Altersvorsorge für Berufsstarter

Der erste Job, das erste Gehalt – ein gutes Gefühl. In der Sozialversicherung sind Berufsstarter vom ersten Tag an voll versichert. Sie bekommen einen Bonus bei der Riester-Rente und profitieren von günstigeren Angeboten für eine private Berufsunfähigkeitsversicherung.

Lebenslage Berufsstarter, junge Frau mit Sprechblase: Absicherung? Von Anfang an! – Bildnachweis: © www.wdv.de

Gesetzliche Rentenversicherung

Ein guter Begleiter von Anfang an, denn die gesetzliche Rente hilft auch jungen Leuten – zum Beispiel mit einer Reha oder im Fall der Erwerbsminderung.

Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt nicht nur eine Rente im Alter. Sie hilft auch, wenn zum Beispiel nach einem Unfall durch eine medizinische Rehabilitation der Weg zurück in den Job geebnet werden kann. Für die meisten Arbeitnehmer wird die gesetzliche Rente die Haupteinnahmequelle im Alter sein. Neugierige können mit dem ihre-vorsorge.de-Rentenschätzer eine erste Prognose ihrer Rente wagen und eine Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung besuchen. Die Mitarbeiter dort informieren produktunabhängig rund um die gesetzliche und private Altersvorsorge.

So geht es:

  • Rentenschätzer auf ihre-vorsorge.de starten und einfach ein paar Szenarien durchrechnen. Dann bekommt man ein Gefühl dafür, wie sich Gehaltssteigerungen, eine Schwangerschaft oder Arbeitslosigkeit auf die Rente auswirken.
  • Auskunfts- und Beratungsstellen lassen sich hier recherchieren.
  • Die Broschüre "Berufsstarter und Rente" informiert über das Leistungsspektrum der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Berufseinsteiger informiert die Deutsche Rentenversicherung auch auf ihrem Jugendportal www.rentenblicker.de

Riester-Rente

Frühzeitig fürs Alter Sparen und Zulagen kassieren. Worauf man bei der Riester-Rente achten muss und wie man 200 Euro extra kassiert:

Einen Berufseinsteigerbonus erhalten Riester-Sparer, die zu Beginn eines Beitragsjahres 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Er beträgt einmalig 200 Euro und wird zusätzlich zur Grundzulage (154 Euro; 175 Euro ab 2018) gezahlt. Für die volle Zulage müssen Sparer mindestens vier Prozent des Vorjahreseinkommens einzahlen. Mindestens müssen ein Sockelbeitrag von 60 Euro in den Vertrag fließen (also nur fünf Euro pro Monat). Es gibt verschiedene Riester-Angebote:

  • Banksparpläne,
  • Versicherungen mit und ohne Fondsanteil,
  • Investmentfondssparpläne sowie
  • Wohn-Riesterprodukte für alle, die jetzt schon wissen, dass sie sich eine Immobilie anschaffen wollen.

Junge Sparer profitieren vom Zinseszinseffekt: Wenn schon früh mit dem Sparen angefangen wurde, entfalten Zinsen mehr Renditekraft. Aufgelaufene und wieder angelegte Zinsen erhöhen über Jahre das Kapital, das seinerseits wieder weiter verzinst wird.

Wichtig: Für die staatlichen Zulagen muss ein Zulagenantrag gestellt werden, den die Anbieter meist bei Vertragsabschluss mitschicken. 

So geht es:

  • Prüfen, ob ein Anrecht auf staatliche Förderung besteht.
  • Das richtige Riester-Produkt auswählen.
  • Bei Verbraucherzentralen oder der Stiftung Warentest Angebote einholen oder Tests lesen.
  • Vor Abschluss Einzahlhöhe und staatliche Förderung berechnen. Zulagenantrag ausfüllen.

Betriebliche Altersvorsorge

Vorsorgen mit Hilfe vom Chef: Alle Arbeitnehmer haben ein Recht auf betriebliche Altersvorsorge. Dabei werden Teile des Gehalts vom Arbeitgeber vom Lohn abgezogen und in die betriebliche Altersvorsorge gesteckt. Vor allem, wenn sich der Arbeitgeber an dieser Altersvorsorge beteiligt, kann sich die betriebliche Altersvorsorge lohnen. Bei den Produkten handelt es sich um Standardangebote, die für große Gruppen (Konzern oder Branche) konzipiert sind (das mindert die Kosten). Die betriebliche Altersvorsorge wird über Steuervorteile und Sozialversicherungsfreiheit gefördert. Später, wenn die betriebliche Rente ausbezahlt wird, müssen auf die Auszahlungen aber in der Regel Krankenkassenbeiträge gezahlt werden. 

So geht es:

  • Bei Personalabteilung oder im Tarifvertrag recherchieren, welche Angebote es gibt,
  • Steuervorteil ausrechnen,
  • Angebot checken und abschließen.

Sonstige private Altersvorsorge

Natürlich können Berufsstarter auch auf die staatliche Förderung der Altersvorsorge verzichten und ganz „normale“ Finanzprodukte für die Altersvorsorge sparen. Die lassen sich oft auch schneller auflösen, doch genau darin liegt auch eine Gefahr. Wird das Beenden einer Altersvorsorge zu einfach gemacht, ist die Verführung groß, anstatt aufs Sparen auf Konsum zu setzen.

Berufseinsteiger, die noch nicht sehr genau wissen, wohin die Reise geht, sollten langfristige Anlageprodukte wie Kapitallebensversicherungen eher meiden. Interessant sind vermögenswirksame Leistungen: In vielen Arbeits- und Branchentarifverträgen steht, ob Arbeitnehmer einen Sparzuschuss vom Arbeitgeber erhalten (meist zwischen 6 und 40 Euro pro Monat).

So geht es:

  • Wenn möglich anbieterneutral beraten lassen (zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale)
  • Bei Banken und Versicherungen ein Beratungsprotokoll führen. Berater direkt und offen auf Risiken und Kosten einer Anlage ansprechen und genaue schriftliche Informationen fordern. 
  • Recherchieren, ob der Betrieb vermögenswirksame Leistungen zahlt.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn durch Unfall oder Krankheit ein Job unmöglich wird, zahlt die Deutsche Rentenversicherung eine Erwerbsminderungsrente. Sie reicht nicht, um den Lebensstandard zu halten. Eine zusätzliche Absicherung durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher empfehlenswert. Versicherungskonzerne kalkulieren aber anders als der Staat und verlangen oft hohe Aufschläge, wenn Antragsteller krank sind. Je jünger und gesünder Arbeitnehmer sind, desto eher erhalten sie eine gute und günstige Berufsunfähigkeitsversicherung. Achtung: Eine solche Versicherung kann um die 1.000 Euro im Jahr kosten. ihre-vorsorge.de empfiehlt eine Beratung bei einer Verbraucherzentrale, die über eine Versicherungstarifdatenbank verfügt!

So geht es:

  • Verbraucherzentrale in der Nähe recherchieren.
  • Erfragen, ob eine Beratung inklusive Tarifauswahl möglich ist.
  • Angebot checken und abschließen.

Arbeitslosigkeit

Gesetzliche Rente: Während des Bezugs von Arbeitslosengeld I, zahlt die Bundesagentur für Arbeit Beiträge zur Rente auf Basis von 80 Prozent des letzten Verdienstes ein (geringe Minderung der späteren Rente). Bei Arbeitslosengeld II fließen keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Infos: Gesetzliche Rente

Riester-Rente: Einzahlungen können gedrosselt oder ganz gestoppt werden. Dadurch kann aber die staatliche Förderung sinken. Der Mindesteigenbetrag von 60 Euro sollte von Geringverdienern nicht unterschritten werden, da es sonst keine Zulagen gibt. So lange Arbeitslosengeld oder Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung fließen, erhalten Sparer die staatliche Riester-Förderung. Angespartes Riester-Kapital wird nicht angerechnet. Mehr Infos: Riester-Rente

Betriebliche Altersvorsorge: Ansprüche auf eine Betriebsrente im Alter, in die nur der Chef einzahlte, bleiben bestehen, wenn der Ex-Angestellte mindestens 30 Jahre alt ist und der Vertrag mindestens fünf Jahre schon läuft (bei Verträgen ab 2009 gilt eine Altersgrenze von 25 Jahren). Trick: Firmenneulinge/junge Arbeitnehmer sollten im Aufhebungsvertrag versuchen, eine "Unverfallbarkeit" zu vereinbaren. Sobald der Arbeitnehmer selbst eingezahlt hat, ist die spätere Rente sicher. Weiterführung der betrieblichen Altersvorsorge hat den Nachteil, dass Sozialabgabenfreiheit und Steuervorteil bei mangelndem Einkommen nicht greifen. Beitragszahlungen können in der Regel gestoppt werden. Auszahlung nur möglich, wenn das Kapital so niedrig ist, dass es nur für eine spätere Rente von unter 25 Euro reichen würde. Bei der Berechnung der Grundsicherung für Arbeitssuchende werden Betriebsrenten, in die ausschließlich der Arbeitgeber einzahlte, nicht berücksichtigt, wenn eine Verfügung vor dem Eintritt des Versorgungsfalles ausgeschlossen ist. Infos: Betriebliche Altersversorgung

Freibeträge bei Arbeitslosigkeit

Anrechnung beim Arbeitslosengeld II: Bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes II können Vermögen und Altersvorsorge berücksichtigt werden. Dabei stehen den Betroffenen ein Vermögens-Grundfreibetrag und ein Altersvorsorge-Freibetrag zu: Jedem Volljährigen steht zunächst ein Grundfreibetrag von 150 Euro je vollendetem Lebensjahr zu (mindestens 3.100 Euro). Die maximale Höhe richtet sich nach dem Alter und liegt zwischen 9.750 und 10.050 Euro. Zusätzlich räumt man erwerbsfähigen Hilfebedürftigen einen Altersvorsorge- Freibetrag in Höhe von 750 Euro je vollendetem Lebensjahr ein. Je nach Alter kann dieser Freibetrag auf 48.750 bis 50.250 Euro begrenzt sein. Voraussetzungen für Altersvorsorgeprodukte, die unter den Altersvorsorge-Freibetrag fallen:

  • Anlage kann nicht vor dem Renteneintritt verwertet werden,
  • Rückkauf, Kündigung und Beleihung dürfen nicht möglich sein. Ausschluss der Verwertung vor dem 60. Lebensjahr reicht aus.
  • Beiträge in eine private Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Risikolebensversicherung können ausgesetzt werden. Dadurch kann aber später eine erneute Gesundheitsprüfung drohen. Unbedingt Folgen einer Beitragsfreistellung im Vertrag nachlesen!

Anrechnungsfrei sind auch Betriebsrenten, wenn sie ausschließlich arbeitgeberfinanziert sind und eine Verfügung vor dem Eintritt des Versorgungsfalles ausgeschlossen ist. Mehr Informationen über diese und weitere Freibeträge unter www.arbeitsagentur.de.

Krankheit/Unfall

Gesetzliche Rente: Die Deutsche Rentenversicherung übernimmt umfangreiche Leistungen zur Rehabilitation. Kann ein Arbeitnehmer nur eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten, ist eine Erwerbsminderungsrente möglich.

Riester-Rente: Keine Leistungen zur Linderung von Unfall- oder Krankheitsfolgen. Nur bei Riester-Rentenversicherungen ist als Zusatzbaustein eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglich, wodurch aber ein Teil der Einzahlungen in eine Versicherung fließen und nicht der Altersvorsorge dienen.

Betriebliche Altersvorsorge: Einige Verträge sehen eine kleine Berufsunfähigkeitsrente und eine Hinterbliebenenabsicherung vor.

Sonstige private Vorsorge: Leistungen durch Berufsunfähigkeits- und/oder Unfallversicherung möglich.

Vererbung vor Rente

Gesetzliche Rente: Die Deutsche Rentenversicherung zahlt Witwen- oder Waisenrenten, was für Singles meist weniger interessant ist.

Riester-Rente: Kapital kann vererbt werden. Allerdings wird vorher die staatliche Förderung abgezogen.

Betriebliche Altersvorsorge: Sobald der Staat Steuererleichterungen und Sozialabgabenfreiheit gewährt hat, ist eine Vererbung unmöglich.

Sonstige private Vorsorge: Leistung von Kapitallebens- oder Risikolebensversicherung. Vererbung bei Kapitallebensversicherung möglich. 

Weiterführende Informationen zum Thema Altersvorsorge

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