Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Vorteile und Nachteile

Heute sparen – morgen zahlen. So lässt sich die betriebliche Altersvorsorge zusammenfassen. Informieren Sie sich über die Vorteile und Nachteile für Arbeitnehmer und finden Sie heraus, ob die bAV die richtige Altersvorsorge für Sie ist.

Tabelle Pro und Contra mit Stiften rot und grün. Bild: IMAGO / Shotstop / Pflügler Photo

Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge

  • Sozialabgaben sparen: Durch die Bruttoentgeltumwandlung lassen sich während der Einzahlphase Steuern und Beiträge für Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung sparen.
  • Arbeitgeberzuschuss: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Entgeltumwandlung mit 15 Prozent zu bezuschussen, wenn er dadurch Sozialabgaben spart. Das erhöht die Rendite.
  • Bequem: Eine Absicherung fürs Alter ohne größeren Aufwand, denn der Arbeitgeber kümmert sich um Verträge und Beitragszahlungen.
  • Sicher: Weil es für die meisten Verträge eine garantierte Rente gibt, werden die Beiträge in risikoarmen Anlageformen angelegt. Das ist sicher – bedeutet bei niedrigen Zinsen aber auch eine niedrige Rendite.
  • Oft günstig: Angebote vom Chef oder der Chefin sind oftmals günstiger als auf dem freien Markt, weil Arbeitgeber mit Versicherungsunternehmen Gruppentarife und andere Sonderkonditionen aushandeln können. Das senkt Abschlusskosten und Gebühren. Allerdings lohnt sich immer der Vergleich mit Angeboten zur privaten Vorsorge.
  • Zinsen: In einigen Modellen sind Anbieter nicht an den derzeit niedrigen Garantiezins gebunden. Das erhöht die Renditechancen.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Über die vom Chef ausgehandelten Zusatzbausteine kommen oft auch Arbeitnehmer an einen Berufsunfähigkeitsschutz (BU), die wegen gesundheitlicher Probleme auf dem freien Markt keine Chance hätten.

Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge

  • Steuern und Abgaben im Alter: In der Auszahlungsphase werden grundsätzlich Steuern und für gesetzlich Krankenversicherte auch Sozialabgaben fällig. Für die Krankenversicherung gibt es aber einen Freibetrag.
  • Arbeitgeber gibt Modell vor: Das schränkt die Wahlfreiheit ein.
  • Weniger gesetzliche Rente: Wer einen Teilbetrag seines Gehalts umwandelt und dabei Sozialabgaben einspart, zahlt auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Das schmälert die gesetzliche Rente. Auch andere Sozialleistungen wie Elterngeld, Krankengeld und Arbeitslosengeld fallen niedriger aus.
  • Unflexibel: Man kann das Ersparte beim Jobwechsel zwar mitnehmen, aber es gibt keinen Rechtsanspruch darauf, dass der neue Arbeitgeber den alten Vertrag übernimmt. Nicht in allen Fällen können Arbeitnehmer den Vertrag mit eigenen Beiträgen weiterführen.
  • Geld ist fest: Man kommt erst im Rentenalter an sein Geld und kann das Ersparte nicht vorher zur Immobilienfinanzierung oder bei einem finanziellen Engpass entnehmen.

In vielen Fällen können die Nachteile einer Bruttoentgeltumwandlung die Vorteile überwiegen, so dass im Einzelfall möglicherweise andere Formen der Altersvorsorge als erstes Mittel der Wahl zu bevorzugen sind. Ob eine betriebliche Altersvorsorge lukrativ ist, hängt auch vom Angebot des Arbeitgebers ab. Lassen Sie sich unabhängig beraten, zum Beispiel von der Verbraucherzentrale, von einem unabhängigen Honorarberater oder der Deutschen Rentenversicherung.

 

 


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