Warum Altersvorsorge wichtig ist

Wer im Alter auch finanziell gut leben will, sollte schon jetzt seine Finanzen für die Zeit nach dem Erwerbsleben planen. Wir erklären Ihnen warum und welche Möglichkeiten Sie haben.

Gruppe junger Menschen in einem Gartenrestaurant.– Bild: wdv.de © Jan Lauer

3 gute Gründe pro Altersvorsorge

Drei gute Gründe, warum Sie zusätzlich zur gesetzlichen Rente fürs Alter vorsorgen sollten:

  1. Das Niveau der gesetzlichen Rente sinkt seit Jahren. Grund ist der demografische Wandel. Ihre künftige Altersrente wird deutlich unter ihrem jetzigen Gehalt liegen.
  2. Wenn Sie nicht zusätzlich fürs Alter vorsorgen, werden Sie ihren Lebensstandard kaum halten können.
  3. Zusätzliche Altersvorsorge wird vom Staat gefördert. Sie können jetzt Steuern sparen und Zulagen erhalten.

Wer wissen will, warum eine zusätzliche Altersvorsorge nötig ist, muss verstehen, wie das Rentensystem in Deutschland funktioniert.

So funktioniert das System Rente

Für die meisten ist die gesetzliche Rente die Basis ihrer Altersvorsorge. Politische und gesellschaftliche Entwicklungen haben in dem System Rente dazu geführt, dass eine zusätzliche Altersvorsorge nötig ist.

Das Rentensystem beruht auf dem Generationenvertrag. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Arbeitgeber sowie bestimmte Selbstständigen zahlen Rentenbeiträge in die Rentenkasse ein. Aus diesen Beiträgen zahlt die Deutsche Rentenversicherung die Renten der aktuellen Rentnerinnen und Rentner. Das nennt man auch das Umlageverfahren. Erwerbstätige erhalten dafür Entgeltpunkte auf ihrem Rentenkonto – die Grundlage für die Berechnung ihrer zukünftigen Rente.

Der Vorteil des Umlageverfahrens: Es stellt sicher, dass die 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner an der Lohnentwicklung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer teilnehmen. Steigen die Löhne, steigen auch die Renten.

Das Problem: Der demografische Wandel erschwert das Konzept des Umlageverfahrens. Die Menschen in Deutschland haben zu lange zu wenig Kinder bekommen. Die Geburtenrate ist von 2,5 Kindern pro Frau im Jahr 1964 auf derzeit etwa 1,4 Kinder pro Frau gesunken. Die Bevölkerungszahl geht zurück. Weniger Erwerbstätige müssen die Rente für mehr Rentnerinnen und Rentner zahlen. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung; Renten müssen immer länger gezahlt werden. Die Rentenbezugsdauer – also die Anzahl der Jahre, in denen ein Rentner eine Altersrente bezieht – lag 2017 bei 19,6 Jahren. Vor 60 Jahren wurden Renten im Schnitt nur halb so lang gezahlt.

Weil das Umlageverfahren allein dafür nicht ausreicht, fließen neben Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen schon heute Steuermittel in die Rentenkasse. Steuergelder machen fast ein Drittel des Budgets der Rentenversicherung aus. Weil sich die Lage noch verschärfen wird, erarbeitet die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission seit Mai 2018 ein Konzept für das Alterssicherungssystem nach 2025.

Das Rentenniveau

Die Renten steigen zwar stetig – jedoch etwas langsamer als die Gehälter, deshalb sinkt das Rentenniveau. Das Rentenniveau liegt bei 48 Prozent des Nettoverdienstes eines Beispielrentners, der 45 Jahre lang genau den Durchschnittsverdienst bekommen hat. Ihn nennt man den Eckrentner. Ein solcher Rentner bekommt derzeit rund 1.440 Euro Rente – brutto. Davon gehen dann noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (derzeit etwa 11 Prozent) und im Einzelfall auch Steuern ab. Wenn Sie das mit Ihrem letzten Gehalt vergleichen, können Sie vielleicht einen deutlichen Unterschied sehen.

Die Bundesregierung sagt deshalb, dass es nicht ausreicht, sich im Alter allein auf die gesetzliche Rente zu verlassen. Die Politik fördert seit Jahren verschiedene Wege der zusätzlichen Altersvorsorge – sei es durch Zulagen oder Steuervorteile.

Drei Säulen zur Sicherung der Altersvorsorge

Die Altersvorsorge in Deutschland ist in drei Säulen (bzw. Schichten) untergliedert:

Drei Säulen der Altersvorsorge
Säule I Säule II Säule III
Basisversorgung Betriebliche Altersvorsorge Private Vorsorge
- Gesetzliche Rente
- berufsständische Versorgungswerke
- Beamten­versorgung
- Rürup-Rente (Basisrente)
- Direktversicherung
- Pensionskasse
- Pensionsfonds
- Unterstützungs­kasse
- Direktzusage
- Geförderte Riester-Rente
- Private Lebensversicherung
- Private Rentenversicherung
- Geldanlagen wie z.B. Fondssparpläne
- Immobilienkauf

 

 

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