Brüssel (dsv/sth). Einfachere, transparentere und kosteneffiziente Produkte für die private Altersvorsorge haben Fachleute aus den 27 EU-Staaten jetzt bei einer „Europäischen Rentenwoche“ in Brüssel gefordert. Viele der aktuell angebotenen Vorsorgeprodukte seien unnötig komplex und böten oft nur geringe Renditen, so die Expertinnen und Experten. Eine stärkere Orientierung an klar strukturierten und leicht verständlichen Lösungen wie etwa börsengehandelten Fonds (ETFs) „könnte die Attraktivität und Effektivität solcher Produkte erheblich steigern“, hieß es nach Angaben der Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung (DSV) bei der Veranstaltung.
Im ersten Panel „Golden Years on a Green Planet“ wurde der DSV zufolge die Bedeutung nachhaltiger Investments hervorgehoben. Pensionseinlagen sollten nicht nur finanzielle Renditen erzielen, sondern auch einen positiven Beitrag zur Bewältigung des Klimawandels leisten, sagten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer demnach. Gleichzeitig sei auf die Notwendigkeit eines ausgewogenen Risikomanagements hingewiesen worden, um Volatilitäten auszugleichen und langfristige Sicherheit zu gewährleisten, schreibt die DSV.
Soziale Gerechtigkeit in der Altersvorsorge
Das zweite Panel widmete sich der sozialen Gerechtigkeit in der Altersvorsorge. Diskutiert worden sei, wie Einkommensungleichheiten – insbesondere zwischen Männern und Frauen – überwunden werden könnten, so die DSV. Dabei hätten Maßnahmen wie eine stärkere Absicherung von Pflegezeiten, die Förderung flexibler Rentenwege sowie die Unterstützung atypischer Beschäftigungsverhältnisse im Mittelpunkt gestanden.
Einig waren sich die beteiligten Expertinnen und Experten dem DSV-Bericht zufolge, dass das EU-weit beworbene Vorsorgeprodukt „Pan-European Pension Product“ (PEPP) ein gelungenes Angebot sei. Das PEPP ist ein EU-einheitliches europäisches Pensionsprodukt, das von nationalen Behörden und der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) beaufsichtigt wird. Das PEPP biete einen „niedrigschwelligen und kostengünstigen Zugang zur privaten Altersvorsorge und ist EU-weit übertragbar“, so die DSV. Zudem hätten die Kongressteilnehmer betont, dass der Fokus beim Ausbau der privaten Altersvorsorge weiter auf Bildung und finanzielle Kompetenz gelegt werden müsse, da dies „wichtige Schritte in Richtung eines resilienteren und gerechteren Systems“ seien.
