Betriebliche Altersvorsorge: Modell Pensionskasse

Pensionskassen sind rechtlich selbstständige Versorgungsträger, die wie ein Versicherungsunternehmen geführt werden. Das hat Vorteile für Sparer: Die Ersparnisse sind sicher und bringen oft höhere Renditen.

Münzen übereinander stapeln – Bildnachweis: shutterstock.com © Singkham

Vorsorge mit Tradition

Die traditionellen Pensionskassen existieren meist seit Jahrzehnten und wurden von einem oder mehreren Unternehmen gegründet, meist als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Vereinsmitglieder sind die Arbeitgeber, die ihre Beiträge in die Pensionskasse zahlen. Pensionskassen dürfen mit einem höheren Rechnungszins kalkulieren als dem für Renten- und Lebensversicherungen vorgeschriebenen Garantiezins von derzeit 0,9 Prozent.

Dadurch sind hier die Renditechancen höher. Auch viele Versicherungsunternehmen haben mittlerweile Pensionskassen als Tochtergesellschaften gegründet. Durch die Vertriebsstrukturen der Unternehmen sind deren Angebote aber oft teurer als die der klassischen Pensionskassen.

Im Falle einer Insolvenz des Arbeitgebers sind die Ersparnisse sicher, denn die Ansprüche des Sparer bestehen direkt gegenüber der Pensionskasse. Die Kassen garantieren Arbeitnehmern und deren Hinterbliebenen einen Anspruch auf künftige Leistungen.

Zusatzbausteine können Sparer auch später noch in den Vertrag aufnehmen lassen. Für die Hinterbliebenenversorgung bieten einige Pensionskassen ein Sterbegeld und eine Rentengarantiezeit an. Das kostet aber und wirkt sich negativ auf die Rentenhöhe aus.

So funktioniert die Entgeltumwandlung

1.Bruttoentgeltumwandlung

In der Regel zahlen Beschäftigte über die Bruttoentgeltumwandlung Beiträge aus dem unversteuerten Bruttoeinkommen in Verträge zur betrieblichen Altersvorsorge ein.

Entgeltumwandlung
Bis 2017 konnten Arbeitnehmer jährlich einzahlen: Seit 2018 können Arbeitnehmer jährlich einzahlen
bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West) frei von Steuern und Sozialabgaben bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West) frei von Steuern (=6.240 Euro im Jahr oder 520 Euro im Monat (Stand 2018)
zusätzlich 1.800 Euro frei von Steuern vier Prozent frei von Sozialabgaben (=3.120 Euro im Jahr bzw. 260 Euro im Monat (Stand 2018)

Durch die Bruttoentgeltumwandlung reduziert sich das Bruttogehalt. Arbeitnehmer zahlen also weniger Steuern und Sozialabgaben. Nachteil: Wer weniger in die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlt, bekommt auch entsprechend niedrigere Leistungen, also eine geringere gesetzliche Rente oder weniger Arbeitslosengeld.

Auch Arbeitgeber sparen dadurch etwa 15 Prozent Sozialabgaben. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz sieht vor, dass Arbeitgeber die Verträge der Beschäftigten ab 2019 mit 15 Prozent des umgewandelten Entgelts (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) bezuschussen müssen. Für Altverträge gilt das ab 2022.

2. Nettoentgeltumwandlung

Eine Alternative ist die Nettoentgeltumwandlung: Dabei werden die Beiträge in die betriebliche Altersvorsorge nicht aus dem Brutto-, sondern nach Abzügen von Steuern und Abgaben aus dem Nettogehalt gezahlt. Sie können dafür in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Im Fall der Nettoentgeltumwandlung können Arbeitnehmer die betriebliche Altersvorsorge mit der Riester-Rente kombinieren und die staatliche Zulage bekommen. Für Riester-Renten, die ab 2018 über den Arbeitgeber abgeschlossen werden, sind in der Auszahlungsphase keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge mehr fällig. Kombinierbar mit Riester sind die Direktversicherung, die Pensionskasse oder der Pensionsfonds

Regeln für Altverträge (vor 2004 abgeschlossen)

Für Altverträge, die vor 2004 abgeschlossen wurden, gelten andere Steuerregeln in der Einzahlungsphase: Auf Beiträge bis zu einer Höhe von 1.752 Euro pro Jahr werden Steuern in Höhe von 20 Prozent erhoben. Mit Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ergibt sich ein Gesamtsteuersatz von etwa 21,5 Prozent. Steuerfrei bleiben die Einzahlungen aus Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Wird das angesparte Kapital später auf einmal ausbezahlt, bleibt es steuerfrei. Wenn es als monatliche Rente gezahlt wird, wird der Ertragsanteil versteuert, also der Teil des Kapitals, der im Laufe der Jahre durch die Zinsen entstanden ist.

Vorteile der Pensionskasse

  • Pensionskassen sind oft günstiger und bringen höhere Renditen, weil die Vertriebskosten und Gebühren niedriger sind als bei Versicherungsunternehmen.
  • Pensionskassen sind nicht an den für Renten- und Lebensversicherungen geltenden Garantizins gebunden – was bei der derzeitigen Niedrigzinslage (Garantiezins 0,9 Prozent) ein Vorteil ist. Dadurch können höhere Rentenanwartschaften erwirtschaftet werden.
  • Zusatzbausteine kosten zwar Geld, aber über eine Pensionskasse können auch Arbeitnehmer, die auf dem freien Versicherungsmarkt nur schwer eine Chance hätten, meist problemlos an eine Berufsunfähigkeitsversicherung kommen.

Nachteile der Pensionskasse

  • Der Arbeitgeber bestimmt die Pensionskasse.
  • Tipp: Wer eine betriebliche Altersvorsorge abschließen will, sollte sich zum Vergleich auch immer Angebote für eine private Rentenversicherung oder eine staatlich geförderte Riester-Rente einholen und dann die jeweils garantierte Rente vergleichen.

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