile der Pensionskasse

  • Pensionskassen sind oft günstiger und bringen höhere Renditen, weil die Vertriebskosten und Gebühren niedriger sind als bei Versicherungsunternehmen.
  • Pensionskassen sind nicht an den für Renten- und Lebensversicherungen geltenden Garantizins gebunden – was bei der derzeitigen Niedrigzinslage ein Vorteil ist. Dadurch können höhere Rentenanwartschaften erwirtschaftet werden.
  • Zusatzbausteine kosten zwar Geld, aber über eine Pensionskasse können auch Arbeitnehmer, die auf dem freien Versicherungsmarkt nur schwer eine Chance hätten, meist problemlos an eine Berufsunfähigkeitsversicherung kommen.

Nachteile der Pensionskasse

  • Der Arbeitgeber bestimmt die Pensionskasse.

Tipp:

Wer eine betriebliche Altersvorsorge abschließen will, sollte sich zum Vergleich auch immer Angebote für eine private Rentenversicherung oder eine staatlich geförderte Riester-Rente einholen und dann die jeweils garantierte Rente vergleichen.


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